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Durch die Wupperberge: Eine Wanderung voller Erinnerungen

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Weite Blicke über die grünen Wiesen, Obstbäume und Hofschaften im Tal gehören zu den Höhepunkten der Wanderung durch die Wupperberge. (Foto: © Miriam Köppchen)
Weite Blicke über die grünen Wiesen, Obstbäume und Hofschaften im Tal gehören zu den Höhepunkten der Wanderung durch die Wupperberge. (Foto: © Miriam Köppchen)

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Vom Haus Fähr über den Klippenberg und Gut Paulinenhof zurück ins Tal

Route: Haus Fähr – Klippenberg – Liegebank – Oberbüscherhof – Gut Paulinenhof – Haus Fähr
Höhenmeter: etwa 180 Meter
Geeignet für: Familienwanderung

Von Miriam Köppchen

Es gibt Wege, die man nicht einfach nur geht – man trägt ihre Erinnerungen ein Leben lang in sich. Diese Wanderung beginnt an der Wupper, hinter der Brücke am Haus Fähr auf Leichlinger Seite. Von dort führt sie hinauf in eine stille Welt aus Mischwald, weiten Ausblicken und bergischer Geschichte.

Die Strecke duftet nach Wildkräutern, Harz und feuchtem Waldboden. Sie weckt Erinnerungen an frisch gepflückte Blaubeeren, den Proviant aus Omas und Opas Rucksack und jene unbeschwerten Sommertage, an denen die Zeit scheinbar langsamer verging. Was folgt, ist deshalb mehr als eine Wegbeschreibung. Es ist auch eine kleine Reise zurück in die Kindheit durch die Wupperberge.

Wupperberge: Aufbruch am Haus Fähr

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz hinter der Wupperbrücke. Das einst traditionsreiche Haus Fähr steht unmittelbar am Fluss. Die Brücke verbindet hier die beiden Seiten des Bergischen Landes. Im Morgenlicht glitzert die Wupper dunkel und ruhig, während ihre Strömung Blätter und Geschichten talwärts trägt.

Hinter dem Wanderparkplatz verlässt man das Tal und taucht unmittelbar in den Wald ein. Ein schmaler Pfad windet sich den Hang hinauf – zunächst sanft, später mit deutlich spürbarer Steigung. Moos, feuchte Erde und Laub verströmen ihren unverwechselbaren Duft. Selbst an trockenen Tagen scheint der Bergische Wald seine Feuchtigkeit zu bewahren.

Die Liegebank am Aussichtspunkt lädt zu einer ausgedehnten Rast mit Blick über das Bergische Land ein. (Foto: © Miriam Köppchen)
Die Liegebank am Aussichtspunkt lädt zu einer ausgedehnten Rast mit Blick über das Bergische Land ein. (Foto: © Miriam Köppchen)

Mein Großvater trug auf diesen Wanderungen stets denselben schweren Bergrucksack mit großen Messingschnallen und dazu seinen Filzhut mit Gamsbart. Im Rucksack lagen Butterbrote in einer Blechdose, sorgfältig eingewickelte Puffertsplätzchen und eine Thermoskanne mit warmem Kakao. Schon auf den ersten Metern durfte die erste Brombeere oder Blaubeere genascht werden.

Wanderung durch die Wupperberge

Der Weg durch die Wupperberge gehört zu den schönsten Abschnitten der Runde. Hohe, alte Bäume bilden ein grünes Dach über dem Pfad. Sonnenstrahlen fallen schräg durch das Blätterwerk und zeichnen helle Muster auf den moosigen Waldboden. Im Frühjahr glitzern hier die Tautropfen. Im Sommer tanzen Licht und Schatten über den Weg, während sich der Wald im Herbst in ein Gemälde aus Kupfer, Gold und Rot verwandelt.

Plötzlich breitet sich zwischen den Baumstämmen ein Teppich aus Blaubeersträuchern aus. Für Kinder bedeutete diese Stelle früher stets eine ungeplante Pause. Die kleinen Früchte hingen reif und süßsäuerlich an den niedrigen Büschen. Innerhalb weniger Minuten füllten sich Hände, Taschen und Omas Körbchen mit den kleinen blauen Schätzen. Die Zunge wurde blau, die Finger violett. Meine Großeltern lächelten geduldig und ließen mich sammeln, solange ich wollte.

Der Klippenberg: Anstieg und Aussicht

Vom Beerenpfad führt der Weg weiter bergauf zum Klippenberg. Der Name hält, was er verspricht: Felsige Ausläufer, steinige Hänge und ein zunehmend schmaler Pfad prägen nun das Gelände. Der Anstieg verlangt etwas Kondition. Oben angekommen, wird man jedoch mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Die Baumreihen öffnen sich und geben den Blick auf das Bergische Hügelland frei. Tief unten schimmert die Wupper im Tal. Sanfte Höhenzüge, alte Obstwiesen und verstreute Hofschaften bestimmen die Landschaft. Auf den Weiden grasen Pferde, Schafe und Ziegen zwischen den zahlreichen Fachwerkhäusern. Besonders schön ist der Aussichtspunkt „Pilz“. Er ist kein offizieller Gipfel mit Schild und Stempel, sondern ein stiller Ort, den vor allem Einheimische kennen und schätzen. Von hier schweift der Blick weit über das Wuppertal.

