SOLINGEN (bgl) – Der geplante Neubau des Bettenhauses am Klinikum Solingen geht mit einer grundlegenden Neuordnung des gesamten Campus einher. Nach Angaben von Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Eversmeyer wird der Ausbau nicht zu einem höheren Energieverbrauch führen. Ganz im Gegenteil: Insbesondere beim Wärmebedarf rechnet das Klinikum mit einer deutlichen Reduzierung.
Klinikum: Konzentration statt Flickwerk
Bereits in den vergangenen Jahren wurde auf dem Gelände sichtbar investiert. Akademie und Parkhaus sind fertiggestellt, nun beginnt mit dem Rückbau von Haus G der nächste Schritt. „Es wird gebaut. Und zwar nicht punktuell, sondern im Rahmen einer klaren Zielplanung“, erläutert Eversmeyer. Der Rückbau sei Teil eines langfristigen Konzepts, das den Campus strukturell und energetisch neu ausrichten soll.
Der Neubau des Bettenhauses sei dabei nicht als abschließende Lösung gedacht. Vielmehr soll dieser den Auftakt für eine umfassende Konzentration medizinischer und pflegerischer Bereiche in modernen Gebäuden, so Klinikum-Chef Eversmeyer weiter. In den südlichen Bereichen des Geländes stehen derzeit noch mehrere kleinere und mittlere Bestandsbauten, in denen Abteilungen und Funktionsbereiche untergebracht sind. Diese sollen schrittweise aufgegeben werden.
Altbauten energetisch nicht mehr vertretbar
Mehrere Gebäude seien bereits leergezogen, darunter die Pathologie. Weitere Bereiche – etwa frühere Akademieflächen oder infrastrukturelle Einheiten – sollen in den kommenden Jahren folgen. „Viele dieser Häuser stammen aus den 60er- und 70er-Jahren“, zeigt Prof. Dr. Martin Eversmeyer auf. Energetisch entsprächen sie nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Aus heutiger Sicht seien diese Gebäude kaum noch vertretbar. Dämmung und energetische Standards spielten bei ihrer Errichtung kaum eine Rolle. „Energie war damals kein relevantes Thema“, macht Eversmeyer deutlich. Entsprechend hoch sei der Verbrauch, sowohl beim Strom als auch bei der Wärme. Die Zielplanung des Klinikums sieht deshalb vor, die Versorgung künftig vor allem im Hochhaus E, im neuen Bettenhaus sowie in weiteren neueren Gebäuden zu bündeln. Mit dem Wegfall der energetisch ineffizienten Altbauten soll sich der Gesamtverbrauch deutlich verändern.
Stromverbrauch bleibt stabil – Wärmebedarf sinkt
Nach Berechnungen des Klinikums wird sich der Stromverbrauch trotz wachsender Fläche und steigender Bettenzahl nicht erhöhen. „Wir gewinnen erheblich an Fläche und Kapazität, geben aber gleichzeitig viele ineffiziente Gebäude auf“, erklärt Klinikum-Chef Eversmeyer. In der Summe gleiche sich das aus. Konkret rechnet das Klinikum damit, von derzeit rund 400 auf perspektivisch etwa 700 Betten zu wachsen. Dennoch bleibe der Strombedarf insgesamt auf dem heutigen Niveau.
Deutlichere Effekte erwartet das Klinikum im Bereich der Wärmeversorgung. Diese erfolgt künftig überwiegend über Fernwärme. „Beim Wärmeverbrauch gehen wir von einer Reduzierung um etwa 50 bis 56 Prozent aus“, sagte Prof. Dr. Martin Eversmeyer. Das sei ein zentrales Ergebnis der Untersuchungen, die gemeinsam mit Fachleuten durchgeführt wurden. Die Einsparungen wirken sich nicht nur auf die CO₂-Bilanz aus, sondern auch auf die laufenden Kosten. Nach aktuellen Schätzungen könnten jährlich zwischen 600.000 und 800.000 Euro an Energiekosten eingespart werden. Die genaue Höhe hänge allerdings von der weiteren Entwicklung der Energiepreise ab.
Neubau als wirtschaftlicher und ökologischer Faktor
Der Bettenneubau steht damit nicht nur für zusätzliche Kapazitäten, sondern für einen strukturellen Umbau des Klinikums. Durch die Konzentration auf moderne Gebäude sollen medizinische Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz miteinander verbunden werden. „Es geht nicht darum, einfach größer zu werden“, unterstreicht Prof. Dr. Martin Eversmeyer, „sondern effizienter.“

