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Solingen: Gefiederter Nachwuchs im Vogelpark

Das Kolkrabenpaar Thea und Horst hat wieder Nachwuchs. Vier hungrige Jungtiere rufen unentwegt nach Futter. (Foto: © Martina Hörle)

Das Kolkrabenpaar Thea und Horst hat wieder Nachwuchs. Vier hungrige Jungtiere rufen unentwegt nach Futter. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Im Solinger Vogel- und Tierpark herrscht aktuell Hochbetrieb. Zwischen dem ersten Nachwuchs des Jahres und ambitionierten Zuchtprojekten bereitet sich das Team auf ein besonderes Highlight vor: Den ersten offiziellen Patentag am 1. Mai.

Besonders groß ist die Freude über das traditionsreiche Kolkrabenpaar Thea und Horst. Vor etwa anderthalb Wochen sind in ihrem Nest vier Küken geschlüpft. Während Mutter Thea ihre Jungen unermüdlich füttert, hält Vater Horst aus der Distanz wachsam Ausschau.

Kolkraben-Quartett mit großem Hunger

Kolkraben beeindrucken nicht nur durch ihre lebenslange Monogamie, sondern vor allem durch ihre außergewöhnliche Intelligenz. Damit die Jungtiere ihre natürlichen Instinkte behalten, reduzieren die Pfleger den Kontakt zum Menschen auf ein Minimum. Das Ziel ist klar definiert: Die weiblichen Jungvögel sollen später in ein Auswilderungsprojekt überführt werden, um den wilden Bestand dieser faszinierenden Vögel zu stärken.

Elf kleine Indische Laufenten sind geschlüpft. Die quirlige Bande wird bald ins Außengehege überwechseln. (Foto: © Martina Hörle)

Seit dem vergangenen Wochenende herrscht im Entenkindergarten Trubel: Elf Indische Laufenten sind geschlüpft und erkunden mit ihrem charakteristischen, pinguinartigen Gang ihre Umgebung. Die Küken erweisen sich als äußerst neugierig und besitzen einen gesunden Appetit – am liebsten wird direkt im Futternapf gespeist.

Da die Indische Laufente auf der Roten Liste (Vorwarnliste) geführt wird, ist dieser Zuchterfolg für den Park besonders wertvoll. Wer die lebhafte Truppe beobachten möchte, muss sich nicht mehr lange gedulden: Pünktlich zu Pfingsten sollen die Enten ihr Außengehege beziehen.

Elf Laufenten auf Entdeckungstour

Auch hinter den Kulissen wird an der Zukunft seltener Rassen gearbeitet. Im Brutkasten des Parks liegen derzeit 20 Eier des „Bergischen Schlotterkamms“. Diese traditionsreiche Hühnerrasse gehört zu den ältesten Deutschlands, gilt heute jedoch als stark gefährdet.

Im Brutkasten liegen derzeit 20 Eier der Rasse „Bergischer Schlotterkamm“. In spätestens 10 Tagen werden die ersten Küken schlüpfen. (Foto: © Martina Hörle)

„Es ist mittlerweile eine Herausforderung, überhaupt noch Bruteier dieser Rasse zu bekommen“, betont Tierparkleiterin Janett Heinrich. Die ersten Küken werden nach einer Brutzeit von 21 Tagen schlüpfen. Ziel ist es, im nächsten Jahr eine eigene stabile Zuchtlinie aufzubauen und so einen aktiven Beitrag zum Erhalt des bergischen Kulturguts zu leisten.

Einladung zum ersten Patentag am 1. Mai

Ein besonderes Datum sollten sich Tierfreunde rot im Kalender markieren: Am 1. Mai veranstaltet der Park seinen ersten Patentag. Zwischen 9:00 und 18:00 Uhr erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Programm:

Führungen durch den Park finden um 11 Uhr sowie um 14:30 Uhr statt. Zusätzlich werden im Laufe des Tages mehrere Schaufütterungen angeboten. Ein Infostand informiert über die Arbeit des Vereins. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die eifrigen Kuchenbäckerinnen des Parks haben reichlich vorbereitet. Der gesamte Erlös kommt direkt dem Tierpark und seinen Tieren zugute.

Ob Kolkraben, Laufenten oder seltene Hühnerrassen – der Frühling im Solinger Vogel- und Tierpark zeigt eindrucksvoll, wie eng Tierliebe, Nachwuchsförderung und Artenschutz miteinander verbunden sind. Besucher erwartet in diesen Wochen ein besonders lebendiger Park mit vielen kleinen Stars auf zwei und bald auch auf vier Beinen.

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