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Dithmarschen: Land zwischen Wattenmeer und Nord-Ostsee-Kanal

Dithmarschen, im Land der Kohlfelder, Windkraftanlagen und Alleen gibt es vielfältige Landschaften zwischen Nordseeküste, Sümpfen und Marschland zu entdecken. (Foto © Sandra Grünwald)

Dithmarschen, im Land der Kohlfelder, Windkraftanlagen und Alleen gibt es vielfältige Landschaften zwischen Nordseeküste, Sümpfen und Marschland zu entdecken. (Foto © Sandra Grünwald)

DITHMARSCHEN (sg) – Der Kreis Dithmarschen ist vor allem bekannt durch seinen Kohlanbau, aber er hat außerdem sehr viel Sehenswertes zu bieten.

Unabhängige Bauernrepublik und Metropolregion

Dithmarschen ist ein Kreis, der von der Landwirtschaft geprägt ist. Von 1227 bis 1559 war es eine unabhängige Bauernrepublik. Die Grafen von Holstein und Herzöge von Schleswig versuchten mehrfach, das reiche Bauernland zu erobern, mussten jedoch mehrere militärische Niederlagen hinnehmen.

Der Schlacht bei Hemmingstedt wurde ein großes Denkmal geweiht. (Foto © Sandra Grünwald)

Der großen Schlacht von Hemmingstedt wurde ein Denkmal gesetzt, das den Sieg der Bauern dokumentiert. Die Dithmarscher sind nicht von ungefähr ein ganz eigenes Völkchen, selbstbewusst und eigenständig. Über längere Zeit geriet Dithmarschen unter dänische Herrschaft, wurde dann in Preußen eingegliedert. Heute gehört der Landkreis in Schleswig-Holstein zur Metropolregion Hamburg.

Der Steinzeitpark Albersdorf versetzt die Besucher um 5000 Jahre zurück. (Foto © Sandra Grünwald)

Spuren der Steinzeit

Verteilt über den Kreis Dithmarschen finden sich einige Spuren steinzeitlicher Gesellschaften. So ist das Ganggrab der Trichterbecherkultur, das 1874 in Bunsoh in einem runden Grabhügel freigelegt wurde, besonders beeindruckend. Nicht nur die Möglichkeit, es vom Rand des offenen Hügels aus von allen Seiten betrachten zu können, auch der ungewöhnlichen Schalenstein sind eine Besonderheit. Ganze Grabhügelfelder finden sich nicht nur in Brickeln, sondern auch in Albersdorf.

Wie bestatteten die Menschen der Steinzeit ihre Toten? (Foto © Sandra Grünwald)

Wer mehr über die Steinzeit erfahren möchte, der sollte sich das Museum für Archäologie mit dem angeschlossenen Steinzeitpark in Albersdorf nicht entgehen lassen. Auf einer Fläche von zirka 40 Hektar Größe wurde eine über 5.000 Jahre alte urgeschichtliche Kulturlandschaft mit all ihren Charakteristika, wie verschiedenen Landschafts-, Siedlungs- und Grabformen gestaltet. Zahlreiche Bauten wurden originalgetreu nachgebaut. In der näheren Umgebung finden sich weitere steinzeitliche Funde, wie die Langbetten am Horstenmoorweg.

Das Flüsschen Giesel wandert immer wieder und verändert so die Landschaft. (Foto © Sandra Grünwald)

Sümpfe und Auen

Da Dithmarschen bis vor 6000 Jahren zum Großteil noch unter den Wassern der Nordsee lag, ist die Landschaft geprägt von Marschland, das nach und nach gewonnen wurde, und von der Geest, der ursprünglichen Kliffkante. Heideflächen, Sümpfe, Kohlfelder und Weideflächen bestimmen heute die Landschaft. Mit nur drei Prozent Waldfläche ist Dithmarschen einer der wenigsten bewaldeten Kreise in ganz Deutschland.

Einen zauberhaften Rundweg bietet das Gieselautal bei Albersdorf. Vorbei an teils uralten Buchen geht es rund um ein Auengebiet, das sich durch das wandernde Flüsschen Giesel immer wieder verändert. Erlenbrüche, dunkle Tannenwälder und viel Wasser bestimmen dieses Autal.

Das Gieselautal ist geprägt von Wasser. (Foto © Sandra Grünwald)

Wunderschöne Wanderungen kann man im Süderholmer/Ostroher Moor unternehmen. Dieses 283 Hektar große Moorgebiet mit seinen zahlreichen Seen bietet zu jeder Jahreszeit großartige Ausblicke und eine besondere Fauna und Flora. Hier können mit Glück nicht nur die seltenen Trauerseeschwalben, sondern auch Seeadler beobachtet werden.

Spiegelungen im Süderholmer/Ostroher Moor. (Foto © Sandra Grünwald)

Dass das Moor 1972 unter Schutz gestellt wurde, hat es dem Sportangelverein Früh auf Heide zu verdanken. Er kaufte sogar Moorland auf, um zu erreichen, dass die ausgewiesenen Müllhalden verschwinden und die Seen zurückgebaut werden.

