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Corona: Kurzbach fordert konsequente Entscheidungen vom Land

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Der "Lockdown light" habe seine Wirkung verfehlt, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Solingens Stadchef fordert nun konsequente Maßnahmen der Landesregierung. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Wieder drei verstorbene Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus und 74 Neuinfektionen seit gestern. Der Inzidenzwert beträgt am Donnerstag bedrohliche 227,6 – im Rathaus schrillen die Alarmsirenen. „Die Maßnahmen dieses ,Lockdown light´ haben auch in Solingen nur zu einer Seitwärtsbewegung geführt“, sagte am Donnerstag Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

„Lockdown light“ habe kaum Wirkung gezeigt

Weder den Inzidenzwert noch die absoluten Infektionszahlen habe dieser Lockdown in Solingen – und anderswo – maßgeblich senken können, konstatierte Solingens Stadtchef. „Wir sind in großer Sorge ob der aktuellen Entwicklungen hier in Solingen, wir sind am Rande dessen angekommen, wo es noch auskömmlich ist“, so Kurzbach mit dem Blick auf Solingens Krankenhäuser.

Denn diese behandeln Corona-Patienten in steigender Zahl stationär, am Donnerstag mittlerweile 71, davon 21 auf den Intensivstationen der drei Kliniken der Klingenstadt. „Wir müssen jetzt handeln und können nicht einfach so weiter zuschauen. Wir brauchen jetzt auf Landesebene klare und konsequente Entscheidungen und nicht erst nach Weihnachten“, forderte Kurzbach. Die Schulen seien der derzeit einzige Ort, wo sich gleichzeitig viele Menschen begegnen und nicht immer die Abstandsregeln einhalten könnten.

Deshalb unterstützt die Stadtverwaltung ausdrücklich die Forderungen der Leopoldina. Die Nationale Akademie der Wissenschaften in Halle fordert einen „harten Lockdown“ während der Feiertage und empfiehlt dringend, den Schulbetrieb bereits jetzt einzustellen und nicht erst bis zu den Weihnachtsferien zu warten.

In den ehemaligen Kaufhof kommt ein Impfzentrum, das Mitte Dezember betriebsbereit sein soll. (Foto: © Martina Hörle)
In den ehemaligen Kaufhof kommt ein Impfzentrum, das Mitte Dezember betriebsbereit sein soll. (Foto: © Martina Hörle)

Solinger Impfzentrum am Montag einsatzbereit

Auf wenig Gegenliebe stießen derartige Vorschläge zuletzt im Landesschulministerium, was wiederum für Kritik im Solinger Rathaus sorgte. „Es geht hier nicht um ideologische Fragen, es geht hier um den Schutz unserer Bevölkerung. Unser Plan liegt auf dem Tisch. Wir mahnen aus Solingen heraus, nun mutig Maßnahmen zu ergreifen. Wir vor Ort regeln das dann und setzen es um“, machte der OB deutlich.

Auf Hochtouren laufen derweil die Arbeiten im ehemaligen Kaufhof-Gebäude. Dort wird das neue Impfzentrum eingerichtet, das bereits am Montagabend einsatzbereit sein soll (wir berichteten hier). „Wir sind mittlerweile mit dem Innenausbau beschäftigt und nehmen die Technik in Betrieb. Die Möblierung wird in den nächsten Tagen kommen“, erläuterte Solingens Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller, der den Aufbau des Zentrums leitet.

Zunächst fünf Impfkabinen im Impfzentrum

Die zu impfenden Personen werden über einen Eingang an der Kölner Straße ins Impfzentrum geleitet. Im Eingangsbereich erwartet sie neben der Registratur und der Security auch eine direkte Fiebermessung. Zunächst plant man mit fünf Impfkabinen. Diese Zahl könne man kurzfristig verdoppeln.

Über eine Rolltreppe gelangen die geimpften Personen ins 1. Obergeschoss, wo eine Beobachtungszone eingerichtet und Rettungsdienstpersonal anwesend sein wird. Über die Clemens-Galerien wird das Impfzentrum wieder verlassen. Damit das Zentrum pünktlich fertig wird, wolle man das gesamte Wochenende durcharbeiten, betonte Dr. Ottmar Müller.

Dr. Ottmar Müller ist Chef der Solinger Feuerwehr. (Foto: © Bastian Glumm)
Dr. Ottmar Müller ist Chef der Solinger Feuerwehr. (Foto: © Bastian Glumm)

540 Personen aktuell mit dem Coronavirus infiziert

Dr. Annette Heibges, Chefin des Solinger Gesundheitsamtes, präsentierte am Donnerstag die aktuellen Corona-Zahlen für die Klingenstadt. Und hatte dabei durchaus Sorgenfalten auf der Stirn: „Man kann nicht von einem Abwärtstrend oder von einer Entspannung sprechen“, sagte die Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit. Aktuell sind 520 Personen nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert, 71 Patienten werden derzeit stationär behandelt, die übrigen ambulant betreut.

3.186 Menschen sind wieder genesen. Bei den drei verstorbenen Personen vom Donnerstag handelt es sich um Bewohnerinnen des Malteserstift St. Antonius, die alle über 80 Jahre alt waren und Vorerkrankungen hatten. Damit sind 60 mit dem Virus infizierte Menschen bisher verstorben. In den letzten sieben Tagen sind insgesamt 371 Corona-Neuinfektionen festgestellt worden. Damit entfallen 227,6 neue Fälle auf je 100.000 Menschen, die in der Klingenstadt leben. In Quarantäne befinden sich derzeit insgesamt 2.305 Personen, 15.550 konnten die Quarantäne inzwischen verlassen.

Die Situation rund um Solingens Schulen

60 (gestern 61) Lehrkräfte und 1.087 (gestern 1.087) Schülerinnen und Schüler befinden sich in Quarantäne. Drei (gestern drei) Lehrkräfte und 100 (gestern 91) Schülerinnen und Schüler wurden positiv getestet. Betroffen sind 88 (gestern 87) Klassen bzw. Kurse, sechs (gestern drei) OGS oder Betreuungsgruppen und insgesamt 26 (gestern 23) weitere an den Schulen beschäftigte Personen.

Hotline der Stadt Solingen zum Coronavirus

Die Stadt hat eine Info-Hotline eingerichtet, die Fragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet oder entgegennimmt:

Hotline der Stadt: 290 – 20 20

Bei Verdacht bitte zunächst telefonisch an den Hausarzt wenden.

Für alleinstehende Menschen, die sich in der Krise nicht alleine helfen können, hat die AWO Solingen ein Notfalltelefon eingerichtet: 8807 3299

Hotline der Wirtschaftsförderung für Unternehmer: 249 – 48 88

Corona-Homepage der Wirtschaftsförderung

Aktion „Umdenken“ der Wirtschaftsförderung

Alle Infos, Verhaltensregeln, Kontaktstellen usw. rund um das Coronavirus auf der Homepage der Stadt Solingen: www.solingen.de/de/inhalt/coronavirus

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