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Jugendsinfonieorchester spielte zum Tanz auf

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Unter dem Motto „JSO tanzt“ spielte das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Solingen Marsch- und Tanzmusik, unter anderem von Strauß und Beethoven. (Foto: © Laura Mertens)
Unter dem Motto „JSO tanzt“ spielte das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Solingen Marsch- und Tanzmusik, unter anderem von Strauß und Beethoven. (Foto: © Laura Mertens)

SOLINGEN (lm) – Fast jeder Sitzplatz war am Sonntag im Konzertsaal des Theater- und Konzerthauses belegt, das bei über 30 Grad Außentemperatur doch einer der wenigen klimatisierten Orte war, an denen man es aushalten konnte, wie auch schon der Dirigent zugab. Unter dem Motto „JSO tanzt“ spielte das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Solingen Marsch- und Tanzmusik, unter anderem von Strauß und Beethoven. Und dieses Konzert war eine Besonderheit: Zum ersten Mal spielte das Jugendsinfonieorchester im Konzertsaal ganz allein ein gesamtes Konzert.

Probewochenenden vor dem Konzert

Da stieg natürlich die Aufregung vorher noch ein kleines bisschen mehr an, sagt Stefan Jaschke. Er spielt seit vier Jahren im Orchester Klarinette. Bevor er selbst mit dabei war, hatte er immer von seinem Bruder gehört, wie toll es doch sei, mit im Orchester zu spielen. Und das hat sich auch für Stefan bestätigt. „Es macht einfach unheimlich viel Spaß. Wir haben ja auch die Probewochenenden jeweils vor einem Konzert und da sitzen wir abends auch gern länger zusammen“.

Los ging es um kurz nach fünf mit dem Radetzky Marsch von Strauß, der das Publikum mit viel Tempo und Tohuwabohu aus seiner Hitze-Trägheit holte und fröhlich und kraftvoll zum Fuß wippen animierte. Ursprünglich ist der Marsch aus dem Militär bekannt, wurde aber vor allem durch Strauß und seinen Sohn als kunstvolle Musik etabliert. Im Jahr spielt das Jugendsinfonieorchester bis zu drei große Konzerte. Die Jugendlichen sind zwischen 13 und 22 Jahren alt, werden aber auch noch von Lehrern beispielsweise unterstützt. Einmal pro Woche steht eine Probe an, Stefan übt aber auch in seiner Freizeit, „das ist mal mehr, mal weniger, es kommt drauf an, was sonst noch ansteht“.

Trauermarsch aus der siebten Sinfonie von Beethoven

Weiter ging es mit einem Trauermarsch aus der siebten Sinfonie von Beethoven. Trotz der simplen Akkorde war es ein sehr düsteres Stück und gerade die Einfachheit brachte eine gewisse Unausweichlichkeit und Unerbittlichkeit mit sich, wie auch der Tod unausweichlich ist. Die schwerfälligen und tragisch klingenden Töne boten einen großen Kontrast zum Radetzky Marsch und trotzdem konnte jeder im Publikum nicht umhin, sich mit zur Musik zu bewegen.

Kurz vor der Pause gab es dann noch ein Best Of aus dem Nussknacker von Tschaikowsky, einem der am meisten gespielten Klassiker. Das war jedoch nicht immer so – die Uraufführung war wohl ein komplettes Durcheinander gewesen, erst eine Inszenierung in den 1950er Jahren habe für den Durchbruch gesorgt. Nach dem Wechselspiel aus schneller und aufbrausender Musik und bedächtigen, nahezu unheimlichen Stücken bekam das Jugendsinfonieorchester tosenden Applaus. Ein Chicago Medley bildete den Abschluss der ersten Hälfte, das mit seinen Jazz Sounds nochmal so richtig zum Mittanzen aufforderte.

Musik für Herz und Seele

Das Medley hatte Stefan Jaschke am meisten Spaß gemacht. „Beethoven ist natürlich auch schön, aber insgesamt waren alle Stücke noch relativ ruhig und bei dem Chicago Medley war richtig was los, es war aufbrausend und hatte richtig Tempo“. Für ihn macht wirklich der Spaß die Musik aus. „Für mich ist das mehr als nur ein Zusammenkommen. Es ist eigentlich ein Lebensgefühl und mit sehr viel Leidenschaft verbunden“. Man höre es definitiv, wer ohne Leidenschaft spiele, „Musik ist so viel mehr als nur Noten runter spielen. Da ist viel Emotion dabei und vor allem Herz und Seele“. Für den Jura Studenten wird Musik auch in Zukunft ein großer Bestandteil in seinem Leben sein. Nicht nur, weil er im Orchester spielt, sondern auch selbst gern viel Musik hört und auf Konzerte geht, „Musik ist schon mein wichtigstes Hobby“, sagt Stefan.

Ein Mambo als krönender Abschluss

In der Pause gab es unten im Foyer eine kleine Zugabe und wieder zurück im Konzertsaal ging es weiter mit den Piratenstreichern, dem Nachwuchs. Auch sie präsentierten Tänze, unter anderem von Bach und ernteten viel Applaus. Danach übernahm wieder das Jugendsinfonieorchester und gab Stücke von Brahms und Dvorák zum Besten. Den krönenden Abschluss gab es dann mit Mambo von Bernstein, einem weiteren aufbrausenden Stück aus dem Jazz, mit dem das Jugendsinfonieorchester das Publikum in den Abend entließ.

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