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Der jüdische Friedhof in Solingen

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Der jüdische Friedhof ist ein eindrucksvolles Zeugnis jüdischer Kultur in Solingen. Die Grabsteine sind teils in hebräischer und teils in deutscher Sprache. (Archivfoto: © B. Glumm)
Der jüdische Friedhof ist ein eindrucksvolles Zeugnis jüdischer Kultur in Solingen. Die Grabsteine sind teils in hebräischer und teils in deutscher Sprache. (Archivfoto: © B. Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Der jüdische Friedhof am Estherweg ist eines der wenigen deutlich sichtbaren Zeugnisse jüdischen Lebens in Solingen. Das Gemeindeleben der jüdischen Kultusgemeinde spielt sich längst überwiegend in Wuppertal ab, wo 2002 die neue Synagoge eingeweiht wurde. Die Solinger Synagoge wurde 1938 im Zuge der Novemberprogrome von den Nationalsozialisten zerstört. Der jüdische Friedhof in Solingen wird von der „Arbeitsgemeinschaft Jüdischer Friedhof“ von Schülerinnen und Schülern der Alexander-Coppel-Gesamtschule gehegt und gepflegt. Auch Führungen werden von der AG angeboten.

Der Friedhof am Estherweg wurde erstmals im Jahre 1718 erwähnt. Die letzte Beisetzung fand 1941 statt, mitten im Zweiten Weltkrieg. Obwohl der Friedhof auch während der Progromnacht 1938 Zerstörungen ausgesetzt war, überstand das Gelände die nationalsozialistische Terrorherrschaft weitestgehend unbeschadet. „Es gab in all den Jahren unserer Tätigkeit hier auch nie antisemitische Ausschreitungen“, berichtet Michael Sandmöller, Lehrer an der Alexander-Coppel-Gesamtschule. Der Friedhof am Estherweg ist verschlossen und kann nur nach Voranmeldung besichtigt werden.

Patenschaft der Alexander-Coppel-Gesamtschule

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Stadt Solingen für die Instandsetzung und die weitere Pflege des Friedhofes zuständig. 1987 übernahm die Gesamtschule Solingen (heute Alexander-Coppel-Gesamtschule) Patenschaft und Pflege des Friedhofes.

Hinter jedem Grabstein steckt eine Geschichte. Michael Sandmöller (li.), Lehrer an der Alexander-Coppel-Gesamtschule, weiss einige davon zu erzählen. (Archivfoto: B. Glumm)
Hinter jedem Grabstein steckt eine Geschichte. Michael Sandmöller, Lehrer an der Alexander-Coppel-Gesamtschule, weiss einige davon zu erzählen. (Archivfoto: B. Glumm)

Beim Rundgang über den Friedhof begegnen den Besuchern bekannte Solinger Namen. Wie die Industriellenfamilie Coppel, die am Estherweg in einem Familiengrab bestattet ist. Auch die tragischen Schicksale der Familie Leven lassen sich anhand der Grabsteine ablesen. Der Jorunalist Max Leven wurde während der Progromnacht 1938 ermordet. Helene Leven und Grete Tichauer wurden im Vernichtungslager Auschwitz umgebracht.

Dass sich die Solinger jüdischen Glaubens immer als Deutsche gefühlt haben, zeigt ein Gedenkstein im Zentrum des Friedhofs. Dort wird an die sieben jüdischen Gefallenen aus Solingen erinnert, die im Ersten Weltkrieg für das deutsche Kaiserreich in die Schlacht zogen und nicht mehr in die Klingenstadt zurückkehrten.

Weitere Informationen im Internet: Jüdischer Friedhof in Solingen

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