
SOLINGEN (mh) – Am vergangenen Samstag wurde um 17 Uhr im Kunstmuseum Solingen die diesjährige Jahresausstellung des Vereins Solinger Künstler unter dem Titel „TROTZALLEDEM“ feierlich eröffnet. Susanne Müller-Kölmel, die Vorsitzende des Vereins, begrüßte die zahlreichen Gäste und betonte in ihrer Ansprache die Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert ist. Der Klimawandel, die Suche nach Nachhaltigkeit und die Vergänglichkeit des Glücks sind Themen, die viele Künstlerkollegen in ihren Arbeiten aufgegriffen haben.
Trotzalledem – Jahresausstellung im Kunstmuseum
„In Anbetracht der schwierigen Zeiten geht es uns noch vergleichsweise gut“, erklärte Müller-Kölmel. „Es ist die Kunst, die Horizonte verschiebt und neue Perspektiven aufzeigt. Sie lässt uns (nach)denken und spendet Trost, während sie unseren Blick auf das Schöne und Lebenswerte richtet.“ In diesem Kontext zitierte sie den renommierten Künstler Gerhard Richter: „Kunst ist die höchste Form von Hoffnung.“ Diese Botschaft war einer der Beweggründe für die Wahl des Titels „TROTZALLEDEM“ für die Jahresausstellung 2025.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach fand ebenfalls lobende Worte für die Ausstellung und ermutigte alle Anwesenden, trotz der vielen negativen Nachrichten den Blick für das Schöne zu bewahren. „Lassen Sie sich das Leben nicht schlecht reden“, appellierte er an das Publikum.
Insgesamt präsentieren 19 Künstlerinnen und Künstler der SK ihre Werke in dieser Jahresschau. Die Vielfalt der Techniken und Stile spiegelt sich in den unterschiedlichen Herangehensweisen an das zentrale Thema wider. Während einige Arbeiten das Positive hervorheben – wie etwa Christina Koesters kugelartige Skulptur „Werden“, die den Kreislauf von Vergehen und Neuanfang symbolisiert – zeigen andere Werke deutliche Gegensätze auf. Michael Bauer-Brandes stellt mit seiner Stahlskulptur einen „Strandspaziergang“ dar, der eindringlich auf die Verschmutzung der Meere hinweist, während sorglos spielende Kinder im Vordergrund stehen.
19 Künstler zeigen ihre Werke
Heinz-Peter Knoop thematisiert in seiner Holzbildhauerei den Menschen als „Sorgenträger“. Seine Skulptur steht symbolisch dafür, dass wir zwar Sorgen tragen müssen, dabei jedoch niemals die Hoffnung aus den Augen verlieren sollten. Susanne Müller-Kölmel selbst zeigt in ihrer Installation „Dazwischen das Glück“, wie zerbrechlich Glück sein kann und wie wichtig es ist, den Moment zu genießen. Ihre begleitende Video-Arbeit „Der Himmel auf Erden“ ist eine Hommage an ihre Großeltern und kombiniert bewegte Bilder mit transparenten Zeichnungen.

Ela Schneider fordert mit ihren Holzarbeiten unter dem Titel „Setz dich erstmal hin!“ dazu auf, innezuhalten und die Gedanken zu ordnen – ein guter Ratschlag in unserer hektischen Zeit. Güdny Schneider-Mombaur widmet sich in ihrem Werkzyklus „Magic Mountains“ der durch Klimawandel bedrohten Bergwelt. Ihre Bilder entstehen durch übereinandergelegte Materialschichten auf einer Wanne aus Zink als Bildträger.
Einzelausstellung „LANDEN DÜRFEN“
Parallel zur Jahresschau gibt es im Untergeschoss eine Einzelausstellung von Kirsten Dietz-Reinbeck mit dem Titel „LANDEN DÜRFEN“. Die Keramikerin gewährt Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen, das eng mit der Natur verbunden ist. Ihre 36 Porzellanscheiben erinnern an Wellen und Weite.
Seit 2005 befasst sich die gebürtige Rostockerin beim Brennen ihrer keramischen Arbeiten intensiv mit der japanischen Raku-Technik. Die Künstlerin stellt sowohl zum Gebrauch bestimmte Keramiken her, als auch Gefäße, die nichts anderes als autarke Kunst sein sollen. Bei ihren Arbeiten kommen Erde, Tom, Wasser, Feuer und Luft als gestaltende Elemente zusammen.

Ein besonderes Highlight der Eröffnung war die musikalische Darbietung von Gerrit Schneider aus Solingen und Zachary Alexander Donaldson aus Amerika. Beide Musiker studieren Alte Musik an der Hochschule für Künste in Bremen. Gerrit begeisterte als Countertenor mit seiner unvergleichlichen Stimme, während Zachary virtuos auf Laute und Theorbe spielte – Standing Ovations waren das verdiente Ergebnis ihres Auftritts.
Die Ausstellung im Kunstmuseum ist bis zum 16. März 2025 geöffnet. Die Finissage findet am letzten Tag um 15 Uhr statt. Besucher sind herzlich eingeladen, sich von den vielfältigen Werken inspirieren zu lassen und einen Blick auf die Hoffnungsbotschaften zu werfen, die diese außergewöhnliche Ausstellung vermittelt. Inmitten aller Herausforderungen bietet „TROTZALLEDEM“ einen Raum für Reflexion, Freude und vor allem Hoffnung.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Michael Bauer-Brandes, Heiderose Birkenstock-Kotalla, Greta Calaminus, Judith Funke, Klaus Greinert, Anita Herzog-Graf, Ulle Huth, Michael Klette, Heinz-Peter Knoop, Christina Koester, Petra Korte, Susanne Müller-Kölmel, Jürgen Schmatz, Ela Schneider, Güdny Schneider-Mombaur, Sabine Smith, Manuela Stein, Duda Voivo
Öffnungszeiten:
Täglich von 10-17 h, außer montags
Führungen:
Sonntags, 11:15 h und 14 h
Sonderführung:
Samstag, 01.03.2025, 15 h