Untenrüden und Obenrüden

Tief unten liegen die kleinen Hofschaften Untenrüden und Obenrüden. Die Häuser schmiegen sich an die Wupper und wirken von der Höhe aus beinahe wie eine Miniaturwelt. An stillen Tagen trägt der Wind sogar das Krähen eines Hahns oder das Blöken von Schafen und Ziegen bis hinauf zum Aussichtspunkt.

Der Obenrüdener Kotten

Im Tal ist auch der ehemalige Obenrüdener Kotten zu erkennen. Einst wurde er als Schleifkotten genutzt, wie sie für das Bergische Land typisch waren. Mit der Kraft des Wassers wurden hier Klingen und Werkzeuge geschliffen. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus mit Ferienwohnung und erinnert zugleich an die lange Handwerksgeschichte der Region.

Früher war von hier oben sogar der Rüdenstein zu sehen. Inzwischen wird der Blick auf das Denkmal durch den gewachsenen Wald weitgehend verdeckt. An diesem Ort bleibt man gerne stehen. Man schaut hinaus, schweigt vielleicht für einen Moment und genießt die Weite. Manche Ausblicke verlangen keine Worte.

Die Liegebank: Rast mit Aussicht

Unterhalb des Aussichtspunktes steht heute eine Liegebank. Die breite Holzkonstruktion lädt dazu ein, sich auszustrecken und den Blick über die Landschaft oder hinauf in den Himmel schweifen zu lassen. Früher lag unterhalb des „Pilzes“ unser Picknickplatz. Dort wurde der schwere Rucksack abgestellt, das Butterbrotpapier entfaltet und die Brotdose geöffnet. Butterbrote mit Käse oder Kottenwurst, Äpfel, Puffertsplätzchen und warmer Kakao aus der Thermoskanne schmeckten hier besser als irgendwo sonst. Amseln sangen, der Kuckuck rief, und über allem lag jene besondere Stille des Waldes. Für einen Moment schien die Welt vollkommen in Ordnung zu sein.

Über den Oberbüscherhof

Nach der Rast führt der Weg über den Höhenrücken weiter in Richtung Oberbüscherhof. Weite Wiesen, Hecken und alte Obstbäume prägen hier das Landschaftsbild. Im Sommer liegt der Duft von frisch gemähtem Heu über den Feldern. Die Wege wirken ländlich und beschaulich, die Ruhe beinahe zeitlos. Nur gelegentlich hört man spielende Kinder, das Muhen einer Kuh oder in der Ferne einen Traktor.

Alte Obstwiesen, dicht bewaldete Hänge und kleine Hofschaften prägen die Landschaft entlang des Wanderweges. (Foto: © Miriam Köppchen)
Alte Obstwiesen, dicht bewaldete Hänge und kleine Hofschaften prägen die Landschaft entlang des Wanderweges. (Foto: © Miriam Köppchen)

Gut Paulinenhof: Lebendige Hofidylle

Einer der lebhaftesten Orte entlang der Strecke ist das Gut Paulinenhof. Schon von Weitem ist das Gackern und Schnattern von Hühnern und Gänsen zu hören. Die Tiere bewegen sich frei über den Hof und die angrenzenden Wiesen und verleihen dem Ort eine besondere Lebendigkeit. Die Gänse schreiten würdevoll über das Gelände und kommentieren Besucher gerne mit lautstarkem Geschnatter. Die Hühner picken dagegen gelassen nach Körnern und lassen sich von vorbeiziehenden Wanderern kaum beeindrucken. Gerade für Kinder ist der Hof ein kleines Erlebnis. Hier wird Landwirtschaft sichtbar, hörbar und unmittelbar erlebbar.

Zurück hinunter an die Wupper

Vom Paulinenhof führt der Weg durch die Wupperberge allmählich zurück ins Tal. Die Beine kennen inzwischen das Gelände, die Brotdosen sind leer und der Kopf ist frei. Durch den Hangwald nähert man sich wieder der Wupper. Das Licht fällt nun flacher durch die Bäume, die Schatten werden länger und das leise Rauschen des Flusses kündigt das Ziel bereits an.

Schließlich erreicht man erneut das Haus Fähr. Die Beine sind angenehm müde, das Herz ist ein wenig leichter und die Gedanken sind voller Bilder. In meiner Kindheit wanderten die gesammelten Blaubeeren am Abend direkt aus dem Körbchen auf Omas frisch gebackene Pfannkuchen – natürlich mit warmer Vanillesoße.

Manche Wege führen nach Hause, auch wenn man schon dort ist.

Eine Kindheitswanderung durch die Wupperberge und das Bergische Land.

Volksbank Bergisches Land
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