
SOLINGEN (red) – Die Diakonie Bethanien setzt auf ihrem Campus in Solingen umfangreiche Maßnahmen zur Klimaanpassung um. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz fördert das Modellprojekt „AnpaSo“ mit 360.000 Euro über zwei Jahre. Bis Mitte 2026 werden 29 Bäume gepflanzt, Rasenflächen in artenreiche Blühwiesen umgewandelt, Strauchsäume angelegt und Pflegeeinrichtungen mit Sonnenschutz ausgestattet. Das Projekt trägt dazu bei, den historischen Bethanien-Park klimaresilient zu gestalten und gleichzeitig die Lebensqualität für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiter zu verbessern.
Aufforstung nach klimabedingten Verlusten
In den vergangenen Jahren mussten zahlreiche Bäume auf dem Gelände gefällt werden, die durch Trockenheit, Krankheitsbefall oder Schäden durch Extremwetterereignisse nicht mehr standsicher waren. Im Rahmen von „AnpaSo“ werden nun 21 Bäume und acht Obstbäume an verschiedenen Standorten gepflanzt. Auf der Wiese vor dem Diakonissen-Mutterhaus, wo das Naturdenkmal Buche stand, entstehen beispielsweise zwei neue Baumstandorte. Die neuen Bäume sind speziell für die veränderten klimatischen Bedingungen ausgewählt und sollen künftig Schatten und Verdunstungskühle spenden.
Am Waldrand unterhalb des Diakonissen-Mutterhauses werden mehr als 200 Quadratmeter artenreicher Strauchsaum aus einheimischen Gehölzen gepflanzt. Dafür wird der großflächige Brombeer-Aufwuchs zurückgenommen, der bisher keine anderen Arten und keine Naturverjüngung mehr zuließ. Davon profitieren auch zwei große, alte Ginkgo-Bäume am Waldrand. Im Pflanzstreifen am Parkplatz Aufderhöher Straße wird die bisherige Cotoneaster-Monokultur durch über 400 Quadratmeter artenreiche Unterpflanzung mit Sträuchern und Bodendeckern ersetzt.
Blühwiesen statt Rasenflächen
Hinter dem Mutterhaus und hinter Haus Ahorn werden insgesamt rund 1.470 Quadratmeter Rasenfläche in artenreiche Wiesen umgewandelt. Die Ansaat erfolgt mit zertifiziertem Regio-Saatgut, das zu 50 Prozent aus Kräutern und zu 50 Prozent aus Gräsern besteht. Diese Wiesen benötigen weniger Pflege als Rasen, sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit und bieten Lebensraum für Insekten und andere Tiere.
Bis Mitte 2026 werden ausgewählte Räume in den Pflegeeinrichtungen mit Sonnenschutzverglasung und Rolläden ausgestattet, um die Aufheizung der Zimmer in Hitzeperioden zu reduzieren. Zusätzlich wird eine Betonfläche entsiegelt und drei dachbegrünte Sonnenschutzpavillons aufgebaut. Diese Maßnahmen sollen zur Verbesserung des Mikroklimas auf dem Campus beitragen und gleichzeitig attraktive Aufenthaltsbereiche im Freien schaffen.

Klimaschutz mit historischen Wurzeln
Der Bethanien-Park hat eine lange Tradition naturnaher Gestaltung. Bereits 1898 wurde das Sanatorium Augustaheim inmitten von Obstbäumen und gärtnerischen Anlagen gegründet. Klimatherapien und Luftkuren prägten das Konzept von Anfang an. Diese Tradition wird mit dem Klimaanpassungsprojekt AnpaSo in die Gegenwart überführt und an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst.
„Mit dem Förderprogramm AnpaSo können wir unseren historischen Park nicht nur erhalten, sondern zukunftsfähig gestalten. Die Maßnahmen schützen unsere Bewohnerinnen und Bewohner vor Hitze und schaffen gleichzeitig einen grüneren, lebenswerteren Campus für alle“, erklärt Dr. Stephan Ricken, Geschäftsführer der Diakonie Bethanien.
Biologische Vielfalt im Bethanien-Park
„Die neuen Baumpflanzungen und Wiesenflächen machen unseren Park nicht nur klimaresilienter, sondern fördern auch die biologische Vielfalt. Wir setzen auf einheimische Arten und regionales Saatgut, um einen naturnahen Lebensraum zu schaffen, der den veränderten Klimabedingungen standhält“, ergänzt Carsten Suhre, Gartenbautechniker in der Diakonie Bethanien.
„Die umfangreichen Arbeiten bringen natürlich auch temporäre Beeinträchtigungen mit sich. Wir bitten alle Betroffenen wie z.B. Besucher unserer Einrichtungen oder Gäste, Bewohner und Patienten um Verständnis. Die Geduld lohnt sich, denn am Ende profitieren wir alle von einem grüneren, kühleren und klimaresilienten Bethanien-Park“, betont Marcus Willner, Leiter der Gebäudetechnik der Diakonie Bethanien in Solingen.

































