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Neue Ausstellung im Klingenmuseum: „she blades“

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Pola Malandain, Messermacherin aus Österreich, initiierte die Ausstellung „she blades“, die bis zum 10. Mai im Deutschen Klingenmuseum zu sehen ist. (Foto © Sandra Grünwald)
Pola Malandain, Messermacherin aus Österreich, initiierte die Ausstellung „she blades“, die bis zum 10. Mai im Deutschen Klingenmuseum zu sehen ist. (Foto © Sandra Grünwald)

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SOLINGEN (sg) – Am Freitagnachmittag eröffnete das Deutsche Klingenmuseum seine neue Sonderausstellungshe blades“ und zeigt ausgelesene weibliche Messerkunst.

Die besondere Ausstellung „she blades“

Die kleine, aber sehr besondere Ausstellung „she blades“ vereint ausgewählte Klingen und Messer von internationalen Messermacherinnen. Die handgemachten Stücke – so unterschiedlich sie auch sein mögen – vereint eins: die außergewöhnliche Kreativität ihrer Erschafferinnen. Initiiert wurde die Ausstellung „she blades“ von Pola Malandain und ist ab sofort im Deutschen Klingenmuseum zu sehen.

Die Kreativität der Messermacherinnen Anne-Juliette Tanguy, Pascale Sabaté, Sylvie Pauliac, Sophie Fauré aus Frankreich, Chantal Gilbert aus Kanada, Silvana Mouzinho aus Brasilien, Zoe Potter und Kelly Vermeer-Vella aus den USA, Pola Malandain aus Österreich und Anneta Ameryk aus Polen zeigt sich nicht nur in Form und Gestaltung ihrer Klingen und Messer, sondern auch in der Wahl der Materialien, die sie verwendet haben. Mit Mammut- oder Walrosselfenbein, Zirkonia, Ebenholz, Maserahorn, Straußenleder oder Hirschhorn seien nur einige genannt.

Die Kunst der Messermacherinnen vereint vollendete Formen mit erlesenen Materialien. (Foto © Sandra Grünwald)
Die Kunst der Messermacherinnen vereint vollendete Formen mit erlesenen Materialien. (Foto © Sandra Grünwald)

Frauen bisher unsichtbar

Die ältesten Messer sind 1,6 bis 2 Millionen Jahre alt. Wer sie erschaffen hat, ob Mann oder Frau, ist unbekannt. Doch eins ist sicher: Das Messer begleitet die Menschen, Frau und Mann, durch all die Zeit bis heute als nützliches Werkzeug. „Es gibt nichts, was wir nicht ohne Klinge geschaffen hätten“, betonte Dr. Sixt Wetzler, Leiter des Klingenmuseums, während seiner kurzen Einführung in die Ausstellung „she blades“.

Im Mittelalter gehörten Messer zur allgegenwärtigen Ausstattung von Frauen. „Die Frauen waren auch in Solingen immer in die Messerherstellung eingebunden“, sagte Wetzler in Bezug auf die Lewerfrauen. „Auch heute sind in den Schneidwarenfirmen überall Frauen vertreten.“

Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler möchte mit „she blades“ zeigen, dass der Beruf des Messermachers keine männliche Domäne ist. (Foto © Sandra Grünwald)
Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler möchte mit „she blades“ zeigen, dass der Beruf des Messermachers keine männliche Domäne ist. (Foto © Sandra Grünwald)

Dennoch sei die Klinge männlich konnotiert. „Vielleicht, weil die Klinge ein Symbol der Macht ist, der Kraft zu verändern, aber auch zu verletzen und zu töten“, so Dr. Wetzler und Pola Malandain sagte: „Frauen waren vermutlich schon immer an der Welt der Klinge beteiligt, aber ihre Stimmen sind unsichtbar geblieben.“

Das ist auch heute noch so. „Pola war die einzige weibliche Ausstellerin im Handmade-Bereich bei der KNIFE (wir berichteten)“, erklärte Sixt Wetzler. Doch das soll sich ändern. „Ich möchte nicht, dass Frauen, besonders junge Frauen, sich die Lust am Messermachen verderben lassen, weil sie gesagt bekommen, das sei Männersache“, betonte Wetzler. Die „she blades“ Ausstellung beweist, dass dem nämlich nicht so ist.

Kreative Lösungen bestechen, wie hier bei diesem Kräutermesser. (Foto © Sandra Grünwald)
Kreative Lösungen bestechen, wie hier bei diesem Kräutermesser. (Foto © Sandra Grünwald)

Die Metaphysik der Klinge

Pola Malandain erschafft Klingen und Messer, aber für die Messermacherin haben sie eine tiefere Bedeutung, als das eines physischen Werkzeuges. „Ich erschaffe Werkzeuge, die Klarheit schaffen“, erklärte sie bei ihrem Grußwort. „Ich erschaffe Werkzeuge, die durchschneiden, was durchgeschnitten werden muss.“ Für sie trennen Messer und Klingen das, was noch gebraucht wird, von dem, was überflüssig ist. Es geht dabei um die Fähigkeit, loszulassen, was keinen Platz mehr hat, und klare Grenzen zu setzen und Raum zu schaffen für das, was sein soll.

Sie gründete „she blades“, um einen Raum für Austausch zu schaffen. „Uns verbindet die Beziehung zur Klinge, als Werkzeug und als Symbol“, sagte Pola Malandain. Über die Ausstellung im Deutschen Klingenmuseum freut sie sich ganz besonders. „Es haben sich die Tore zum Paradies geöffnet“, meinte sie. „Hier auszustellen war für mich und meine Kolleginnen ein Traum.“ Dieser Traum ist in Erfüllung gegangen. Und das ist nicht nur für die Messermacherinnen ein Gewinn, sondern vor allem für die Besucher des Deutschen Klingenmuseums.

Eins sind die Messer und Klingen der Ausstellung „she blades“ in jedem Fall nicht: gewöhnlich. (Foto © Sandra Grünwald)
Eins sind die Messer und Klingen der Ausstellung „she blades“ in jedem Fall nicht: gewöhnlich. (Foto © Sandra Grünwald)

INFO zu „she blades“

Die Ausstellung „she blades“ ist vom 7. März bis zum 10. Mai im Deutschen Klingenmuseum zu sehen. Der Eintritt ist im regulären Eintritt enthalten. Am 9. und 10. Mai ist der Zutritt zum Museum nur mit KNIFE Messeticket möglich.

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