SOLINGEN (sg) – Am Mittwochabend stellte Martina Hörle ihr neues Buch „Das Flüstern der Ruinen“ im Kunstraum in den Güterhallen vor, begleitet von Markus Wundes an der Gitarre.
Neues Werk mit Gänsehauteffekt
Wer die Solinger Autorin Martina Hörle kennt, weiß, dass sie ein Faible für dunkle Märchen und gruselige Geschichten hat. Und so wundert es nicht, dass auch das neue Werk „Das Flüstern der Ruinen“ geprägt ist von einer überwiegend düsteren Stimmung. Tod und Schmerz und Leid sind Begriffe, die einem immer wieder begegnen, eingebunden in verlassene Orte, die von Geistern heimgesucht werden. Ein Buch mit Texten, die auch erfahrenen Lesern immer wieder Gänsehaut bereiten.
Buchvorstellung im Kunstraum
Um ihr neues Buch, eine Sammlung von Märchen, Kurzgeschichten und Gedichten, angemessen präsentieren zu können (wir berichteten), wurde der Kunstraum in den Güterhallen im Südpark atmosphärisch angepasst. Gedimmtes Licht mit Spots in Grün, Rot und Lila, für die Autorin lediglich eine Leselampe, ansonsten war der Raum genauso dunkel gehalten, wie die Texte. Das Publikum, das zahlreich zu dieser Buchvorstellung gekommen war, lauschte gebannt und mit angehaltenem Atem.
Das Flüstern der Ruinen – nichts für schwache Nerven
Mehrmals entführte Martina Hörle die Zuhörer ins neblige London, wo so manche Wesen und Mächte durch die dunklen Gassen streifen. Wo aber auch Männer von Hunger und Armut dazu getrieben werden, „zu Wölfen“ zu werden, Männer, die einmal ehrlich gewesen waren. Was passieren kann, wenn ein Mann im alten Haus, das er geerbt hat, die Samttücher von den Spiegeln zieht, ließ sicherlich viele ihre Spiegel künftig mit anderen Augen betrachten.
Von Nocturna handelte ebenfalls eine Geschichte. Ein Mädchen, einsam und allein, näht die Feder eines in ihren Händen gestorbenen Vogels in ihr Nachtgewand ein und ist von da an eine Wächterin der Toten, während die Vögel ein Klagelied der Zeit singen. Dass die strahlend weißen Rosen im Sumpf Tote sind, erfährt der verzweifelte Vater einer kranken Tochter vom Tod selbst. Als der Vater sich in eine Rose verwandelt, gesundet die Tochter wie durch ein Wunder. Doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Atmosphärische Klänge
Passend zu den packenden Texten entlockte Markus Wundes seiner Gitarre Klänge, die die Wirkung der Geschichten noch zu verstärken wussten. Ob das Tanzen der Elfen, das elektronische Piepen und Pfeifen einer KI, die sich von ihrem Programmierer befreit, ob mystische Klänge, säuselnder Wind oder rauschender Sturm, Markus Wundes schaffte es, allem ein akustisches Pendant zu setzen, so dass die Texte noch greifbarer wurden. Geschichten und Klänge verschmolzen so zu einer fesselnden Einheit, die das Publikum in ihren Bann zog.
Mehr von Martina Hörle und Markus Wundes
Das neue Buch von Martina Hörle „Das Flüstern der Ruinen – Nichts ist, wie es scheint“, 285 Seiten, ISBN 9783695700745, kostet 14,50 Euro.
Am 25. April wird um 18 Uhr im Atelier PestProjekt in den Güterhallen im Südpark die von Martina Hörle herausgegebene Anthologie „Lost Places“ der Solinger Autorenrunde vorgestellt. In diesem Buch geht es um Orte, die ihre Funktion, aber nicht ihre Stimme verloren haben. Einlass ist ab 17:30 Uhr.
Markus Wundes und Bianca Rosa-Klever treten gemeinsam als BiaMaRo auf und präsentieren Soul Pop Rock Evergreens. Live entführen sie zu einer musikalischen Zeitreise. In Solingen sind sie am 12. Juni auf dem Winzerfest in Ohligs zu Gast und treten auf von 16:30 bis 18 Uhr und von 19 bis 21 Uhr.

