
SOLINGEN (bgl) – Mit einer Feierstunde ist am Samstagnachmittag der Erweiterungsbau am Gerätehaus der Löscheinheit 8 in Solingen-Burg offiziell übergeben worden. Feuerwehrleiter Sebastian Wagner ordnete die Maßnahme als gezielte funktionale Verbesserung für einen besonderen Standort ein, vor allem mit Blick auf die vielen medizinischen Ersteinsätze der Einheit. Zur Feierstunde kam unter anderem Oberbürgermeister Daniel Flemm nach Oberburg, um den symbolischen Schlüssel an die Freiwillige Feuerwehr zu übergeben.
„First Responder“ als Einsatzschwerpunkt in Burg
Die Burger Einheit fährt regelmäßig Einsätze zur medizinischen Erstversorgung als „First Responder“, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Feuerwehrchef Sebastian Wagner beschreibt den Auftrag so: „Das ist eben besagte Unterstützung für den Rettungsdienst, um einfach das Zeitintervall zu überbrücken, bis dieser eintrifft.“ Gerade diese ersten Minuten seien entscheidend.
„Die Zeitphase, bis tatsächlich der Rettungswagen eintrifft, kann auf diese Weise verkürzt werden“, sagte Wagner. Viele Einsatzkräfte wohnten in der Nähe des Gerätehauses und könnten deshalb besonders schnell ausrücken. Das verkürze die therapiefreien Intervalle deutlich. In konkreten Fällen habe das frühe Eingreifen bereits Leben gerettet, etwa bei Reanimationen, die ohne diese Minuten Vorsprung deutlich schlechtere Verläufe genommen hätten.

Neuer Stellplatz für medizinisches Einsatzfahrzeug
Für diese Einsätze steht der Einheit ein eigener Pkw mit medizinischer Ausstattung zur Verfügung. „Dafür haben wir ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt und medizinisches Equipment, sodass tatsächlich immer eine sehr fundierte Erste Hilfe geleistet werden kann“, zeigte Sebastian Wagner auf. Bislang war das medizinische Einsatzfahrzeug gemeinsam mit zwei Großfahrzeugen in der bestehenden Halle untergebracht, die jedoch nur zwei reguläre Stellplätze hat. „Das war zu eng, das ging auf Dauer so nicht“, machte Wagner deutlich. Der neue Hallenteil schafft hier Abhilfe. Einer der neuen Plätze ist fest für das medizinische Fahrzeug vorgesehen.
Mit dem Erweiterungsbau wurde zugleich ein weiteres Defizit am Standort behoben. Bisher gab es in Burg keine eigene Notstromversorgung für das Gerätehaus. Wagner: „Die Notdtromversorgung ist jetzt sichergestellt durch ein mobiles Gerät als Anhänger.“ Das Aggregat könne bei Bedarf aus der Halle gezogen und zur Einspeisung genutzt werden, sodass der Standort auch bei großflächigen Stromausfällen arbeitsfähig bleibe. Das gerät belegt den zweiten Stellplatz im Erweiterungsbau.
380.000 Euro Gesamtkosten und Massivbau wegen Hanglage
Die Gesamtkosten bezifferte Sebastian Wagner auf rund 380.000 Euro. „Eben nicht nur für das Gebäude, sondern auch für das Außengelände mit. Da ist relativ viel gemacht worden“, sagte er und verwies auf die notwendigen Stützwände. „Stützwand an der Seite, Gewichtsstützwand nach hinten.“ Wegen der Hanglage sei bewusst kein Fertigbau errichtet worden, „sondern ein ordentlicher Massivbau, sehr, sehr stabil ausgeführt“, erklärte Solingens Feuerwehrchef.

Die ersten Weichen für das Projekt wurden bereits mit dem Feuerwehr-Bedarfsplan 2020 gestellt. Konkret projektiert wurde der Erweiterungsbau ab 2023 mit Architektenplanung und Ausschreibung. Der sichtbare Baubeginn lag im Sommer 2025. „Die haben im Juli angefangen“, so Wagner. Die eigentliche Bauzeit habe rund ein halbes Jahr betragen, rechtzeitig vor Jahresende war der Bau fertig
Besondere Rolle der Einheit in Burg
Die Löscheinheit 8 zählt derzeit 27 aktive Mitglieder und fährt rund 150 Einsätze pro Jahr, davon etwa 100 medizinische Notfälle. Wegen der besonderen Lage am Stadtrand wird sie regelmäßig parallel zur Berufsfeuerwehr alarmiert. Wagner nennt die Löschgruppe deshalb „tatsächlich schon eine besondere Einheit der Freiwilligen Feuerwehr in Solingen“.
Zur Ausstattung gehören ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug sowie der Pkw für die medizinischen Notfalleinsätze. Beim Tanklöschfahrzeug kündigte Wagner eine bevorstehende Ersatzbeschaffung an: Das vorhandene Fahrzeug sei sehr alt und man hoffe, „dass zum Jahresende, Anfang nächsten Jahres Neufahrzeuge da sind“.


































