
SOLINGEN (sg) – Emma und Ela Schneider stellen ihre Papier- und Holzarbeiten unter dem Titel „Die Walnuss im Roibusch“ noch bis zum 30. Januar in der Steuerkanzlei Heinekamp und Zielke im Dycker Feld im Rahmen der Aktion „Kunst in der Kanzlei“ (wir berichteten) aus.
Dialog zwischen Papier und Holz
Dabei ergänzen und korrespondieren die unterschiedlichen Arbeiten auf sehr harmonische Weise miteinander. Die Werke treten sozusagen in einen Dialog ein, in den sie auch den Betrachter mit einbeziehen.

Messer- und Abfallholz
Die Bildhauerin Ela Schneider verarbeitet vor allem Messerholz, das bei der Produktion von Messergriffen abfällt. Anstatt es zu entsorgen, verwandelt es Ela Schneider in dreidimensionale Bilder oder auch in die Figuren ihrer unterschiedlichen Reihen. So widmet sie sich derzeit den Pärchen, die alle der Reihe „Doppelschicht“ angehören. Obwohl sie sehr reduziert sind, wirken sie durch die verschiedenfarbigen Hölzer und die Maserungen sehr lebendig. Bei den Steinen aus Holz, die mal gestapelt, mal einzeln aufgebaut sind, sind es ebenfalls Farbe und Maserung, die einen starke Ausdruckskraft besitzen.

Neben Messerholz arbeitet Ela Schneider auch gerne mit Furnierhölzern, die zu Bildern oder auch auf Leinwand zu luftigen Mustern und vagen Andeutungen werden. In der Ausstellung „Die Walnuss im Roibusch“ zeigt Ela Schneider Arbeiten aus den vergangenen elf Jahren. So sind ältere, noch ein wenig verspielt wirkende Skulpturen dabei, aber auch die neusten Arbeiten, die erstmals ausgestellt werden.
„Hier liegt die Form, das Material im Fokus“, erzählte Ela Schneider bei einem Rundgang durch die Ausstellung. „Das Holz entfaltet seine Wirkung.“ Erst recht dann, wenn das Objekt extrem reduziert ist. „Wenn das Holz beschädigt oder nicht ganz perfekt ist, dann erzählt es eine Geschichte“, sagte Ela Schneider.

Teebeutel und Etiketten
Das Material, mit dem Emma Schneider arbeitet, ist ein völlig anderes. Sie nutzt das getrocknete Papier von Teebeuteln und erschafft daraus ausdrucksstarke und berührende Portraits. Während der Part ihrer Mutter Ela die Walnuss ist, ist Emmas Part der Roibusch. Die rotbraunen, beigen, zarten Färbungen werden unter Emmas Händen zu abstrakten Bildern, zu Traumlandschaften oder zu Wesen, die sie mit Hilfe winziger Zeichenstriche aus der Abstraktion herausarbeitet.
Nicht nur die Teebeutelpapiere hat Emma Schneider für sich entdeckt. Inzwischen bezieht sie auch die Etiketten der Tees in ihre Werke ein. Dabei nutzt sie die Farbigkeit und kreiert abstrakte Bilder, wie jenes, das an eine orientalische Stadt bei Nacht denken lässt. Aber auch Portraits hat sie bereits aus den Etiketten entstehen lassen. Und auch hier arbeitet sie die Farben mit ein, während ihre Teebeutel-Portraits durch die Intensität der Roibusch-Färbung ihre Wirksamkeit entfalten.

Walnuss und Roibusch werden gesammelt
Auch, wenn die Werke und das Material der beiden Künstlerinnen sehr unterschiedlich sind, so gibt es Gemeinsamkeiten. „Eins verbindet uns“, betonte Ela Schneider. „Die Sammelleidenschaft.“ Beide müssen erst eine ganze Weile sammeln, bevor sie überhaupt anfangen können zu arbeiten. Ela sammelt Messerholz, aber auch anderes Abfallholz und Emma die Teebeutel-Papiere und Etiketten. „Uns verbindet die Liebe zum Material.“
INFO
Die Ausstellung „Die Walnuss im Roibusch“ ist noch bis zum 30. Januar in der Steuerkanzlei Heinekamp und Zielke, Dyker Feld 80 zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr, Freitag 8 bis 14 Uhr.
































