SOLINGEN (red) – Pünktlich zu Pfingsten kehren die tierischen Landschaftspfleger in den Solinger Westen zurück: Rund 500 Wanderschafe und etwa 50 Ziegen werden in den kommenden Wochen wieder in der Ohligser Heide unterwegs sein. Die Herde übernimmt dabei eine Aufgabe, die weit über das bloße Grasen hinausgeht – sie hilft dabei, wertvolle Heide- und Naturschutzflächen langfristig zu erhalten.
Zunächst werden die sogenannten Moorschnucken, nachdem sie ihre Arbeit in der Hildener Heide abgeschlossen haben, in die Ohligser Heide ziehen. Anschließend führt ihr Weg weiter in das Naturschutzgebiet „Krüdersheide und Götsche“, bevor die Tiere später Richtung Further Moor weiterziehen. In diesem Frühjahr wartet auf die Herde besonders viel Arbeit: Das feucht-warme Wetter der vergangenen Wochen hat für kräftigen Graswuchs gesorgt, der nun zurückgedrängt werden muss.
Ohligser Heide: Naturschutz auf vier Beinen
Das kreisübergreifende Schafbeweidungsprojekt verfolgt ein klares Ziel: Die Artenvielfalt sowie das charakteristische Landschaftsbild der Heideflächen sollen dauerhaft erhalten bleiben. Ohne regelmäßige Beweidung würden offene Heidebereiche nach und nach zuwachsen und überaltern. Dadurch könnten Pflanzen- und Tierarten verschwinden, die auf offene Landschaften angewiesen sind.
Zu den Arten, die von den Maßnahmen profitieren, zählen unter anderem die Moorlilie, Berg-Sandköpfe oder der Feld-Sandlaufkäfer. Bereits seit rund 25 Jahren wird dafür an eine historische Form der Heidenutzung angeknüpft: die traditionelle Hüteschafhaltung, die auf der Bergischen Heideterrasse früher weit verbreitet war.
Besucher werden um Rücksicht gebeten
Betreut wird das gemeinsame Projekt des Kreises Mettmann und der Stadt Solingen von den Biologischen Stationen Haus Bürgel und Mittlere Wupper. Damit der Schäfer seine Arbeit ungestört ausführen kann, bitten die Verantwortlichen Besucherinnen und Besucher der Naturschutzgebiete Ohligser Heide sowie Krüdersheide und Götsche, Hunde während der Zeit der Beweidung an der Leine zu führen.
Weitere Informationen zum Schafbeweidungsprojekt gibt es bei der Biologischen Station Mittlere Wupper und beim Stadtdienst Natur und Umwelt.

