SOLINGEN (mh) – Strahlender Sonnenschein, lachende Kinder und jede Menge tierische Begegnungen: Das große Pfingstfest im Solinger Vogel- und Tierpark lockte am Sonntag zahlreiche Familien in die Ohligser Heide. Mit einem bunten Programm aus Spiel, Spaß und Mitmachaktionen verwandelte sich der Park in ein lebendiges Familienparadies – und das bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen.
Pfingstfest – großer Andrang an den Spielstationen
Auch wenn der Vogelpark bereits im Februar seinen 99. Geburtstag hatte, wird traditionell erst zu Pfingsten richtig gefeiert. Das diesjährige Fest markiert damit gleichzeitig den offiziellen Endspurt auf ein ganz besonderes Ereignis: Nächstes Jahr feiert der Park sein großes, 100-jähriges Jubiläum. Für die aktuelle Feier meinte es der Wettergott zumindest schon einmal besonders gut mit allen Beteiligten. „Gestern beim Aufbau haben wir noch überlegt, wann wir zuletzt an beiden Tagen Sonne hatten“, berichtete Janett Heinrich, leitende Tierpflegerin. Tatsächlich liegt das inzwischen neun Jahre zurück; in den vergangenen Jahren gab es meist nur einen schönen Tag oder Dauerregen. Diesmal hingegen zeigte das Thermometer stolze 30 Grad.
Die sommerlichen Temperaturen sorgten allerdings auch für spontane Anpassungen: „Wir haben kurzfristig unser Speisen- und Getränkeangebot den Temperaturen entsprechend aufgestockt“, erklärte Heinrich. Dem Ansturm tat die Hitze keinen Abbruch. Das eigentliche Pfingstfest begann um 11 Uhr – doch viele kleine Besucher konnten es kaum erwarten und liefen schon frühzeitig mit ihren Teilnahmekarten zum großen Aktionsplatz neben dem Spielplatz.
Dort sorgten Klassiker wie Dosenwerfen, Ringewerfen, Wett-Melken und Entenangeln für beste Unterhaltung. Wer alle vier Stationen meisterte, durfte sich am Preisstand über eine kleine Überraschung freuen.
Pfingstfest mit Sonne, Tieren und ganz viel Spaß
Auch bei den tierischen Bewohnern standen die Besucher hoch im Kurs. Schließlich bedeuteten die vielen Gäste vor allem eines: jede Menge Futtertüten. Besondere Aufmerksamkeit genoss Weißhaubenkakadu Olli. Der gefiederte Star liebt es, gemeinsam mit den Gästen zu singen, und zeigte sich extrem kontaktfreudig.
Wenige Meter weiter glühte bereits das Feuer in der Schmiede. Unter fachkundiger Anleitung formten kleine Handwerker hier Herzen, Hufeisen, Amulette oder sogar kleine Schlangen. Bevor jedoch der Hammer geschwungen wurde, hieß es: Schutzkleidung anlegen. Die Schmiedeaktion gehört seit Jahren zu den beliebtesten Angeboten – lange Warteschlangen inklusive.
Wer lieber toben wollte, belagerte die große Hüpfburg und die grün-gelbe Eisenbahn. Währenddessen gönnten sich die Erwachsenen eine Pause bei Crêpes, selbstgebackenem Kuchen oder herzhaften Reibekuchen.
Ein fester Bestandteil des Festes ist mittlerweile der Besuch der Schnullerfee. Viele Kinder nutzen die Gelegenheit, ihren Schnuller abzugeben, weil sie „dafür schon zu groß sind“. Diese werden anschließend an den großen Schnullerbaum an der Entenanlage gehängt. Der Brauch stammt ursprünglich aus Dänemark, während die Idee der Fee aus dem amerikanischen Raum übernommen wurde.
Abschied vom Schnuller
Ebenfalls kreativ ging es bei Ausstellerin Natascha zu, die neben bunt bemalten Steinen auch kunstvolle Baumscheiben und farbenfrohe Kerzen aus Kerzensand anbot. „Die Kerzen aus Kerzensand sind viel sicherer. Wenn sie umkippen, gehen sie sofort aus“, erklärte sie.
Als langjähriger Partner war zudem die Biologische Station Waldschule Solingen vor Ort, die seit über 30 Jahren aktiv ist. Mit spannenden Informationen rund um Natur und Umwelt begeisterten die Mitarbeiter die großen und kleinen Besucher.
Der Vogelpark zählt seit Jahren zu den beliebtesten Naherholungszielen der Region. Auf rund eineinhalb Hektar leben etwa 300 Tiere. Als Teil des Naturschutzgebiets Ohligser Heide setzt der Park zunehmend auf seltene und bedrohte Haustierarten wie Thüringer Waldziegen oder Cröllwitzer Puten. Aber auch exotische Gäste wie der „Lachende Hans“ (ein australischer Eisvogel) und die neu eingezogenen Pommernenten (wir berichteten) lassen sich hier bestaunen. Die Vorfreude auf das große Jubiläumsjahr 2027 ist nach diesem rundum gelungenen Sonntag im Park jedenfalls schon jetzt riesengroß.
Kreativität, Naturschutz und seltene Tierarten
Wer am Pfingstsonntag keine Möglichkeit zum Besuch des Vogelparks hatte, kann die Gelegenheit morgen noch einmal nutzen. Ab 9 Uhr ist der Park geöffnet. Das Pfingstfest startet um 11 Uhr. Und der Wettergott spielt auch wieder mit.

