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Solingen: Das Startup Scheermann erschafft Tisch-Unikate

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Lukas Scheer und Christian Zimmermann (v.l.) haben gemeinsam die Firma Scheermann aufgebaut und stellen Tische aus Baumstammbohlen her. (Foto © Sandra Grünwald)
Lukas Scheer und Christian Zimmermann (v.l.) haben gemeinsam die Firma Scheermann aufgebaut und stellen Tische aus Baumstammbohlen her. (Foto © Sandra Grünwald)

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SOLINGEN (sg) – Das Solinger Startup Scheermann baut Tische aus Baumstammbohlen und Epoxidharz – einzigartige und individuelle Massivholz-Unikate. Mit Apfelbäumen beginnen große Geschichten. Nicht nur das Leben von Adam und Eva wurde von einem Apfelbaum maßgeblich beeinflusst, auch das von Lukas Scheer und Christian Zimmermann.

Es begann mit dem Apfelbaum

„Es begann mit dem alten Apfelbaum im elterlichen Garten“, erklärt Christian Zimmermann. Dieser Apfelbaum war so verwachsen, dass sich Lukas und Christian überlegten, was sie daraus machen sollten. „Wir haben dann in einer Garage zwei Bohlen miteinander verbunden und kleine Sofatische gemacht.“

Das war vor rund fünf Jahren. Bei den Sofatischen ist es nicht geblieben. Denn Christian Zimmermann und Lukas Scheer haben sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die beiden Bohlen zu verbinden. Sie haben dafür Epoxidharz benutzt. Das sprach sich schnell herum und bald wollten immer mehr Menschen einen solchen Tisch von den beiden. Die beiden legten nicht nur ihre Fähigkeiten zusammen – Lukas ist der Handwerker, Christian der Büromensch – sondern auch ihre Namen. Aus Scheer und Zimmermann wurde Scheermann.

Die Kombination von Maserung und Epoxidharz ist einzigartig. (Foto © Sandra Grünwald)
Die Kombination von Maserung und Epoxidharz ist einzigartig. (Foto © Sandra Grünwald)

Scheermann wächst weiter

Was in einer Garage begann, ist inzwischen zu einer ansehnlichen Firma herangewachsen. Scheermann hat sich auf Tische spezialisiert und beschäftigt inzwischen bereits mehr als zehn Mitarbeiter. „Unsere Tische stehen in Griechenland, Dubai, Dänemark, Südfrankreich, auf jeder Nordsee- und Ostseeinsel“, zählt Christian Zimmermann auf. Und natürlich überall in Deutschland. Natürlich war es viel Arbeit, so weit zu kommen. Eine Grundvoraussetzung dafür war, ein ansehnliches Holzlager aufzubauen. „Wir lagern hier etwa 400 Tonnen Holz“, verrät Christian Zimmermann. „Wir haben das größte Baumstammbohlenlager in Deutschland.“

Christian Zimmermann kümmert sich um die Vermarktung, die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. (Foto © Sandra Grünwald)
Christian Zimmermann kümmert sich um die Vermarktung, die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. (Foto © Sandra Grünwald)

Alte kranke Bäume

Eine Voraussetzung für die Bäume, um von Scheermann aufgekauft zu werden ist, dass sie krank sein müssen. „Wir verwenden keine gesunden Bäume“, so Zimmermann. Risse, Verwachsungen und jeder Spalt werden in die Gestaltung des Tischs integriert. Die Kunden können bei dieser Gestaltung mitreden, Wünsche äußern, die Farben bestimmen. „Meistens verbinden die Leute einen Ort damit“, weiß Zimmermann. Mal einen Urlaubsort, mal die Heimat. Eine Spezialität von Scheermann sind die River-Tables, die aussehen, als ob ein Fluss durch eine Landschaft fließt.

Manche Tische bestechen auch überwiegend durch ihre Maserung, wie der Tisch aus Rot-Ulme. „Wir haben alles abgesucht auf der Suche nach Rot-Ulme“, verrät Christian Zimmermann. „Rot-Ulme ist so gut wie ausgestorben.“ Inzwischen ist das Netzwerk groß und Scheermann kommt an die ungewöhnlichsten Bäume ran. „Um manche wird eine richtige Auktion veranstaltet“, erzählt Zimmermann. „So wie um einen Nussbaum.“ Da hätte allein eine einzelne Bohle von etwa 8 Metern Länge 30.000 Euro gekostet.

Einer der River-Tables. (Foto © Sandra Grünwald)
Einer der River-Tables. (Foto © Sandra Grünwald)

Unikate, die uns überleben

Ein Tisch von Scheermann besteht nicht nur aus Holz von Bäumen, die mehrere hundert Jahre alt sind, er wird auch seine Besitzer überdauern. Es wäre ein bisschen übertrieben zu sagen, dass er für die Ewigkeit erschaffen wurde, aber Christian und Lukas können ohne zu Übertreiben sagen, dass er zum Vererben gemacht wurde. Es steckt eben viel Arbeit in jedem Tisch. „Drei bis vier Monate“, sagt Christian Zimmermann. Das Holz wird plan gefräst, geschliffen, die Kanten werden bearbeitet, das Epoxidharz wird gegossen. Und ganz zum Schluss wird der Tisch geölt. Das ist noch eine Regel von Scheermann: „Kein Lack, nur ölen.“

Ebenfalls nach Wunsch werden die Tischbeine produziert. Die meisten Tischplatten werden von einem Metallgestell getragen. Aber auch hier gibt es Wahlmöglichkeiten. „Wir machen auch Tischbeine aus Holz“, verspricht Christian Zimmermann. Und wer es ganz besonders will, der kann sich seinen Tisch auf Beine aus Schiefer-Monolithen stellen lassen. Auch hier gibt es wuchtigere und schmalere zur Auswahl. In jedem Fall wirken solche Tischbeine äußerst rustikal und auch ein wenig archaisch.

Vom 1. bis 3. Mai stellt Scheermann auf der Messe „Landpartie Grafenberg“ aus. (Foto © Sandra Grünwald)
Vom 1. bis 3. Mai stellt Scheermann auf der Messe „Landpartie Grafenberg“ aus. (Foto © Sandra Grünwald)

Bei einem so hochwertigen Rohstoff, so vielen Arbeitsstunden und Herzblut, die in jedem Unikat stecken, wundert es nicht, dass es die Tische nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Ein Kunde kann einen Scheermann-Tisch ab etwa 5000 Euro mit nach Hause nehmen. „Nach oben gibt es keine Grenze“, sagt Christian Zimmermann. „Wir haben auch schon einen Tisch für 50.000 Euro gemacht.“ Und wer kein Epoxidharz mag, kann sich einen Tisch ohne fertigen lassen. Derzeit bereitet sich Scheermann auf die anstehenden Messen vor. „Wir sind jetzt dran, fünfzig Tische vorzuproduzieren, damit wir unseren Schauraum auffüllen können.“

Lukas Scheer & Cristian Zimmermann
Scheermann GmbH
Rosenkamper Straße 2
42719 Solingen

Telefon: 015202783717

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