
SOLINGEN (sg) – Am Freitag wurde auf dem Gelände der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen an der Weidenstraße der lokale Wettbewerb für Schülerlotsen unter der Federführung der Verkehrswacht und der Polizei ausgetragen.
Schülerlotsen ab der 7. Klasse
Insgesamt 21 Schülerlotsinnen und Schülerlotsen waren gekommen, um den Wettbewerb für die Solinger Schülerlotsen auszutragen (früherer Wettbewerb). In den sieben Solinger Lotsenschulen (Humboldtgymnasium, Gymnasium Schwertstraße, Alexander-Coppel-Schule, Gesamtschule Uhlandstraße, FALS, Theodor-Heuss-Schule und die Sekundarschule) wurde vorab ein schriftlicher Test absolviert, durch den sich die besten drei Lotsinnen und Lotsen jeder Schule gegen insgesamt rund 220 Teilnehmer durchgesetzt und für das „Finale“ qualifiziert haben.
Die besten sechs dieses lokalen Wettbewerbs wiederum qualifizierten sich für den Landeswettbewerb. Es waren Lotsen ab der Klasse 7. „Ab 13 Jahren darf man Schülerlotse werden“, sagte Polizei Verkehrssicherheitsberaterin Katrin Grastat. Sie und ihre Kollegen Daniela Berghaus und Philipp Hörnig sowie Ulrich Schmidt von der Verkehrswacht führten die Schülerlotsen durch die Prüfungen.

Bremswege abschätzen
Eine Übung fand auf dem weitläufigen Außengelände statt. Hierbei mussten die Schülerlotsen schätzen, wie weit der Bremsweg eines PKWs ist, wenn er zunächst mit 30 Stundenkilometern und dann mit 60 Stundenkilometern eine Gefahrbremsung hinlegt. Dazu bekam jeder Wettbewerbsteilnehmer ein Hütchen und durfte es entlang der Strecke aufstellen. Philipp Hörnig demonstrierte dann mit dem Streifenwagen eine Vollbremsung aus 30 Stundenkilometern. Interessanterweise hatten fast alle die Bremsstrecke enorm überschätzt. Sie hatten ihr Hütchen bis über 10 Meter zu weit gestellt.

Danach durften sie alle noch einmal schätzen. Dieses Mal die Bremsstrecke, die der Streifenwagen bei einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern brauchen würde. Nun musste Philipp Hörnig ein bisschen Schwung holen, um auf die Geschwindigkeit zu kommen. Nach der Vollbremsung wurde schnell klar, hätten sich die Lotsen an die Stelle ihrer Hütchen gestellt, wären sie fast alle umgefahren worden. Nur zwei hatten ihre Hütchen weit genug weg positioniert. Eine wichtige Lektion dieser Übung fasste Ulli Schmidt zusammen: „Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg.“

Reaktionsfähigkeit testen
Um Schnelligkeit ging es beim nächsten Test. Hier mussten die Schülerlotsen ihre Reaktionsfähigkeit unter Beweis stellen. Dazu mussten sie so schnell wie möglich auf jene Felder drücken, die aufgeleuchtet sind. Philipp Hörnig und auch Paul Grastat, der selbst schon den Landeswettbewerb der Schülerlotsen gewonnen hat, zeigten sich beeindruckt. „Ihr seid alle sehr dicht beieinander“, sagte Philipp Hörnig. Reaktionen von rund einer halben Sekunde waren Durchschnitt, was natürlich im normalen Straßenverkehr nicht möglich ist. „Da ist eine Reaktionszeit von einer Sekunde realistisch“, erklärte der Verkehrssicherheitsberater. Und das nur, wenn man nicht abgelenkt ist.

Nerven behalten im Rollenspiel
Auch in einem Rollenspiel wurden die einzelnen Wettbewerbsteilnehmer getestet. Katrin Grastat gab zu Anfang noch ein paar Tipps, wie „sich besonnen benehmen, entspannt bleiben“. Eins aus neun Rollenspielen durften die Schülerlotsen ziehen und mussten die Situation dann vor der Jury darstellen. Als herausfordernder Gegenpart trat Daniela Berghaus an, mal als Fahrradfahrer, der ohne Licht unterwegs ist oder als Gruppe älterer Schüler, die neben dem Schülerlotsen die Straße überqueren wollen. Die geprüften Lotsen meisterten die Situationen alle gekonnt, behielten die Nerven, blieben freundlich, aber konsequent.

Die sechs besten Schülerlotsen
Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Silke Rampe (SWS-Verkehrsbetriebe), Dr. Patrick Wüstefeld (Unfallkasse NRW), Oliver Vogt (Stadtdienstleiter Schule), Antje Friedeler (Landesverkehrswacht NRW), Michael Uellendahl (Geschäftsführer Eugen-Otto-Butz-Stiftung hatte nach drei Stunden Wettbewerb ihre Entscheidung getroffen.
Die Sieger des Solinger Schülerlotsenwettbewerbs in diesem Jahr sind: 1. Paulina Schiller (Friedrich-Albert-Lange-Schule), 2. Emil Westphal (Humboldtgymnasium), 3. Theda Grote (Humboldtgymnasium), 4. Sören Dopke (Humboldtgymnasium), 5. Charlotte Saniewski (Friedrich-Albert-Lange-Schule) und 6. Frieda Honnen (Gymnasium Schwertstraße). Diese sechs werden am 7. Juli beim Landeswettbewerb im Neanderthal Museum in Mettmann die Stadt Solingen bzw. die Verkehrswacht Solingen vertreten.
































