SOLINGEN (red) – Der Verein MitteSchmiede Solingen sieht in der neuen Strategie für die Innenstadt einen ersten Schritt. Die Stadtverwaltung hatte im September die knapp 60-seitige Broschüre „Strategie Innenstadt Solingen – Zukunftsbild“ veröffentlicht. Darin geht es unter anderem darum, wie sich die Innenstadt bis 2040 entwickeln könnte.
In ihrem aktuellen „UpdateMitte“ beschäftigt sich der Stadtteilverein mit mehreren Themen, die für die Zukunft des Zentrums wichtig sind: mit der Beteiligung der Stadtgesellschaft, bezahlbarem Wohnraum, der Begrünung von Fassaden und der Frage, wie die Entwicklung des Alten Bahnhofs benannt und gesteuert wird.
Zukunftsbilder für einzelne Quartiere
Die Strategie soll nicht nur ein einziges Zukunftsbild für die gesamte Innenstadt entwerfen. Stattdessen will die Verwaltung einzelne Teilräume und Quartiere betrachten. Im November sollen dazu Workshops mit Akteuren aus der Innenstadt und der Zivilgesellschaft beginnen. Die MitteSchmiede begrüßt diesen Ansatz. Die Aufteilung in kleinere Bereiche könne helfen, die Innenstadt konkreter zu betrachten und die jeweiligen Besonderheiten stärker herauszuarbeiten. Zugleich betont der Verein, dass die geplanten Bilder nicht bei allgemeinen Vorstellungen stehen bleiben dürften. Entscheidend werde sein, ob daraus konkrete Schritte für die Quartiere entstünden und ob die Menschen vor Ort dauerhaft einbezogen würden.
Auch die Frage nach bezahlbarem Wohnraum nimmt breiten Raum im Update ein. Die MitteSchmiede greift dabei eine frühere Aussage der Stadt auf, wonach die Innenstadt für Menschen mit Migrationshintergrund besonders viel bezahlbaren Wohnraum biete. Zugleich habe die Stadt eine gezielte Konzentration geflüchteter Menschen auf einzelne Stadtteile verneint.
Für den Verein ergibt sich daraus die Frage, wie sich eine soziale Durchmischung erreichen lässt, ohne die bisherige Bewohnerschaft zu verdrängen. Die MitteSchmiede spricht sich für eine Sozialraumplanung aus, die nicht an der Innenstadtgrenze endet. Bezahlbarer und öffentlich geförderter Wohnraum müsse aus Sicht des Vereins in der gesamten Stadt mitgedacht werden.
Fassadenbegrünung: Stadt soll mit eigenen Gebäuden vorangehen
Ein weiteres Thema ist das städtische Begrünungskonzept. Neben Bäumen, Stauden und Gehölzen sieht es auch Fassadengrün vor. Die MitteSchmiede weist darauf hin, dass für die Umsetzung private Immobilieneigentümer gewonnen werden müssten. Bisher gebe es nach Angaben des Vereins jedoch kaum sichtbare Beispiele für begrünte Fassaden. Die MitteSchmiede regt deshalb an, städtische Gebäude als Vorbilder zu nutzen. Besonders das Kerstinghaus führt sie als mögliches Beispiel an. Die Stadt könne dort zeigen, wie eine Begrünung aussehen könnte, und zugleich Impulse für private Eigentümer geben.
Kritisch setzt sich der Verein außerdem mit der Bezeichnung „Neue Mitte“ für ein Nutzungskonzept am Alten Bahnhof im Südpark auseinander. Die MitteSchmiede sieht die Gefahr, dass dadurch der Eindruck eines neuen Stadtzentrums entstehen könnte. Sie betont, dass es ihr nicht darum gehe, die Entwicklung des Südparks oder die dortigen Akteure grundsätzlich infrage zu stellen. Vielmehr müsse die Stadt nach Ansicht des Vereins darauf achten, wie sich unterschiedliche Projekte auf die Solinger Innenstadt und die Stadtteile auswirkten.
Vorstand im Amt bestätigt
Das Update berichtet auch über die Jahreshauptversammlung der MitteSchmiede am 5. Oktober in der Gläsernen Werkstatt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Neu hinzugekommen ist Götz Schwammekrug, der künftig als Geschäftsführer tätig ist. Dr. Guido Eusani bleibt Vorsitzender, Nike von Mueller stellvertretende Vorsitzende und Christina Schmidt Schatzmeisterin.
Die MitteSchmiede will nach eigenen Angaben weiterhin Veranstaltungen im öffentlichen Raum organisieren und sich in die Diskussion um die Entwicklung der Innenstadt einbringen. Die neue Strategie sei ein Anfang, an dem nun gemeinsam weitergearbeitet werden müsse.