Mystische Stimmung im Süderholmer/Ostroher Moor. (Foto © Sandra Grünwald)

Kleine Städtchen in Dithmarschen

In Dithmarschen gibt es zahlreiche idyllische Städtchen, die zu einem kleinen Bummel einladen. Eins davon ist sicherlich Meldorf. Ein Gang durch die Fußgängerzone führt zum Meldorfer Dom, bietet mit dem Laden von Nordschmuck aber auch eine riesige Auswahl an Bernsteinschmuck und Rohsteinen, wie sie selten zu erleben ist. Im Landesmuseum Dithmarschen erfahren Besucher viel Interessantes über die Geschichte des Kreises.

Neben schmucken Häusern und einer Windmühle, wartete Meldorf auch mit einem Dom auf. (Foto © Sandra Grünwald)

Zwischen Ebbe und Flut

Im Sommer lädt die Nordsee – sofern Flut herrscht – zum Baden ein. Ansonsten bietet die Küstenregion von Dithmarschen lange Spaziergänge und Wanderungen entlang der Deiche, immer zwischen Ebbe und Flut, begleitet von Schafen und dem Geschrei von Möwen.

Spaziergänge entlang der Deiche bestechen durch zauberhafte Aussichten. (Foto © Sandra Grünwald)

Blicke über unendlich erscheinende Wattflächen, Wind, Sonne und heranrollende Wellen wechseln sich ab. Trotz der Eintönigkeit wird es nie langweilig. Die Weite lädt zum Träumen ein, der Geruch nach Salz wird immer vertrauter. Wattwanderungen sind dagegen eher mühsam, da durch die Nähe zur Elbemündung das Watt vor allem aus Schlick besteht, in den man tief einsinkt.

Auf dem Trischendamm geht es über zwei Kilometer zu Fuß durch die Nordsee. (Foto © Sandra Grünwald)

Ein absolutes Muss ist der Besuch des Trischendamms in Friedrichskoog-Spitze. Um den Nordseewogen hier die Gewalt zu nehmen, wurde ein 2200 Meter langer Damm geradewegs mitten ins Watt hineingebaut, auf dem man zwischen Landgewinnung und Vogelschutzgebiet einerseits, sowie Ebbe und Flut andererseits durch die Nordsee wandern kann.

Der Trischendamm zwischen Land und Meer, zwischen Ebbe und Flut. (Foto © Sandra Grünwald)

Strandflieder entzückt mit seinen violetten Blüten, weiße Reiher stehen wie magische Wesen an Wasserlöchern und Möwen und Seeschwalben fliegen über den Wanderer hinweg. Es ist eine ganz eigene Welt, durch die man hier wandert.

Strandflieder säumt die Wege mit violetten Farbtupfern. (Foto © Sandra Grünwald)

Nord-Ostsee-Kanal

Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet – wie der Name schon sagt – die Nordsee mit der Ostsee und ermöglicht es großen Containerschiffen, quer durchs Land zu fahren. Die Grundsteinlegung erfolgte 1887, eröffnet wurde er 1895. Es ist der Nord-Ostsee-Kanal, der weitestgehend die Grenze zwischen den Kreisen Dithmarschen und Steinburg bildet. Eine Hochbrücke bei Brunsbüttel dient dem Straßenverkehr zur Überquerung, es gibt aber auch einige Fähren, die eine Übersetzung des Kanals ermöglichen. Das Ufer des Nord-Ostsee-Kanals ist ebenfalls eine ganz eigene Wanderregion, denn sie verbindet die Natur mit dem technischen Fortschritt. Eine Wanderung wird somit bestimmt von Uferwäldern und riesigen Pötten aus aller Herren Länder.

Am Nord-Ostsee-Kanal lassen sich dicke Pötte beobachten. (Foto © Sandra Grünwald)

Kronenloch

Das Kronenloch bei Meldorf ist ein großes Naturschutzgebiet, das aus Speicherbecken, aber auch Meeresküste und Flusslandschaft besteht. Weite Teile sind für Spaziergänger gesperrt, weil dort viele Vogelarten brüten und ihre Jungen aufziehen. Es gibt jedoch eine großzügige Beobachtungshütte, von wo aus es möglich ist, dem Treiben der Wildvögel zuzuschauen.

Am Vogelschutzgebiet Kronenloch lassen sich tolle Flugmanöver beobachten. (Foto © Sandra Grünwald)

Der Hütte gegenüber befindet sich die Nationalpark-Station Wattwurm. Hier erfährt man Wissenswertes über das Naturschutzgebiet Wattenmeer. Die Schutzstation bietet auch Wattbegehungen und andere Führungen an, die dem Besucher das Wattenmeer in seinen unterschiedlichen Facetten nahebringen.

Das Watt in Dithmarschen besteht zum Großteil aus Schlick. (Foto © Sandra Grünwald)
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