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Botanischer Garten: Imkertag mit Führungen und Königinnensuche

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Auch der 13. Imkertag war wieder sehr gut besucht. Mehrere hundert Interessenten informierten sich über Wildbienen und deren Schutz. Viele nahmen an der Führung über den Wildbienen-Lehrpfad teil. (Foto: © Martina Hörle)
Auch der 13. Imkertag war wieder sehr gut besucht. Mehrere hundert Interessenten informierten sich über Wildbienen und deren Schutz. Viele nahmen an der Führung über den Wildbienen-Lehrpfad teil. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Der 13. Imkertag lockt große und kleine Besucher in den Botanischen Garten. Einen Bienenstock sieht man nicht alle Tage. Für die Kleinen besonders spannend: Wie sieht denn die Bienenkönigin aus?

Im Bienenstock die Königin suchen

Diese und viele weitere Fragen können die Mitglieder des Imkervereins Solingen ausführlich beantworten. Bereits um elf Uhr morgens haben sie ihren Stand unter dem großen Sonnensegel aufgebaut. Zur Anschauung steht dort eine große Honigschleuder. Außerdem gibt es weitere Produkte wie Bienenwachskerzen und viele Gläser mit aromatischem Honig. Abgerundet wird das Programm mit der Beratung und Verkauf von bienengeeigneten Stauden und Pflanzen für den eigenen Garten oder Balkon. Obendrein warten leckere Grillwürstchen auf hungrige Besucher.

Kai Kunicke und Agnes Debroye sind im Vorstand des Imkervereins Solingen. Heute beantworten sie zahlreiche Fragen von interessierten Besuchern. Viele Gläser mit aromatischem Honig wechseln den Besitzer. (Foto: © Martina Hörle)
Kai Kunicke und Agnes Debroye sind im Vorstand des Imkervereins Solingen. Heute beantworten sie zahlreiche Fragen von interessierten Besuchern. Viele Gläser mit aromatischem Honig wechseln den Besitzer. (Foto: © Martina Hörle)

Kai Kunicke, Vorsitzender des Imkervereins, ist seit vielen Jahren Hobby-Imker. „Als Hobby-Imker hat man etwa zehn Bienenvölker“, erzählt er und vergleicht mit einem Berufsimker. „Der hat über hundert.“ Vor zehn Jahren hat Kunicke die Imkerei als Hobby entdeckt. „Es war mehr ein Zufall“, verrät er. „Bei einem Gespräch mit Imkerin Agnes Debroye, der stv. Vorsitzenden des Vereins, hatte ich gesagt, dass ich mir die Imkerei gut als Hobby vorstellen könnte.“ Wie der Zufall so spielt, hatte sich an einem der nächsten Tage in Kunickes Garten ein Bienenschwarm im Baum niedergelassen. Debroye kam, fing ihn ein und fragte: „Wo soll er hin?“ Seit der Zeit kann Kunicke seinen eigenen Honig genießen.

Durch Zufall zum eigenen Bienenstaat

Er liebt sein Hobby: „Ich kann viel in der freien Natur arbeiten. Ein Bienenvolk zu beobachten ist ebenso entspannend wie vor einem Aquarium zu sitzen.“ Die Besucher erfahren, dass eine Bienenkönigin 2.000 Eier an einem Tag legt und dass ein Bienenvolk bei Saisonanfang im April aus 10.000 – 20.000 Tieren besteht. Bis Ende Juni explodiert die Population förmlich. 60.000 Tiere sind dann keine Seltenheit.

Große und kleine Besucher suchen gespannt inmitten von 5.000 Bienen die Königin. Sie ist etwas größer als die anderen Tiere und hat einen kleinen gelben Punkt zur Kennung auf dem Rücken. (Foto: © Martina Hörle)
Große und kleine Besucher suchen gespannt inmitten von 5.000 Bienen die Königin. Sie ist etwas größer als die anderen Tiere und hat einen kleinen gelben Punkt zur Kennung auf dem Rücken. (Foto: © Martina Hörle)

In dem mitgebrachten Schaukasten sind etwa 5.000 Bienen. Die Königin wird mit einem kleinen Punkt gekennzeichnet. Der hat jedes Jahr eine andere Farbe. „Einerseits findet man die Königin einfach schneller, andererseits kann man auf diese Art das Alter des Tieres feststellen“, liefert Kunicke die Begründung. Eine Königin hat eine Lebenszeit von vier Jahren, eine Arbeiterin dagegen nur etwa zwei bis drei Wochen.

Falsche Farbe bei Biene Maja

„Kinder verwechseln oft Bienen mit Wespen“, berichtet der Imker. „Das liegt nicht zuletzt an der Fernsehbiene Maja. Sie ist schwarz und gelb gezeichnet. Bienen sind nicht gelb, sondern braun. Wespen dagegen tragen ein leuchtendes Gelb.“ Im Gegensatz zu den Aas fressenden Wespen sind Bienen Vegetarier.

Dr. Jan Boomers, Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper, führt interessierte Besucher über den Wildbienen-Lehrpfad. Der Pfad bietet zahlreiche Anregungen, um die Wildbienen zu unterstützen. Sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste. (Foto: © Martina Hörle)
Dr. Jan Boomers, Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper, führt interessierte Besucher über den Wildbienen-Lehrpfad. Der Pfad bietet zahlreiche Anregungen, um die Wildbienen zu unterstützen. Sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste. (Foto: © Martina Hörle)

Dr. Jan Boomers von der Biologischen Station Mittlere Wupper unternimmt mit Interessierten Führungen über den Wildbienen-Lehrpfad, den die Station in Kooperation mit dem Botanischen Garten nach intensiver Überarbeitung im April 2016 neu eröffnet hat. „Die Wildbienen unterscheiden sich sehr von den Honigbienen. Sie leben beispielsweise nicht in einem Bienenstaat, sondern als Solitärbienen.

550 Wildbienenarten in Deutschland

In Deutschland findet man etwa 550 verschiedene Arten, davon in Solingen rund 100. Manche sind nur drei Millimeter groß, andere bis zu drei Zentimeter.“ Boomers fasziniert die Artenvielfalt der Wildbienen. Man findet Maskenbienen, Frühlings-Pelzbienen oder auch die große Wollbiene. Auf dem Lehrpfad ist neben geeigneten Unterschlupfen ebenfalls für die entsprechenden Blütenpflanzen gesorgt. Der Pfad bietet zahlreiche Tipps und Anregungen zum Nachmachen. Wildbienenschutz kann so einfach sein.

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