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Solingen: Gemeindezentrum Arche soll 2027 außer Dienst gehen

Die Evangelische Kirche Solingen will das Gemeindezentrum Arche 2027 entwidmen und außer Dienst nehmen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Die Evangelische Kirche Solingen will das Gemeindezentrum Arche 2027 entwidmen und außer Dienst nehmen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Die Evangelische Kirchengemeinde Dorp richtet ihre Gemeindearbeit künftig stärker auf den Standort rund um die Dorper Kirche aus. Das Presbyterium hat deshalb beim Landeskirchenamt in Düsseldorf beantragt, das Evangelische Gemeindehaus Arche an der Eichenstraße zu entwidmen. Vorgesehen ist, die Arche zum 31. Januar 2027 als Ort für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen außer Dienst zu nehmen.

Seit der Einweihung im Jahr 1983 wurden im Gemeindehaus Arche am Unnersberg über Jahrzehnte hinweg Gottesdienste gefeiert, lange Zeit sogar an jedem Sonntag. Zuletzt fanden dort noch monatliche Gottesdienste statt. Mit der geplanten Entwidmung endet diese Nutzung. Die zweigruppige Kindertagesstätte „Arche“ in unmittelbarer Nachbarschaft ist von dem Beschluss allerdings nicht betroffen. Sie bleibt weiterhin in der Trägerschaft des Diakonischen Werks bestehen.

Konzentration auf den Standort Dorper Kirche

„Nach dem Beschluss vor 15 Jahren ist es im nächsten Jahr so weit, uns ganz auf den Standort Dorper Kirche zu konzentrieren“, erläutert der Dorper Pfarrer Joachim Römelt, „und wir können heute feststellen, dass es schon damals die richtige Entscheidung war.“ Seine Kollegin Pfarrerin Raphaela Demski-Galla macht deutlich, dass der Schritt trotz der langfristigen Planung emotional bleibt: „Natürlich schmerzt der Abschied von einem Haus, in dem so viel Leben, so viele tolle Gottesdienste und Veranstaltungen, so viele Taufen und Trauungen stattgefunden haben. Auch wenn die Schließung jetzt nicht mehr überraschend kommt, weil wir den Plan zwischendurch immer wieder kommuniziert haben und Zeit hatten, uns darauf einzustellen.“

Künftig sollen Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen rund um die Dorper Kirche stattfinden. Dort, rund anderthalb Kilometer von der Arche entfernt, verfügt die Gemeinde neben dem Kirchraum über eine Cafeteria, einen großen Gemeindesaal, mehrere Gemeinderäume sowie eine Gemeindewiese. Aktivitäten, die bislang im Gemeindehaus Arche stattfinden, könnten dorthin verlagert werden. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollen einzelne Veranstaltungen weiterhin in der Nähe des bisherigen Standorts organisiert werden, etwa im Goudahof am Unnersberg.

Teil eines größeren Strukturwandels

Auch Presbyterin Andrea Enders, im Presbyterium für die Gebäude der Gemeinde zuständig, sieht die Entwicklung im Zusammenhang mit den Veränderungen innerhalb der Kirche: „Nach anderthalb Jahrzehnten wird immer deutlicher, wie weitsichtig der Beschluss des Presbyteriums damals war, denn wir sind in der Zeit eine kleinere Kirche geworden mit weniger Mitarbeitenden, die auch weniger Räume benötigen.“

Zugleich gehe die Evangelische Kirche in Solingen insgesamt den Weg zu stärkerer Zusammenarbeit an weniger Standorten. „Wir haben verabredet, unseren evangelischen Gebäudebestand bis Mitte des kommenden Jahrzehnts zu halbieren. Dabei gibt es eine große Übereinstimmung, dass der Standort um die Dorper Kirche auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen soll.“ Am Standort an der Ecke Schützenstraße/Ritterstraße befindet sich zudem eine weitere evangelische Kindertagesstätte in Trägerschaft des Diakonischen Werks, die von der Gemeinde religionspädagogisch begleitet wird.

Beschlüsse reichen bis ins Jahr 2011 zurück

Die aktuellen Schritte gehen auf einen Grundsatzbeschluss des Dorper Presbyteriums aus dem Jahr 2011 zurück. Damals wurde festgelegt, das Gemeindehaus Arche im Zeitraum zwischen 2020 und 2030 außer Dienst zu nehmen. Im Juli 2025 entschied das Presbyterium schließlich, den formalen Prozess zur Außerdienstnahme und Entwidmung einzuleiten. Auf einer Gemeindeversammlung am 14. September 2025 wurden die Gemeindemitglieder über die Planungen informiert. Zwei Tage später beschloss das Presbyterium, die Arche zum 31. Januar 2027 zu entwidmen und bat den Kreissynodalvorstand um Zustimmung.

Dessen Stellungnahme ist Voraussetzung für die abschließende Genehmigung durch das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Kreissynodalvorstand hat einer Entwidmung bereits zugestimmt, sodass der Antrag nun beim Landeskirchenamt eingereicht werden konnte.

Sanierung verlängerte Nutzung um einige Jahre

Dass die Arche noch bis 2027 genutzt werden konnte, hängt auch mit einer Entscheidung aus dem Jahr 2017 zusammen. Nachdem bei Routineuntersuchungen 2014 ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt worden war, wollte die Gemeinde zunächst auf eine teure Renovierung verzichten und das Gebäude früher schließen.

Durch großzügige Spenden wurde die Arche jedoch noch im selben Jahr saniert. Dadurch konnte das Gebäude rund zehn Jahre länger genutzt werden. An der langfristigen Planung änderte dies jedoch nichts: Bereits bei der Sanierung wurde öffentlich kommuniziert, dass die Gemeinde am grundsätzlichen Schließungsbeschluss festhalten werde.

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