
SOLINGEN (bgl) – In unserer neuen Interviewreihe werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Kinderklinik im Klinikum Solingen – genauer gesagt auf das Herzstück jeder Station: das Pflegepersonal. Ob auf der Kinderintensivstation, bei der Versorgung von Frühgeborenen oder im Notfall – die Pflegekräfte leisten tagtäglich hochprofessionelle und gleichzeitig zutiefst menschliche Arbeit. Wir sprechen mit den Menschen, die sich mit viel Herzblut um junge Patientinnen und Patienten kümmern, ihre Geschichten erzählen und Einblicke in einen anspruchsvollen, aber erfüllenden Beruf geben.
Steckbrief: Ivonne Friedrichs
- Vor – und Nachname: Ivonne Friedrichs
- Alter: 40 Jahre
- Funktion & Berufsbezeichnung: Krankenschwester
- Im Team seit: 2023
- Ausbildung/Qualifikation: 2006-2009 Ausbildung zur Krankenschwester
- Lieblingsarbeitsplatz: Bei den Frühchen (typischer Einsatzort: Kreißsaal)
- Hobbys: Familie, Freunde und Backen
Frau Friedrichs, was hat Sie motiviert, Ihren Beruf zu ergreifen – und was begeistert Sie heute noch daran?
Schon früh wusste ich, dass ich den Beruf Krankenschwester ausüben wollte. Besonders die Arbeit im medizinischen Bereich hat mich fasziniert, weil sie Fachwissen, Empathie und praktisches Handeln verbindet. Die Entscheidung, Krankenschwester zu werden, fiel mir leicht, denn die Vorstellung, für Menschen da zu sein und ihnen mit meiner Hilfe wieder mehr Lebensqualität zu schenken, bestärkte mich bei meiner Berufswahl.
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus – und welche Aufgaben machen Ihnen dabei besonders Spaß?
Mein Arbeitsalltag beginnt damit, dass ich nach der Übergabe Kinder übernehme. Ich überwache die Vitalzeichen, verabreiche Medikamente und assistiere bei ärztlichen Tätigkeiten. Manche Frühgeborenen benötigen besondere Unterstützung bei der Atmung, die genau überwacht wird. Es kann jederzeit zu Notfällen kommen – dann werde ich in den Kreißsaal oder Schockraum gerufen. In manchen Fällen begleite ich die kleinen Patienten im Rettungswagen in eine oder von einer anderen Klinik zu uns. Besonders viel freude macht mir die Arbeit mit den Frühchen. Es ist schön, ihre Fortschritte zu sehen und sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Gab es eine besondere Herausforderung in Ihrem Berufsleben, an der Sie gewachsen sind?
Eine große Herausforderung in meinem Beruf war der Wechsel von der Erwachsenen-Pflege auf die Kinderintensivstation. In meiner Tätigkeit auf der Kinderintensiv habe ich einige Herausforderungen erlebt, an denen ich persönlich und beruflich gewachsen bin. Trotz des oft hektischen und teils belastenden Alltags überwiegen die schönen Momente, etwa wenn sich der Zustand des Kindes verbessert, wenn ein kleines Lächeln zurückkehrt oder wenn eine Familie nach langer Zeit nach Hause darf.
Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit – und gibt es Dinge, die Sie auch mal mit Kollegen unternehmen?
In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Mit Kollegen von meiner alten Station habe ich immer noch Kontakt und treffe mich mit ihnen. Aus den Arbeitsverhältnissen mit den Kolleginnen haben sich teils auch Freundschaften entwickelt.
Was würden Sie jemanden sagen, der überlegt, in Ihrem Berufsfeld zu arbeiten?
Die Arbeit auf der Kinderintensivstation ist anspruchsvoll, aber auch unglaublich bereichernd. Man sollte sich bewusst sein, dass dieses Arbeitsumfeld sowohl medizinisch als auch emotional herausfordernd ist. Man wird mit schweren Krankheitsverläufen, kritischen Situationen und der Angst der Eltern konfrontiert. Es gibt auch schöne Momente – in denen man sieht wie Kinder kämpfen, sich erholen und schließlich gesund nach Hause gehen können. Wer auf der Kinderintensiv arbeiten möchte sollte einfühlsam, belastbar und teamfähig sein – und natürlich gerne mit Kinder / Frühchen arbeiten.
Vielen Dank!