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Schneid- und Haushaltwarenindustrie blickt vorsichtig optimistisch auf 2026

Besteck und Schneidwaren auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt: die Branche meldet für 2025 ein moderates Wachstum. (Foto: © Bastian Glumm)

Besteck und Schneidwaren auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt: die Branche meldet für 2025 ein moderates Wachstum. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Die deutsche Schneid- und Haushaltwarenindustrie zeigt sich trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen vorsichtig optimistisch. Das geht aus einer aktuellen Branchenanalyse hervor, die der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (IVSH) im Zuge der internationalen Konsumgütermesse Ambiente, die vergangenen Monat in Frankfurt stattfand, vorgestellt hat.

Demnach konnte die Branche im Jahr 2025 in allen Segmenten ein leichtes Wachstum verzeichnen. Sowohl bei Schneidwaren als auch bei Bestecken und Haushaltswaren stiegen Produktion und Umsatz moderat.

Leichte Zuwächse bei Produktion und Umsatz

Die Produktion von Schneidwaren legte um 1,2 Prozent zu, bei Bestecken um 2,16 Prozent und bei Haushaltswaren um 1,41 Prozent. Auch beim Umsatz wurden Zuwächse registriert: Schneidwaren erreichten ein Plus von rund 2,6 Prozent, Bestecke etwa 1,9 Prozent und Haushaltswaren sogar rund 4,2 Prozent.

Auffällig ist zugleich eine deutlich gestiegene Auslastung der Produktionskapazitäten im Inland. Lag diese Anfang 2025 noch bei rund 77 Prozent, erreichte sie Anfang 2026 bereits über 90 Prozent.

Importdruck durch Onlineplattformen wächst

Im Außenhandel zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. Zwar steigen auch die Exporte deutscher Produkte, gleichzeitig wachsen die Importe deutlich schneller. Besonders Produkte aus China, die häufig über große Onlineplattformen angeboten werden, drängen verstärkt auf den europäischen Markt.

IVSH-Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer (li.) und Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt vergangenen Monat. (Foto: © Bastian Glumm)

Der Branchenverband berichtet von Testkäufen über solche Plattformen. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche geprüfte Produkte europäische Verbraucher- und Produktsicherheitsvorschriften nicht vollständig erfüllten und teilweise sogar gesundheitsrelevante Grenzwerte überschritten. Für viele Unternehmen der Branche entsteht dadurch zusätzlicher Wettbewerbsdruck, da diese Produkte unter anderen Bedingungen in den Markt gelangen.

Vorsichtiger Optimismus trotz anhaltender Belastungen

Eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen zeigt ein insgesamt zurückhaltendes, aber nicht pessimistisches Stimmungsbild. Rund 48 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „mittelmäßig“, etwa ein Drittel spricht von einer guten Lage. Nur ein kleiner Teil stuft die Situation als sehr gut oder deutlich schlecht ein. Beim Blick auf die kommenden zwölf Monate überwiegt vorsichtiger Optimismus: Rund 45 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigenden Umsätzen, ein ähnlich großer Anteil erwartet eine stabile Entwicklung.

Zu den größten Herausforderungen zählen aus Sicht der Branche weiterhin steigende Kosten, bürokratische Anforderungen und der Fachkräftemangel. Viele Betriebe reagieren darauf mit verstärkter Automatisierung, Digitalisierung sowie Investitionen in Weiterbildung.

Solinger Verband sieht Branche als handlungsfähig

Der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren mit Sitz in Solingen hat nach eigenen Angaben den Austausch mit Politik und EU-Institutionen zuletzt deutlich intensiviert. Ziel sei es, bürokratische Belastungen zu reduzieren und für fairere Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds konnte der Verband im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 21 neue Mitgliedsunternehmen gewinnen. Das wertet der IVSH als Zeichen dafür, dass Austausch, Kooperation und gemeinsame Interessenvertretung für die Branche weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Der Verband versteht sich als zentrale Stimme der deutschen Schneid- und Haushaltswarenindustrie und bündelt von Solingen aus die Interessen zahlreicher Unternehmen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

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