Website-Icon Das SolingenMagazin

Bergische IHK: Wirtschaftsaussichten trüben sich deutlich ein

Der Solinger Unternehmer Henner Pasch ist Präsident der Bergischen IHK. (Foto: © Bastian Glumm)

Der Solinger Unternehmer Henner Pasch ist Präsident der Bergischen IHK. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Die wirtschaftliche Stimmung im Bergischen Land bleibt angespannt. Während Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage im Frühjahr 2026 ähnlich negativ einschätzen wie bereits zu Jahresbeginn, haben sich die Erwartungen für die kommenden Monate spürbar verschlechtert. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Bergischen IHK hervor, an der sich 492 Unternehmen mit rund 19.200 Beschäftigten beteiligt haben.

Wirtschaft blickt pessimistisch in die Zukunft

Nur 18 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als „gut“, die Hälfte bezeichnet sie als „befriedigend“, während 32 Prozent sie als „schlecht“ einschätzen. Der Geschäftslageindex liegt mit minus 13,4 Punkten nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. Deutlich pessimistischer fällt dagegen der Blick in die Zukunft aus: 35 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Lage, lediglich 14 Prozent erwarten eine Verbesserung.

„Der erhoffte Aufschwung rückt damit in weite Ferne. Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten treffen nahezu alle Branchen“, betont IHK-Präsident Henner Pasch. Als große Belastung nennen viele Unternehmen insbesondere die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. Rund 74 Prozent der Befragten sehen darin ein Risiko für ihren wirtschaftlichen Erfolg – ein deutlicher Anstieg um 23 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahresbeginn. Gleichzeitig belastet der Energiepreisanstieg nach Einschätzung der IHK die Kaufkraft der Verbraucher.

Unternehmen sehen zunehmende Risiken

Auch das Investitionsklima leidet unter den aktuellen Entwicklungen. Mehr als die Hälfte der Industriebetriebe plant nach Angaben der IHK, ihre Ausgaben für Maschinen und Anlagen im laufenden Jahr zu reduzieren. „Die Deindustrialisierung setzt sich unvermindert fort. Die Unternehmen beklagen außerdem den Reformstau bei Steuern und Abgaben, der Energiepolitik und dem Bürokratieabbau“, macht Pasch deutlich.

Fast zwei Drittel der Unternehmen betrachten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen inzwischen als eines der größten Risiken für ihre Geschäftsentwicklung, ein neuer Höchstwert in der IHK-Konjunkturumfrage. Zusätzlich bereitet vielen Betrieben die schwache Inlandsnachfrage Sorgen. Sechs von zehn Unternehmen nennen diesen Punkt als Risiko – der höchste Wert seit der Corona-Krise.

Handel und Gastronomie besonders unter Druck

Je nach Branche zeigt sich die Situation unterschiedlich. Der Großhandel bildet weiterhin das Schlusslicht und berichtet über deutliche Umsatzeinbußen. Im Verkehrsgewerbe haben sich die Rahmenbedingungen durch stark gestiegene Treibstoffkosten verschlechtert.

Auch Einzelhandel und Gastronomie kämpfen laut Umfrage mit einer zurückhaltenden Konsumstimmung. Im Gastgewerbe kommt zusätzlich der steigende Mindestlohn als Belastungsfaktor hinzu. Lediglich der Dienstleistungsbereich zeigt sich bislang etwas stabiler. Dennoch hinterlassen die Entwicklungen auch dort Spuren: 30 Prozent der Dienstleister rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Auswirkungen auf Arbeitsmarkt erwartet

Im Städtevergleich beurteilen Unternehmen in Remscheid ihre derzeitige Geschäftslage noch negativer als Betriebe in Solingen und Wuppertal. Gleichzeitig blicken sie etwas weniger pessimistisch auf die kommenden Monate als die Unternehmen in den Nachbarstädten.

Die eingetrübten Aussichten könnten sich nach Einschätzung der IHK auch auf Beschäftigung und Ausbildung auswirken. „Rund ein Viertel der IHK-zugehörigen Betriebe beabsichtigt, im Jahr 2026 Stellen zu streichen. Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse wird sinken“, so der IHK-Präsident abschließend.

Die mobile Version verlassen