Website-Icon Das SolingenMagazin

Wupperverband: Trockenster Juli seit Beginn der Aufzeichnungen

Viel Sonne, kaum Regen: Der Juli war im Wuppergebiet der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch in Solingen blieb der Niederschlag weit unter dem langjährigen Durchschnitt. (Foto: © Bastian Glumm)

Viel Sonne, kaum Regen: Der Juli war im Wuppergebiet der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch in Solingen blieb der Niederschlag weit unter dem langjährigen Durchschnitt. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Der Juli war im Wuppergebiet so trocken wie noch nie seit Beginn der jeweiligen Niederschlagsaufzeichnungen. Auch in Solingen fiel nur ein Bruchteil der sonst üblichen Regenmenge. Die anhaltende Trockenheit macht sich inzwischen deutlich in Bächen und Flüssen bemerkbar. Wupper und Dhünn profitieren derzeit vom Wasser aus den Talsperren. Das teilt jetzt der Wupperverband mit.

Historische Tiefstwerte gemessen

An der Messstation der Kläranlage Solingen-Burg wurden im Juli lediglich 19 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert. Im langjährigen Mittel sind es dort 88 Liter. Seit Beginn der Messungen in Burg im Jahr 1979 gab es keinen trockeneren Juli.

Auch an anderen Messstellen des Wupperverbandes wurden historische Tiefstwerte verzeichnet. An der Bever-Talsperre in Hückeswagen fielen zwölf Liter pro Quadratmeter statt durchschnittlich 79 Liter, an der Großen Dhünn-Talsperre waren es 24 statt 82 Liter. In Buchenhofen wurden lediglich zehn statt durchschnittlich 78 Liter gemessen.

Besonders bemerkenswert: An der Bever-Talsperre reichen die Niederschlagsaufzeichnungen bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Auch dort wurde bislang kein trockenerer Juli registriert.

Viel Sonne verschärft die Trockenheit

Zusätzlich zum fehlenden Regen sorgten zahlreiche Sonnenstunden für eine hohe Verdunstung. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in Nordrhein-Westfalen im Juli 262 Sonnenstunden registriert. Im Durchschnitt sind es 187 Stunden. Die Folgen der seit Monaten anhaltenden Trockenheit zeigen sich inzwischen deutlich. Viele Bäche und Flüsse führen nur wenig Wasser, kleinere Bäche sind teilweise vollständig ausgetrocknet.

Wupper und Dhünn profitieren derzeit vom Wasser aus den Talsperren. Durch die sogenannte Niedrigwasseraufhöhung führen beide Flüsse auch während der aktuellen Dürrephase ausreichend Wasser. Das ist insbesondere für empfindliche Lebensräume von Bedeutung: Teile von Wupper und Dhünn sind als Lachslaichgewässer ausgewiesen.

Da durch die Trockenheit auch die Füllstände der Talsperren sinken, hat der Wupperverband die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre in die Wupper sowie aus der Großen Dhünn-Talsperre in die Dhünn maßvoll reduziert. Damit sollen Reserven für mögliche weitere Trockenmonate geschont werden.

Sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen

Wie groß der Wasserbedarf bereits ist, zeigt die Bilanz bis Ende Juli: An 111 Tagen wurden insgesamt 29 Millionen Kubikmeter Wasser aus den oberbergischen Talsperren zur Unterstützung der Wupper abgegeben. Das ist mehr als das gesamte Fassungsvermögen der Wupper-Talsperre, der größten Brauchwassertalsperre im Wuppergebiet.

Auch die Wasserversorger haben auf die Situation reagiert. Wegen des aktuellen Füllstands der Großen Dhünn-Talsperre nutzen sie diese derzeit weniger stark und greifen verstärkt auf andere Rohwasserquellen zurück. Der Wupperverband appelliert angesichts der anhaltenden Trockenheit zudem an die Bevölkerung, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen.

Die mobile Version verlassen