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Bettina Heinen-Ayech: Ausstellung in der Wasserburg Haus Graven

Bettina Heinen-Ayech beim Malen, 1978. (Foto: © Jacques Gré)

Bettina Heinen-Ayech beim Malen, 1978. (Foto: © Jacques Gré)

Der Förderverein Wasserburg Haus Graven e. V. präsentiert in Langenfeld eine wunderbare Ausstellung mit Arbeiten von Bettina Heinen-Ayech (1937–2020) sowie den Protagonisten der Solinger Künstlerkolonie Erwin Bowien (1899–1972) und Amud Uwe Millies (1932–2008). Die drei waren die wichtigsten Künstler der historischen Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“. Als bedeutende Vertreter der Pleinair-Malerei erlangten die Landschaftsmaler mit ihren ausdrucksstarken Werken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts internationale Anerkennung.

 Bettina Heinen-Ayech und ihr Lebenswerk stehen derzeit wieder im Zentrum des Interesses der Kunstwelt. Es findet eine Renaissance dieser bedeutenden Malerin statt. Dies dokumentieren zahlreiche Artikel in Kunstmagazinen, diverse umfangreiche monographische Ausstellungen sowie zahlreiche posthume Auszeichnungen. Dazu zählt auch die Aufnahme in den exklusiven Kreis der 50 bedeutendsten historischen Frauenpersönlichkeiten Nordrhein-Westfalens im Rahmen des Projekts „FrauenOrte NRW”.

Bettina Heinen-Ayech (1937-2020): Dänisches Selbstbildnis, 1958. (Foto: © Daniela Tobias)

Besonders spektakulär ist die Neupositionierung von Bettina Heinen-Ayech im internationalen „Pantheon-World-Projekt” des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort wird sie als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit gewürdigt und ihr Lebenswerk auf die Weltbühne gehoben. In Deutschland nimmt sie unter allen Malern der Geschichte den prominenten Platz 25 ein. Bei den Malerinnen liegt sie nach Gabriele Münter und vor Paula Modersohn-Becker auf Rang zwei.

Bereits im Alter von 18 Jahren erregte die Solinger Malerin Aufmerksamkeit, als sie an der ersten großen internationalen Kunstausstellung der jungen Bundesrepublik teilnehmen durfte – gemeinsam mit Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz. Die Pleinair-Malerin entwickelte einen ganz eigenen Aquarellstil. Nach intensiven Reisen durch Europa und einem längeren Aufenthalt in Ägypten ließ sie sich in Algerien nieder. Es waren vor allem ihr Mut, ihre unstillbare Neugier und ihr ungestümer Enthusiasmus, die es ihr ermöglichten, die Welt von Norwegen bis Sylt und von Paris bis Algerien immer wieder neu zu sehen und malerisch zu erfassen. Ihr Leben glich einem Abenteuerroman, den sie ganz der Malerei und der Völkerverständigung widmete.

Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) Agaven am Lago Maggiore, Aquarell auf Papier, 1955, (Foto: © Daniela Tobias)

Bettina Heinen-Ayech wuchs als Tochter des Journalisten und Dichters Hanns Heinen (1895–1961) und der Solinger Salondame Erna Heinen-Steinhoff (1898–1969) in den Häusern der Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ auf. Bereits Anfang der 1920er Jahre gründete die gebildete und emanzipierte Erna Heinen-Steinhoff zusammen mit ihrem Mann Hanns Heinen in Solingen einen kulturellen und literarischen Salon im Stil des 19. Jahrhunderts.

Dieser fand in den Gebäuden der Solinger Künstlerkolonie statt. Die Häuser trugen die einprägsamen Namen „Rotes Haus” und „Schwarzes Haus”. Im „Schwarzen Haus” verkehrten berühmte Persönlichkeiten wie die Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore (1861–1941) aus Indien und Sigrid Undset (1882–1949) aus Norwegen.

Gebäude der Künstlerkolonie Solingen. (Foto: © Bettina Heinen-Ayech Foundation)

Ende der 1920er Jahre lernte das Ehepaar Heinen den Maler Erwin Bowien (1899–1972) kennen. Dieser bereicherte nach dem Krieg – zwischenzeitlich war er ins holländische Exil gegangen – den Salon um eine Malergemeinschaft.  Zusammen mit Bettina Heinen-Ayech (1937–2020), der Tochter des Hauses, und dem Künstler Amud Uwe Millies (1932–2008) bildete er das „Maler-Dreigestirn“ von Solingen.

Sie ließen das alte Ideal der Landschaftsmalerei wiederaufleben. Entgegen dem Trend zur Abstraktion in der zeitgenössischen Kunst malten sie gegenständlich und sahen sich in der Tradition der klassischen Pleinair-Malerei und der großen Künstlerkolonien der Jahrhundertwende. Gemalt wurde stets in der Natur, um das Gesehene vollständig zu erfassen und das jeweilige Licht und die Atmosphäre in ihrer Gesamtheit unmittelbar einzufangen.

Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) Mädchen in der Wüste, 1962. (Foto: © Daniela Tobias)

Ausstellung vom 12. April bis 5. Juli 2026

Die Ausstellung „Bettina Heinen-Ayech und die Künstlerkolonie Solingen“ präsentiert zahlreiche Werke des Solinger Malerdreigestirns und deren Blick auf die Welt.

Besuchen Sie die wunderbare Ausstellung Bettina Heinen-Ayech und die Künstlerkolonie Solingen, Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und Feiertag von 14.00 bis 17.00 Uhr, Eintritt frei.

Weitere Informationen über die Ausstellung und die Solinger Künstlerkolonie erhalten Sie bei: www.haus-graven.de oder www.bettina-heinen-ayech-foundation.com.

Wasserburg Haus Graven. (Foto: © Thomas Wölfer)

 

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