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Clemens-Galerien: Doppelausstellung in der Galerie Ruthmann

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Stephen William Brown-Boyd, Stefanie Schürmann und Lothar Ruthmann (v. li.) freuen sich über die neue Ausstellung. (Foto: © Martina Hörle)
Stephen William Brown-Boyd, Stefanie Schürmann und Lothar Ruthmann (v. li.) freuen sich über die neue Ausstellung. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Seit diesem Wochenende stellen zwei Gastkünstler in der Galerie Ruthmann vier Wochen lang (Option auf Verlängerung) ihre Werke aus. Lothar Ruthmann, der im Rahmen des city-art-projects in einer der Eckgalerien am Mühlenplatz (Clemens-Galerien) ausstellt, freut sich über diese neuen Künstlerkontakte. Er selbst lässt sich von den Arbeiten Salvador Dalis inspirieren, lebt in einer Künstlerwelt ohne Grenzen und Vorschriften.

Künstlerwelt ohne Grenzen

Stephen William Brown-Boyd beschäftigt sich in „Des Mortimers Kunst“ unter anderem mit dem Thema Tod und der Frage nach dem „Danach“. Seine Ideen hierzu bringt er in Bildern und Objekten zum Ausdruck. Brown-Boyd malt vorwiegend in Acryl auf Leinwand, manchmal auch auf Holz. Eines seiner Objekte, ein metallener Körper trägt eine Uhr in sich – Zeichen der Vergänglichkeit.

Mortimer Mac Brown alias Stephen William Brown-Boyd befasst sich in seinen Arbeiten intensiv mit der Suche nach dem wirklichen Sein. (Foto: © Martina Hörle)
Mortimer Mac Brown alias Stephen William Brown-Boyd befasst sich in seinen Arbeiten intensiv mit der Suche nach dem wirklichen Sein. (Foto: © Martina Hörle)

„Grundsätzlich bin ich auf der Suche nach dem wirklichen Sein“, erläutert er seine Beweggründe. „Was ist man eigentlich wirklich im Inneren?“ Der Körper ist seiner Ansicht nach nichts anderes als eine biologische Maschine. Und so stellt der Künstler auch diverse Organe und Körperteile beispielsweise als Herz- oder Hirnmaschine da. „Das wahre Dasein ist ja viel mehr als das, was wir von der Realität wahrnehmen. Realität selbst ist riesengroß, so dass wir sie nicht mal annähernd erfassen können.“ Manches an der Körpermaschine kann repariert werden, anderes nicht. Irgendwann ist die Zeit abgelaufen. Dann geht man zurück, wo man hergekommen ist. „Warum ist das so und was passiert da eigentlich?“, stellt sich Mortimer Mac Brown, wie sich Brown-Boyd nennt, oftmals die Frage.

Auf der Suche nach dem wirklichen Sein

Wenn seine Werke mit den Skeletten und Schädeln auf den ersten Blick etwas gruselig erscheinen mögen, trägt doch jeder etwas Derartiges in sich. Ist es weniger gruselig, wenn man es nicht sieht? Der Tod ist in unserer Gesellschaft oft noch ein Tabu-Thema, obwohl sich jeder früher oder später damit konfrontiert sehen wird. „Vieles an der Abneigung ist anerzogen“, stellt der Künstler fest. Seine kleine Tochter (3,5 Jahre) hat keinerlei Berührungsängste. „Sie malt die Totenschädel bunt an“, lächelt Mortimer Mac Brown.

Die Wuppertalerin Stefanie Schürmann (33 Jahre) stellt unter dem Namen „Prestige Panton“ aus. Hauptberuflich arbeitet sie im Pflegebereich. „Die Kunst nutze ich, um negative Dinge ins Positive umzukehren.“

Für Stefanie Schürmann ist es die erste Ausstellung überhaupt. Die Protagonisten ihrer „Freak-Reihe“ hat sie ihren Kurzgeschichten entnommen. (Foto: © Martina Hörle)
Für Stefanie Schürmann ist es die erste Ausstellung überhaupt. Die Protagonisten ihrer „Freak-Reihe“ hat sie ihren Kurzgeschichten entnommen. (Foto: © Martina Hörle)

Begonnen hat sie vor drei Jahren in einer schwierigen Lebensphase. Da entdeckte sie die therapeutische Wirkung der Kunst. In der Galerie hängen zehn skurrile Bilder (50 x 70 cm) nebeneinander. „Freak-Show“ nennt die Künstlerin ihre Arbeiten. Die Idee zu dieser Reihe entstand Anfang des Jahres. Die Inspiration kam von ihrem 13-jährigen Sohn. „Er ist unglaublich kreativ und hat viel Fantasie“, erzählt Schürmann. Auf Pappkarton hatte sie experimentell in einer Mischtechnik Edding, Aquarellstifte und Pinsel miteinander kombiniert. Mit sparsam verwendeten Farben entstanden alte Zirkusplakate. Da wurde aus Jack-in-the-Box kurzerhand Dog-in-the-Box. Vorherrschende Motive sind allerdings Gesichter.

Kunst zu therapeutischen Zwecken

„Ich hatte zuerst eine Geschichte über diese Freaks geschrieben“, schildert die Malerin. Sie schreibt schon seit vielen Jahren Kurzgeschichten, hat aber bislang nichts veröffentlicht. „Mein Sohn meinte, ich solle die Protagonisten aus meinen Geschichten malen.“ Wie sie ihren Malstil nennt, überlegt sie noch. „Er ist gegenständlich, doch überzogen. Manches ist skurril, aber nicht surreal.“ Dann zuckt sie die Achseln und lächelt: „Mein Malstil ist einfach anders.“

Diesen „anderen“ Malstil kann man ebenso wie des Mortimers Kunst die nächsten vier Wochen besichtigen. Die Galerie ist samstags von 11 – 14 Uhr und sonntags von 15 – 17 Uhr geöffnet. Sollte die Ausstellung verlängert werden, wird „Prestige Panton“ ihre Werke gegen eine neue, kleinere Reihe austauschen. Was das sein wird, verrät sie vorläufig noch nicht.

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