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Großübung mit über 500 Beteiligten im Klinikum (mit VIDEO)

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Als Übungslage wurde ein Brand angenommen, der auf der Station G11 im 1. Obergeschoss des Hauses G des Klinikums ausgebrochen ist. Angehörige der Solinger Feuerwehr rückten zur Menschenrettung an. (Foto: © Bastian Glumm)
Als Übungslage wurde ein Brand angenommen, der auf der Station G11 im 1. Obergeschoss des Hauses G des Klinikums ausgebrochen ist. Angehörige der Solinger Feuerwehr rückten zur Menschenrettung an. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (red/bgl) – Am Samstagnachmittag war rund um das Klinikum ab 14 Uhr so einiges los. Eine große Einsatzübung von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastropheschutz wurde abgehalten. Als Übungslage wurde ein Brand angenommen, der auf der Station G11 im 1. Obergeschoss des Hauses G des Klinikums ausgebrochen ist. Ausgehend von einem Patientenzimmer dehnte sich der Brand auf die angrenzenden Räume aus und führte dazu, dass die gesamte Station nach wenigen Minuten verraucht war. 23 Patienten der Station, gespielt von Übungsdarstellern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), wurden durch den Brand bedroht.

Neue Rettungsmatratzen kamen zum Einsatz

Nach dem simulierten Alarm der Brandmeldeanlage begann das Krankenhaus-Personal unmittelbar mit der Rettung der gefährdeten Patienten im 1. Obergeschoss. Aufgrund des sich schnell ausbreitenden Rauchs mussten sich die Pflegekräfte jedoch nach wenigen Minuten selbst in Sicherheit bringen. Über zwei Treppenräume begannen rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr (aus allen drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie der Löscheinheiten 3, 6 und 7 der Freiwilligen Feuerwehr) mit der Menschenrettung in der Station. Hierbei ging es auch darum, bettlägerige Patienten mithilfe der neu durch das Klinikum beschafften Rettungsmatratzen zu retten. Alarmiert wurden die Einsatzkräfte nach und nach vom Betriebshof der Stadtwerke an der Weidenstraße, wo sich Fahrzeuge und Besatzungen zunächst sammelten.

Rund 430 Rettungskräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutz rückten am Samstag zur Übung zum Klinikum aus. (Foto: © Bastian Glumm)
Rund 430 Rettungskräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutz rückten am Samstag zur Übung zum Klinikum aus. (Foto: © Bastian Glumm)

23 simulierte Patienten mussten gerettet werden

Insgesamt mussten 23 Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern aus dem Brandgeschoss gerettet und medizinisch erstversorgt werden. Für die medizinische Rettung wurde ein eigener Einsatzabschnitt gebildet, in dem Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz (Einsatzeinheit des DRK) eingesetzt wurden. Die Einsatzkräfte versorgten die Geretteten und organisierten in Abstimmung mit der ärztlichen Leitung des Klinikums deren Transport in geeignete Stationen des Klinikums beziehungsweise in externe Krankenhäuser.

Feuerwehr und Klinikum bilden Einsatzleitung

Durch die fiktive Räumung des Gebäudes G betroffene, aber unverletzte Patienten (gespielt durch 50 Angehörige der Jugendfeuerwehr) wurden aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht und durch eine weitere Einsatzeinheit des Malteser Hilfsdienstes betreut. Die Gesamtkoordination aller Einsatzmaßnahmen erfolgte gemäß Krankhausalarmplan durch die gemeinsam von Feuerwehr und Klinikum gebildete Einsatzleitung. Das Zusammenwirken der Führungskräfte beider Organisationen stellte einen der Übungsschwerpunkte dar.

In einem abgesperrten Bereich des Foyers wurde eine "Patienten"-Ablage organisiert. Dort wurden die simulierten Verletzten gesichtet und nach der Triage behandelt. (Foto: © Bastian Glumm)
In einem abgesperrten Bereich des Foyers wurde eine „Patienten“-Ablage organisiert. Dort wurden die simulierten Verletzten gesichtet und nach der Triage behandelt. (Foto: © Bastian Glumm)

Übungs-Journalisten Teil der realistischen Darstellung

Als Teil einer möglichst realistischen Übungsdarstellung wurde auch das Aufeinandertreffen mit Angehörigen und Medienvertretern durchgespielt. Es kamen gespielte Jounalisten zum Einsatz, die die Einsatzkräfte mitunter mit Fragen löcherten. Das städtische Krisenmanagement obliegt im Falle einer solch medienwirksamen Großeinsatzeinlage dem Krisenstab der Stadt Solingen. Insbesondere die Krisenkommunikation und die Abstimmung der Bevölkerungsinformation und der Medienarbeit zählen zu den Aufgaben des Krisenstabes. Neben der Bewältigung der herkömmlichen Medienarbeit wurde auch der Umgang mit sozialen Netzwerken in die Übung einbezogen und simuliert.

Personenauskunftsstelle im ServiceCenter eingerichtet

Auf Veranlassung des Krisenstabes wird in vergleichbaren Fällen eine Personenauskunftsstelle im Bergischen ServiceCenter Wuppertal eingerichtet, um Anfragen von Angehörigen zum Verbleib ihrer Familienmitglieder bedienen zu können. Mehrere Übungsdarsteller gaben sich daher als Angehörige der Opfer aus und forderten Informationen ein. Während der Übung wurden die Wachen der Berufsfeuerwehr durch weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr (Löscheinheiten 1, 2, 4 und 5) besetzt.

Über 500 Personen waren an der Übung beteiligt, daran allein 430 aus den Reihen der Rettungskräfte. Weitere 80 Fachkräfte waren am Samstag seitens des Klinikums mit dem Übungszenario betraut. „Bei dem simulierten Brand im Krankenhaus mit Menschenrettung wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie funktionsfähig alle beteiligten Organisationen und Institutionen in Solingen sind. Es hat wunderbar funktioniert, wie die verschiedenen Einheiten wie Rädchen ineinander gegriffen haben. Und das ist nicht selbstverständlich, denn ein Klinikum ist ganz anders organisiert als eine Feuerwehr“, lobte Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der die Übung von Beginn an begleitete.

Brandschutz im Klinikum ein großes Thema

„Viele von uns waren mit Herzblut dabei, ein Brand ist für ein Krankenhaus einer der größten anzunehmenden Unfälle. Es ist für uns eine ganz schwierige Situation, da die uns anvertrauten Patienten meist bettlägerig sind und die Station nicht von selbst verlassen können“, sagte Barbara Matthies, Geschäftsführerin des Klinikums im Anschluss der Übung. Brandschutz ist ein großes Thema im Klinikum. Im Jahr wende man über eine halbe Millionen Euro auf, um im Haus den Brandschutz sicherzustellen.

„Und gerade auf den neuen und den Sanierungsstationen intensivieren wir das nochmal. Nichtdestotrotz: Man kann es nie ausschließen, das hat der Brand im Bergmannsheil gezeigt“, so Matthies weiter. In der Bochumer Uni-Klinik sind vor zwei Jahren zwei Menschen bei einem Feuer ums Leben gekommen.

Volksbank Bergisches Land

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