
SOLINGEN (red) – Die Feuerwehr Solingen zieht nach der Silvesternacht 2025/2026 eine erste Bilanz: Zwischen 19 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen rückten Feuerwehr und Rettungsdienst zu insgesamt 49 Einsätzen aus. Davon entfielen 14 auf Brände und technische Hilfeleistungen, 35 Einsätze betrafen den Rettungsdienst.
Unterstützt wurde die Berufsfeuerwehr durch Silvesterbereitschaften der Freiwilligen Feuerwehren aus Ohligs, Böckerhof und Gräfrath. Auch Polizei und Rettungsdienste waren in der Nacht teils stark gefordert.
Fahrzeugbrände und Explosionen
Zu den gravierendsten Vorfällen zählte ein Feuerwerksangriff auf einen geparkten Pkw an der Brückenstraße: Unbekannte schoben dort gegen 21.20 Uhr ein Verbundfeuerwerk unter ein Fahrzeug und zündeten es. Nur durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte ein Vollbrand verhindert werden. Die nahe gelegene Feuerwache I an der Katternberger Straße ermöglichte ein besonders rasches Eingreifen.
Ein weiterer größerer Einsatz ereignete sich an der Walder Straße. Kurios: Ein Paar genoss in einem E-PKW die gute Aussicht an einer abgelegenen Stelle und feuerten dort auch Feuerwerk ab. Nach bisherigen Erkenntnissen entzündeten die beiden eine Feuerwerksbatterie an der geöffneten Kofferraumklappe, die Batterie kippte jedoch um und entzündete in wenigen Momenten den kompletten PKW, der vollständig ausbrannte. Die Lösch- und Bergungsarbeiten gestalteten sich aufgrund des Elektroantriebs dort besonders zeitintensiv.
Silvesternacht: Zigarettenautomat gesprengt
An der Schlachthofstraße geriet ein Stapel Europaletten unter einem Unterstand in Flammen, rund zwei Stunden beschäftigte dieser Einsatz die Feuerwehr, die ein Übergreifen auf den Gewerbebetrieb verhindern konnte.
An der Potsdamer Straße sprengten Unbekannte gegen 2.45 Uhr einen Zigarettenautomaten an einer Hausfassade. Der Automat wurde durch die Explosion bis auf den gegenüberliegenden Gehweg geschleudert, zudem entstand Sachschaden an einem geparkten Pkw. Besonders schwere Sachschäden wurden an der Schelerstraße in Wald verzeichnet, wo eine illegale Kugelbombe unter einem Mercedes GLE gezündet wurde.

Containerbrände und gefährliche Situationen im öffentlichen Raum
Neben zahlreichen Container- und Mülleimerbränden mussten Einsatzkräfte immer wieder brennende Feuerwerksreste auf Gehwegen ablöschen. An der Hasselstraße kam es zu mehreren mutmaßlich vorsätzlichen Brandstiftungen: Müllcontainer wurden angezündet und als Straßensperren auf die Fahrbahn gestellt. Zudem gerieten dort Gegenstände auf einem Balkon durch fehlgeleitete Feuerwerkskörper in Brand.
Die Feuerwehr konnte in diesem Bereich nur unter massivem Polizeischutz vorgehen, auch vor dem Hintergrund erheblicher Ausschreitungen in den Vorjahren. Dank des schnellen Eingreifens von Polizei und Feuerwehr konnte ein größerer Schaden verhindert werden.

Silvesternacht: Rettungsdienst stark gefordert
Der Rettungsdienst versorgte in der Nacht unter anderem drei Personen mit chirurgischen Verletzungen infolge unsachgemäßen Umgangs mit Feuerwerkskörpern. Um die hohe Einsatzbelastung zu bewältigen, wurde der Rettungsdienst durch zusätzliche Kräfte der Hilfsorganisationen DRK, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst verstärkt. Auch die integrierte Leitstelle Solingen/Wuppertal wurde aufgrund des erhöhten Notrufaufkommens personell aufgestockt.
Trotz der Vielzahl an Einsätzen spricht die Feuerwehr insgesamt von einer vergleichsweise moderaten Silvesternacht und bedankt sich ausdrücklich bei der Solinger Bevölkerung für umsichtiges und verantwortungsbewusstes Verhalten. Die Ermittlungen zu Brandursachen und möglichen Straftaten liegen bei der Polizei.




















































