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„Krieg und Frieden“ – Werke des Künstlers Christian von Grumbkow

Am vergangenen Freitag fand in der Galerie ART-ECK die Vernissage der Ausstellung „Krieg und Frieden“ statt. Christian von Grumbkow präsentierte Werke, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine entstanden sind. (Foto: © Martina Hörle)

Am vergangenen Freitag fand in der Galerie ART-ECK die Vernissage der Ausstellung „Krieg und Frieden“ statt. Christian von Grumbkow präsentierte Werke, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine entstanden sind. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – In der Ausstellung „Krieg und Frieden“, die am letzten Freitag in der Galerie ART-ECK im Rahmen des Lichterzaubers eröffnet wurde, zeigt der Wuppertaler Künstler Christian von Grumbkow Arbeiten zwischen Emotion und Kontemplation. Als Farbmaler, wie er sich selbst bezeichnet, setzt der Künstler auf kontrastreiche Effekte. So arbeitet er vielfach mit den Komplementärfarben Rot und Grün, geht damit auf die derzeit herrschenden Kontraste im Zeitgeschehen ein. Seine Bilder entwickeln sich nicht konzeptionell, sondern im malerischen Prozess.

Von Grumbkow zeigt malerisches Kontrastprogramm

„Was in den letzten Monate geschehen ist, hat bei mir Wut und Trauer ausgelöst“, beschreibt von Grumbkow seine Emotionen. Dabei geht er verstärkt auf den im Februar von Russland eröffneten Krieg gegen die Ukraine ein. 1946 geboren, hat er selbst ein zerstörtes Umfeld erlebt. Das hat ihn ein Stück weit traumatisiert, gibt er zu. Im Zusammenhang mit der Russischen Invasion entstanden eine Reihe emotionaler Bildäußerungen. Der Künstler hat sich damit beschäftigt, seine Wut künstlerisch zu verarbeiten, um sie auf diese Weise in den Griff zu bekommen. Das Gefühl war so stark, dass es ihn nicht mehr schlafen ließ. Er fixierte sich total auf dieses furchtbare Ereignis.

Galerist und Künstler Dirk Balke (li.) freut sich, dass Christian von Grumbkow seine neuesten Arbeiten in der Galerie ART-ECK ausstellt. Hier erläutern die beiden Künstler sowohl ihre malerischen als auch ihre weltlichen Eindrücke zu Kontrasten. (Foto: © Martina Hörle)

„Farbe ist ja der Träger von Emotionen“, betont er, „auf diese Weise kann ich meinen Frust da hineinpacken.“ Nicht umsonst trägt die Ausstellung den Titel „Krieg und Frieden“. Damit öffnet der Künstler den Blick in seine Gefühlswelt. Die Arbeiten bekommen, gewissermaßen zum Ausgleich, einige monochrome, vornehmlich grünfarbige, kontemplativere Bilder an die Seite gestellt. So wird der Betrachter einem interessanten Wechselbad von Emotion und Kontemplation ausgesetzt.

Farbe als Träger von Emotionen

Seine Vorgehensweise beschreibt v. Grumbkow so: „Ich bemale die Leinwand zunächst mit den Händen oder einem großen Pinsel. Erst im zweiten Schritt ordne ich das Chaos, bearbeite es unter anderem mit einem Kammspachtel.“ In den ersten Tagen des Krieges war er derart aufgewühlt, dass es ihm gar nicht darum ging, Kunst zu machen. Es war pure subjektive Gefühlsreaktion, gibt er zu. Deshalb habe er vorwiegend die Farbe Grün gewählt. „Grün ist eine entspannende Farbe. So bringe ich mich selbst wieder ins Gleichgewicht – erst emotional, dann kontemplativ.“

Christian von Grumbkow hat in diesen Arbeiten verstärkt die Farbe Grün eingesetzt. „Grün ist eine entspannende Farbe.“ (Foto: © Martina Hörle)

„Der Rot-Grün-Kontrast ist einer der stärksten Kontraste“, ergänzt Galerist Dirk Balke und betont, dass ein stärkerer Kontrast als Krieg und Frieden wohl nicht vorstellbar sei. Auch deshalb freut es Balke, dass diese Ausstellung derzeit in seiner Galerie zu besichtigen ist. Doch Balke führt auch an, wie wichtig es ist, das Gleichgewicht zu halten. „Wir konnten uns ein Jahr zuvor eine derartige Situation nicht vorstellen. Da überfällt ein Despot ein souveränes Land, gar nicht weit weg von uns. Doch das Leben geht einfach weiter. Wir erleben ebenso das Zersetzen einer Gesellschaft, in der immer wieder Leute in Hysterie andere aufstacheln und auch auf diese Weise vieles aus dem Lot gerät. Aber man darf stimmungs- und gefühlsmäßig nicht in dieser Situation versinken. Trotz der Krise sollte man nicht vergessen, zu leben.“ Mit diesen Worten weist er auf das gerade stattfindende Lichterfest hin und betont, wie glücklich die Menschen seien, nach zwei Jahren Pause endlich wieder dieses schöne und stimmungsvolle Fest feiern zu können.

Gleichgewicht erst malerisch, dann kontemplativ

Die Ausstellung „Krieg und Frieden“ ist bis zum 9. Oktober 2022 in der Galerie ART-ECK zu besichtigen.

Öffnungszeiten:
nach Vereinbarung und
freitags 14 – 19 Uhr
samstags 10 – 14 Uhr

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