SOLINGEN (red) – Die Stadt Solingen reagiert auf ihre angespannte Haushaltslage mit einem vorübergehenden externen Einstellungsstopp. Ab Montag, 20. Juli, werden vakante Stellen in der Stadtverwaltung zunächst ausschließlich intern besetzt. Die Regelung soll voraussichtlich bis Ende des Jahres gelten. Bereits laufende Stellenausschreibungen und Auswahlverfahren sind von der Maßnahme nicht betroffen.
Stellen werden zunächst intern besetzt
Nach Angaben der Stadt verfolgt die Verwaltung mit dem Schritt mehrere Ziele: Die Personalkosten sollen nachhaltig gesteuert, der städtische Haushalt stabilisiert und gleichzeitig die Qualität der Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger gesichert werden. Der externe Einstellungsstopp gilt zunächst für alle vakanten und künftig frei werdenden Stellen innerhalb der Stadtverwaltung.
Statt neuer externer Einstellungen sollen vorhandene Mitarbeiter bevorzugt auf offene Positionen wechseln oder intern umorganisiert werden. Ausnahmen sind nach Angaben der Stadt weiterhin möglich. Sie kommen insbesondere dann infrage, wenn die öffentliche Sicherheit betroffen ist, gesetzliche Verpflichtungen erfüllt werden müssen oder erhebliche Auswirkungen auf gesetzliche Pflichtaufgaben drohen.
„Die Verwaltung steht vor der Herausforderung, trotz überschuldeter Haushaltslage handlungsfähig zu bleiben und ihre Dienstleistungen für die Solingerinnen und Solinger auf einem hohen Niveau zu erhalten. Diese Situation erfordert schwierige Entscheidungen in allen Bereichen. Der vorübergehende externe Einstellungsstopp ist ein notwendiger Schritt, um den finanziellen Handlungsspielraum der Stadt zu sichern und die Personalausgaben verantwortungsvoll und vorausschauend zu lenken. Gleichzeitig nutzen wir diese Phase, um interne Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung zu fördern“, erklärt Oberbürgermeister Daniel Flemm.
Defizit von fast 100 Millionen Euro erwartet
Hintergrund der Entscheidung ist die schwierige finanzielle Situation der Stadt Solingen. Für das Haushaltsjahr 2026 rechnet die Verwaltung mit einem Defizit von rund 98,4 Millionen Euro. Zudem wird die Aufnahme neuer Kassenkredite in Höhe von 100 Millionen Euro erforderlich.
Auch die Personalkosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwischen 2016 und 2025 erhöhten sie sich nach Angaben der Stadt um insgesamt 85 Millionen Euro. Bis Ende 2026 wird ein weiterer Anstieg um 13,4 Millionen Euro erwartet. Bislang verzeichnete die Stadtverwaltung durchschnittlich rund 250 externe Neueinstellungen pro Jahr.

