SOLINGEN (mh) – Vor einer Woche sind im Solinger Vogel- und Tierpark drei neue Bewohner eingezogen: Pommernenten. Damit setzt der kleine Tierpark seine langjährige Tradition fort, seltene und gefährdete Nutztierrassen zu halten und zu erhalten. Bereits seit vielen Jahren leben dort Pommerngänse – nun fiel die Wahl passend dazu auf die ebenso seltenen Pommernenten.
Pommernenten – seltene und gefährdete Rasse
„Es sollte eine vom Aussterben bedrohte Rasse sein“, erklärt die leitende Tierpflegerin Janett Heinrich. Der Vogelpark engagiert sich schon seit längerer Zeit aktiv für den Erhalt alter Haustierrassen und ist Mitglied der GEH, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Neben den neuen Enten leben im Tierpark unter anderem bereits Thüringer Waldziegen, Bentheimer Landschafe und Cröllwitzer Puten.
Die Suche nach passenden Tieren führte schließlich in den Raum Augsburg. Nach einem sehr freundlichen Kontakt machten sich Mitglieder des Vogelparks persönlich auf den Weg, um die neuen Bewohner abzuholen.
Schon bei ihrer Ankunft zogen die Tiere alle Blicke auf sich. Die Pommernenten gelten als außergewöhnlich schöne Tiere. Besonders auffällig ist ihr blaues Gefieder mit der breiten weißen Brust und der dunklen Schattierung am Kopf. Zwar existiert die Rasse auch in anderen Farbschlägen, doch für Janett Heinrich steht fest: „Die blaue Färbung ist die schönste.“
Die drei Enten bringen nicht nur ein prächtiges Erscheinungsbild mit, sondern auch ihre eigenen Namen. Die Vorbesitzerin hatte die Tiere bereits getauft – und so hören der Erpel Gustav sowie die beiden Entendamen Merle und Merlinde schon erstaunlich gut auf ihre Namen.
Gustav, Merle und Merlinde
Besonders Gustav fällt durch seinen deutlich dunkleren Kopf auf. Bei den weiblichen Tieren sorgt hingegen Merlinde für einen besonderen Hingucker: Sie wirkt, als trage sie weißen Lidschatten.
Alle drei Tiere sind erst im Februar geschlüpft, haben sich aber bereits prächtig entwickelt. Von der Größe her sind sie nahezu ausgewachsen, lediglich an Körperbreite werden sie noch zulegen. Zwar stammen sie nicht aus demselben Gelege, wurden jedoch gemeinsam im Brüter großgezogen. Dadurch ist ein eng verbundenes Trio entstanden, das stets zusammenbleibt.
Vor allem Besucher scheinen die drei Pommernenten äußerst spannend zu finden – und umgekehrt. Sobald Menschen in ihrer Nähe sind, beginnt ein leises, aber nahezu ununterbrochenes Geschnatter. Fast wirkt es, als wollten die Tiere ihren Gästen unbedingt etwas Wichtiges mitteilen. Sind sie dagegen allein, wird es meist ruhig.
Echte Plaudertaschen
Für einen kleinen Lacher sorgte direkt der erste Morgen nach dem Einzug. Die Tierpfleger wollten die neuen Bewohner früh beim Erkunden ihrer Anlage filmen – doch von den Enten war weit und breit nichts zu sehen. Die Erklärung kam prompt von der Vorbesitzerin: Die Tiere seien ausgesprochene Langschläfer. Mittlerweile haben sich Gustav, Merle und Merlinde jedoch an den Tagesrhythmus ihres neuen Zuhauses gewöhnt. Inzwischen stehen sie früh auf – schließlich möchte man möglichst schnell am Futter sein.
Langfristig sollen die Pommernenten gemeinsam mit den Warzenenten des Tierparks eine Anlage bewohnen. Bis dahin wird jedoch noch etwas Zeit vergehen.
Auch bei den Warzenenten gibt es derzeit viel Nachwuchs und spannende Entwicklungen. Der Warzenerpel hatte längere Zeit allein gelebt, nachdem seine Partnerin verstorben war. Inzwischen hat er jedoch wieder Gesellschaft bekommen – und zwar gleich mit einer Familie. Seine neue Gefährtin brachte elf Küken mit in den Vogelpark.
Gemeinsames Zuhause mit Warzenenten geplant
Anfangs beobachtete der Erpel das turbulente Familienleben lieber aus sicherer Entfernung, meist von einem Ast aus. Doch nach und nach beteiligt er sich nun ebenfalls am Alltag der kleinen Familie. Besonders aufmerksam achtet er darauf, dass niemand seiner neuen Partnerin zu nahe kommt.
Die Entenmutter kümmert sich fürsorglich um ihre elf Küken, die als typische Nestflüchter bereits am ersten Lebenstag ihrer Mutter überallhin folgen – sowohl an Land als auch auf dem Wasser. Während Muttertier und Nachwuchs dunkles Gefieder tragen, präsentiert sich der Erpel mit strahlend weißen Federn. Sein leuchtend roter Schnabel und Kamm machen ihn zusätzlich zu einem imposanten Erscheinungsbild. Warzenerpel können ein Gewicht von bis zu sechs Kilogramm erreichen, weibliche Tiere bleiben etwa halb so schwer.
Wer die neuen Pommernenten und die übrigen tierischen Bewohner aus nächster Nähe erleben möchte, hat am kommenden Wochenende die perfekte Gelegenheit dazu. Dann findet im Solinger Vogel- und Tierpark wieder das traditionelle Pfingstfest statt.
Pfingstfest bietet beste Gelegenheit zum Kennenlernen
Das jährliche Fest gilt als größte Familienveranstaltung des Tierparks und lockt regelmäßig zahlreiche kleine und große Tierfreunde an. Neben vielen Begegnungen mit den Tieren erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm rund um Natur, Tierwelt und Familienunterhaltung.
Öffnungszeiten zu Pfingsten:
Pfingstsonntag, 24. Mai, und Pfingstmontag, 25. Mai 2026, jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr

