Start Aktuelles Botanischer Garten: Tofahrn liest Texte zu Nachhaltigkeit

Botanischer Garten: Tofahrn liest Texte zu Nachhaltigkeit

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten, 19 Sekunden
0
TEILEN
Bei der zweiten Bergischen Nachhaltigkeits-Wanderung führte Armin Tofahrn seine Zuhörer durch das anschauliche Gelände des Botanischen Gartens. (Foto: © Martina Hörle)
Bei der zweiten Bergischen Nachhaltigkeits-Wanderung führte Armin Tofahrn seine Zuhörer durch das anschauliche Gelände des Botanischen Gartens. (Foto: © Martina Hörle)
Anzeige Anzeige

SOLINGEN (mh) – Bei der zweiten Bergischen Nachhaltigkeits-Wanderung führte Autor Armin Tofahrn seine Zuhörerschaft durch den Botanischen Garten. Rund 20 Interessierte waren zur Lesung um die Nachhaltigkeit gekommen und lauschten nun gespannt Tofahrns Denkzeilen und Kurzgeschichten, die teils amüsant, teils aber auch recht böse sein konnten.

Zuhörer lauschten Texten zu Nachhaltigkeit

„Es geht ja heute um das Thema Nachhaltigkeit“, so der Autor und konfrontierte seine Zuhörer gleich mit der Frage: „Was erwarten Sie jetzt von mir?“ Dass man keine Plastiktüten gebrauchen solle oder welche Seife die richtige sei, werde man von ihm nicht hören. Tofahrn möchte die Nachhaltigkeit aus einer anderen Perspektive angehen, nämlich durch Fragen, die er an sich und andere richtet. „Warum sind wir in diese Situation gekommen? Was ist unser eigentlicher Sinn und Zweck auf dieser Welt? Wer ist schuld am Schlamassel?“ Auf solche und ähnliche Fragen suchte der Autor Antworten und führte erst einmal die Zuhörer mit dem „Seelenperlensamenkorn“ auf einen Weg vor dem Anfang.

Widerspruch macht Veränderung möglich

Als Tofahrn geendet hatte, war es zunächst ganz still. Der Text klang in den meisten noch nach. Weitere Fragen folgten. „Müssen wir Vertrauen haben in unsere Führung? Was müssen wir tun, damit der Zug nicht vor die Wand fährt?“ Während die Teilnehmer auf eine Antwort warteten, meinte Armin Tofahrn ganz gelassen: „Das sind große Fragen, die ich Ihnen nicht beantworten kann und werde.“ Der engagierte Nachhaltigkeitskämpfer sieht vielmehr seine Aufgabe darin, Fragen zu stellen und andere aufzufordern, das Gleiche zu tun, in der Hoffnung, dass sich daraus der eine oder andere Weg aufzeigt, den man einfach mal anders gehen könnte. „Widerspruch ist positiv für den Beginn einer Veränderung.“

In seinen Geschichten betrachtet er die Menschlichkeit mit ihren Merkwürdigkeiten und hinterfragt das alltägliche Leben in kleinen Szenen. (Foto: © Martina Hörle)
In seinen Geschichten betrachtet Armin Tofahrn die Menschlichkeit mit ihren Merkwürdigkeiten und hinterfragt das alltägliche Leben in kleinen Szenen. (Foto: © Martina Hörle)

„Das ist das Ziel der Veranstaltung“, so der Autor und fuhr fort: „Erst wenn eine Frage im Inneren arbeitet, kann es zu einer Eigenveränderung kommen. Und wenn ich nur einen Menschen ans Nachdenken bringe, dann tue ich aktiv etwas.“ In seinen Geschichten betrachtet er die Menschlichkeit mit ihren Merkwürdigkeiten, hinterfragt das alltägliche Leben in kleinen Szenen. Der bunte Erzähl-Mix aus „Ein Funke Hoffnung“ und „Wunderbar gedacht“ traf bei den Zuhörern auf uneingeschränkte Anerkennung. So mancher fand Parallelen zu sich und seinem eigenen Leben.

Nachhaltigkeit ist Herzensangelegenheit

Das Thema ist wirklich eine Herzensangelegenheit für den Vorstadt-Philosophen, wie er sich nennt. Die Bergische Nachhaltigkeits-Wanderung entstand 2019 als Idee in der Nachhaltigkeitskonferenz der Stadt Solingen, musste aber aufgrund der Pandemie bislang verschoben werden. Vor zwei Wochen führte Tofahrn die erste Wandergruppe durch die Natur oberhalb des Müngstener Brückenparks. Nachhaltigkeit bedeutet für ihn auch das Einschränken des Konsums.

Tofahrn wünscht sich Nachhaltigkeitsdorf

Tofahrns persönliches Credo: „Es muss wieder mehr geliebt werden. Was wir brauchen, ist Liebe – Demut – Achtsamkeit. Wenn ich etwas achte, werfe ich es nicht gleich weg. Raubbau an der Natur ist destruktiv. So kann ich mit Liebe nicht handeln. Die Natur ist ein einzigartiges Gut.“ Sein Fazit: „Die Welt ist zum Raubtier geworden. Allen voran die Konzerne, die nicht an Nachhaltigkeit, sondern an Gewinn interessiert sind.“

Manchmal wünscht er sich ein Nachhaltigkeitsdorf, in dem nur das Bedeutung hat, was man wirklich braucht. Back to the roots. Ein Hoffnungsschimmer für die Natur.

Volksbank Bergisches Land
Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here