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Rekord-Besucherzahl beim Sommerempfang der Bergischen IHK

Mitglieder des Präsidiums der Bergischen IHK mit Gästen beim Sommerempfang: v.li. Sven Wolf, (Oberbürgermeister Remscheid), Michael Wenge (IHK-Hauptgeschäftsführer), Daniel Flemm Oberbürgermeister Solingen), Henner Pasch (IHK-Präsident), Peer Steinbrück (Bundesfinanzminister a.D.), Katrin Becker, Dr. Andreas Groß , Dr. Roman Diederichs, Axel Blankennagel, Bärbel Beck, Jan Peter Coblenz und Peter Krämer. (Foto: © Bergische IHK)

Mitglieder des Präsidiums der Bergischen IHK mit Gästen beim Sommerempfang: v.li. Sven Wolf, (Oberbürgermeister Remscheid), Michael Wenge (IHK-Hauptgeschäftsführer), Daniel Flemm Oberbürgermeister Solingen), Henner Pasch (IHK-Präsident), Peer Steinbrück (Bundesfinanzminister a.D.), Katrin Becker, Dr. Andreas Groß , Dr. Roman Diederichs, Axel Blankennagel, Bärbel Beck, Jan Peter Coblenz und Peter Krämer. (Foto: © Bergische IHK)

WUPPERTAL (red) – Der Sommerempfang der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hat in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Mehr als 1.000 Gäste kamen in die Historische Stadthalle Wuppertal, um über die wirtschaftlichen Herausforderungen und Chancen Deutschlands sowie der bergischen Region zu diskutieren. Festredner des Abends war der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Krisen und Reformstau im Fokus

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die aktuellen Krisen, der vielfach beklagte Reformstau und die Frage, ob Deutschland die Kraft für einen neuen wirtschaftlichen Aufbruch besitzt. Trotz vieler Herausforderungen überwog bei den Gästen die Zuversicht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge sprach von einer „nicht enden wollenden Reihe von Herausforderungen“, die von geopolitischen Konflikten über hohe Energiepreise bis hin zur angespannten Finanzlage vieler Kommunen reichten. Gleichzeitig betonte er die Rolle der Bergischen IHK als aktiven Gestalter der Region. „Wir wollen nicht klagen, sondern Lösungen ermöglichen“, sagte Wenge. Zudem unterstrich er die Bedeutung der Bergischen Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal: „Ich freue mich sehr darauf, über die erste Hängebrücke über einer Großstadt zu gehen.“

Peer Steinbrück fordert mehr Reformbereitschaft

In seiner Festrede zeichnete der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ein umfassendes Bild der aktuellen Lage Deutschlands. Die viel zitierte Zeitenwende sei mehr als ein politischer Einschnitt und erfordere Anpassungsfähigkeit, Reformen und die Bereitschaft zu unbequemen Entscheidungen.

Deutschland habe sich aus seiner Sicht zu lange auf ein Geschäftsmodell verlassen, das heute nicht mehr funktioniere. Zur Veranschaulichung nutzte Steinbrück das Bild eines Motors: „Wir laufen derzeit auf fünf Zylindern, verfügen aber eigentlich über acht.“ Entscheidend sei nun, die vorhandenen Stärken konsequent zu nutzen und notwendige Reformen umzusetzen.

Steinbrück verwies dabei auf seine Mitarbeit in der Initiative für einen handlungsfähigen Staat, die Reformvorschläge für Politik und Verwaltung entwickelt hat. Viele dieser Vorschläge fänden sich inzwischen im Koalitionsvertrag wieder. Nun komme es auf die Umsetzung an. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zeigte sich Steinbrück optimistisch: „Deutschland ist schon einmal vom ,Kranken Mann Europas‘ zum ,Powerhouse‘ geworden – und das innerhalb weniger Jahre. Können Sie mir einen Grund nennen, warum das nicht wieder gelingen sollte?“

Chancen für die Region im Fokus

Im weiteren Verlauf des Abends rückte die Entwicklung der bergischen Städte in den Mittelpunkt. IHK-Präsident Henner Pasch sprach mit Moderatorin Sissi Hajtmanek über das IHK-Regionalradar. Mit diesem Instrument macht die Kammer kommunale Kennzahlen transparent und vergleicht Entwicklungen innerhalb der Region.

Pasch sieht insbesondere im demografischen Wandel Chancen für notwendige Veränderungen. Gerade in den Verwaltungen könnten neue Wege beschritten werden. „Die Oberbürgermeisterin und die Oberbürgermeister sind auf einem guten Weg“, sagte er. Die IHK verstehe sich dabei jederzeit als konstruktiver Sparringspartner.

Zuversicht trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Auch die anschließende Diskussionsrunde war geprägt von einem optimistischen Blick nach vorn. IHK-Vizepräsident Dr. Andreas Groß machte deutlich, dass trotz vieler Herausforderungen „nicht alles verloren“ sei. „Wir sind ein Standort mit Perspektive. Warum sollte uns der Wandel zu einer besseren Zukunft nicht gelingen?“ Besonders die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz sowie die hohe Kompetenz deutscher Ingenieure und Fachkräfte sieht Groß als wichtige Zukunftsfaktoren für den Wirtschaftsstandort.

IHK-Vizepräsidentin Katrin Becker sprach sich darüber hinaus für einen kommunalen Masterplan für die Innenstädte aus. Handel, Gastronomie und Dienstleistungsunternehmen könnten auf dieser Grundlage neue Konzepte entwickeln, um die Zentren langfristig attraktiv und lebendig zu halten.

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