Start Aktuelles Benefiz-Versteigerung von Andre Peers „Solinger Motiven“

Benefiz-Versteigerung von Andre Peers „Solinger Motiven“

0
TEILEN
Künstler Andre Peer (li.) ließ am Sonntag im Klingenmuseum zwölf seiner Solinger Ansichten für einen guten Zweck versteigern. Auktionator Dr. Achim Stanneck wusste die Besucher für die Werke zu interessieren und setzte als Anreiz manches Startgebot herunter. (Foto: © Martina Hörle)
Künstler Andre Peer (li.) ließ am Sonntag im Klingenmuseum zwölf seiner Solinger Ansichten für einen guten Zweck versteigern. Auktionator Dr. Achim Stanneck wusste die Besucher für die Werke zu interessieren und setzte als Anreiz manches Startgebot herunter. (Foto: © Martina Hörle)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (mh) – Am Sonntag wurden im Klingenmuseum zwölf Werke des Malers Andre Peer aus seiner Reihe „Solinger Motive“ versteigert. Die Veranstaltung lag in den bewährten Händen von Dr. Achim Stanneck, Kunstsachverständiger und zugelassener Auktionator.

Die Solinger Bilder waren vom 26.02. – 11.03.18 im Museum ausgestellt worden und wurden jetzt für einen guten Zweck abgegeben. Ein Teil des Erlöses sollte der Solinger Initiative „Tischlein deck Dich e.V.“ zukommen, sehr zur Freude von Ulla Feldhaus, der Vorsitzenden des Vereins. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass kein Kind an Solinger Grundschulen auf eine regelmäßige warme Mahlzeit verzichten muss.

Zwölf Solinger Ansichten versteigert

„Ich liebe diese Stadt, sie gibt mir viel“, betonte der Gräfrather Künstler, „deshalb war es mir ein Anliegen, Solingen etwas zurückzugeben“. Bürgermeister Ernst Lauterjung (SPD) lobte dieses Ansinnen: „Es ist doch schön, wenn sich ein Künstler mit Solingen als Thema befasst.“

Während sich die Bildwahl bei einigen Stadtteilen fast wie von selbst ergab – „wenn ich Gräfrath malen möchte, stelle ich mich auf den Marktplatz“ -, wurde es bei anderen schon schwieriger. „Viele Ecken habe ich mir wirklich bei meiner Motivsuche erlaufen. Bei Kohlsberg bot sich mir beim Gang durch die Felder ein wirklich traumhafter Anblick. Ebenso war es bei dem Weg Richtung Haasenmühle.“

Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum, erzählte aus früheren Zeiten der Gesenkschmiede Hendrichs und appellierte zugleich an die Besucher, das Industriemuseum zu besichtigen. (Foto: © Martina Hörle)
Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum, erzählte aus früheren Zeiten der Gesenkschmiede Hendrichs und appellierte zugleich an die Besucher, das Industriemuseum zu besichtigen. (Foto: © Martina Hörle)

„Ich habe mich manches Mal wirklich durch das Unterholz gearbeitet“, schmunzelte Andre Peer. Doch zeigte sich bei geänderten Blickwinkeln dem Maler oft ein verblüffendes Ergebnis. „Man glaubt die Ansichten zu kennen, weil man sie schon oft gesehen hat. Aber das ist ein Irrtum. Ändert sich der Blickwinkel, wirkt das Abbild völlig neu und immer wieder überraschend.“ Wenn seine Darstellungen auch klar sind, entsprechen sie doch nicht immer ganz der Realität. „Die Abbildung der Müngstener Brücke mit dem Diederichstempel im Vordergrund wäre in der gemalten Form gar nicht möglich gewesen.“

Auktionator Stanneck wusste zu überzeugen

Das ist eben die Freiheit des Künstlers. Vertraute Anblicke leicht verändert, doch stimmungsvoll in ihrer Wiedergabe. Durch diese gezielte Suche war die Stadt für Peer auf einmal wieder richtig spannend geworden. „Vor allem konnte ich sehen, wie grün es doch bei uns ist.“

Viele waren zur Versteigerung gekommen, bestaunten und bewunderten die Solinger Ansichten. Für alle Werke gab es ein Startgebot, Die Versteigerung selbst lief etwas schleppend an. Doch als „alter Hase“ wusste Auktionator Stanneck das Interesse zu wecken und setzte kurzerhand manches Startgebot etwas herunter. „Sie können hier wirkliche Schnäppchen machen. Außerdem wird heute kein Aufgeld berechnet wie bei anderen Auktionen“, gab er als zusätzliches Bonbon mit. „Der Zuschlagspreis ist der Endpreis.“ Er wies als Kunstkenner gerne auf die Leichtigkeit und Luftigkeit der Gouache-Malereien hin, die trotzdem eine unglaubliche Tiefe aufwiesen, allen voran der Hauptbahnhof in Ohligs.

Die frühere Leiterin des Klingenmuseums, Barbara Grotkamp-Schepers, erzählte anschaulich, wie die große Schere vor dem Eingang ihren Weg dorthin gefunden hatte. (Foto: © Martina Hörle)
Die frühere Leiterin des Klingenmuseums, Barbara Grotkamp-Schepers, erzählte anschaulich, wie die große Schere vor dem Eingang ihren Weg dorthin gefunden hatte. (Foto: © Martina Hörle)

Unterstützt wurde die Auktion durch interessante Begebenheiten, die Solinger Fachkenner zum Besten gaben. So Hartmut Lemmer, der als Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum natürlich einiges aus den Zeiten der Gesenkschmiede Hendrichs zu berichten wusste. Zum Werdegang des Botanischen Gartens konnte Landschaftsarchitekt Artur Pach viele Hintergrundinformationen beisteuern. Nicole Molinari, Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten, überzeugte ihrerseits mit einer wirklichen Liebeserklärung an den „alten Kasten“. Barbara Grotkamp-Schepers, ehemalige Leiterin des Klingenmuseums, sprach von der großen Schere vor dem Museumseingang. Die interessanten und humorvoll vorgetragenen Erzählungen wurden von den Zuschauern mit viel Beifall angenommen.

500 Euro für Tischlein Deck Dich

Am Ende der Versteigerung war die Hälfte der Bilder mit insgesamt 2.000 Euro versilbert worden. 25 Prozent gehen an Tischlein Deck Dich.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here