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„Et Höffken“ – Regionale Sortenvielfalt im Bio-Hofladen

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Der idyllisch gelegene Hof „Gut Hohenscheid“ liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet und wird als Naturland-Bauernhof in biologischer Form geführt. (Foto: © Martina Hörle)
Der idyllisch gelegene Hof „Gut Hohenscheid“ liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet und wird als Naturland-Bauernhof in biologischer Form geführt. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Rund 250 Legehennen, 16 Haustierschweine und bald auch Gänseküken leben auf dem idyllisch gelegenen, von Theo Höffken betriebenen Naturland-Bauernhof Gut Hohenscheid. Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 43.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände.

Et Höffken“ – auf Hochdeutsch „Das Höfchen“ heißt der dazugehörige Hofladen, in dem es vornehmlich Produkte aus eigenem kontrollierten Bio-Anbau gibt. In dem über 100 Quadratmeter großen Verkaufsraum, dem Bereich von Julia Höffken, findet sich ein umfangreiches Angebot von heimischem Obst über Kartoffeln, Salate, Rote Bete, Kohl und Kohlrabi bis hin zu Möhren und Kräutern, natürlich alles in Bio-Qualität. Der Hofladen bietet zu einem großen Teil eigene Produkte an. „Manches kaufen wir von geprüften Bio-Händlern aus der Umgebung hinzu“, erläutert Julia Höffken die Produktpalette. Dazu gibt es Brot von einem Bio-Bäcker sowie Fleisch von eigenen Tieren. Die Kühltheke bietet vielseitige Käsespezialitäten. Neben Säften und Weinen runden Eier und Trockenprodukte das reichhaltige Sortiment ab.

Reichhaltiges Sortiment vom Erzeuger

„Der Hofladen funktioniert nur im Zusammenspiel mit der Natur“, sagt Julia Höffken. „Unsere Tiere werden artgerecht gehalten und haben ausreichend Platz und Auslauf.“ Die Legehennen leben in einem großzügigen Offenstall mit Auslauf auf die Wiesen. Hier können sie nach Herzenslust scharren und picken. Die Eier werden über den Hofladen vermarktet. Währenddessen wühlen die Hausschweine, Rasse Bunte Bentheimer, unermüdlich den Boden nach Fressbarem um. Gefüttert werden sie mit Getreide aus eigenem Anbau sowie Kartoffeln und Gemüseabfällen. Die Masthähnchen, die als Eintagsküken auf den Hof kommen, werden anfangs in einer Wärmebox gehalten und mit speziellem Biofutter ernährt.

Im Hofladen „Et Höffken“, dem Refugium von Julia Höffken, werden auf über 100 Quadratmetern zum großen Teil eigene Produkte angeboten. (Foto: © Martina Hörle)
Im Hofladen „Et Höffken“, dem Refugium von Julia Höffken, werden auf über 100 Quadratmetern zum großen Teil eigene Produkte angeboten. (Foto: © Martina Hörle)

Kennengelernt hatten sich Julia und Theo Höffken in einer Baumschule. Als sie den Hof von Theo Höffkens Vater übernahmen, war es noch ein konventioneller Betrieb mit 350 Mastschweinen und 27 Hektar Ackerland, mit Getreide bepflanzt. „Uns war sofort klar, dass wir den Hof nur in biologischer Form weiterführen würden“, erinnert sich die gelernte Gärtnerin. Die Getreideflächen wurden nicht mehr gespritzt und man begann mit dem Anbau von Gemüse, das an die Kunden verkauft wurde.

Aussicht auf die Wupperberge

Da die Nachfrage weiter stieg, musste wiederholt umgebaut werden. Vor drei Jahren entstand der Hofladen in seiner jetzigen Form. „Er ist viel größer geworden, als wir zunächst geplant hatten“, stellt die Bio-Bäuerin fest. Deckenhohe Fenster setzen den Verkaufsraum in ein helles Licht und geben den Blick frei auf eine 3,50 x 6 m große sonnige Terrasse mit Aussicht auf die Wupperberge. Ein Sonnensegel steht noch an und wird bald den gewünschten Schatten spenden.

Ob die Kinder Katharina und Benedikt später einmal den Hof übernehmen werden, bleibt abzuwarten. Der 21-jährige Benedikt hat mit der Ausbildung als Industriemechaniker genau sein Ding gefunden. Tochter Katharina, 17, ist mehr an Technik und Mathematik interessiert. „Das müssen die beiden selbst entscheiden.“ Vorläufig denkt das Ehepaar Höffkens noch lange nicht an den Ruhestand.

Die rund 250 Legehennen leben in einem Offenstall mit Auslauf auf die Wiesen. (Foto: © Martina Hörle)
Die rund 250 Legehennen leben in einem Offenstall mit Auslauf auf die Wiesen. (Foto: © Martina Hörle)

Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Manche Probleme begleiten die Höffkens schon länger. So stattet ein Fuchs immer wieder dem Hühnerstall einen Besuch ab. Zu Ostern hat er in nur zwei Tagen 60 Hühner getötet, obwohl immer wieder versucht wurde, alles abzudichten. So etwas sei zwar auch ein Teil der Natur, sagt sich Julia Höffken dann, aber emotional und auch finanziell nicht leicht zu bewältigen. Ein weiterer Wermutstropfen liegt in der knapp bemessenen Freizeit. „Man schafft ab und zu schon mal einen Kino- oder Theaterbesuch. Aber was fehlt, ist beispielsweise ein gemeinsamer Urlaub.“ Bis auf zwei Wochen nach Heiligabend ist das ganze Jahr geöffnet.

Fuchs im Hühnerstall

Ein Hobby leistet sie sich trotz der wenigen freien Zeit. Einen Abend in der Woche singt sie als Mitglied des Gospelchors der städtischen Musikschule Leichlingen. Gemeinsam treten sie bei der Meiler-Woche im Juli auf. Die Meiler-Woche (29.06. – 07.07.2019) ist eine Aktion im Rahmen des vom LVR geförderten Projektes „Wir machen Kohle“ der beiden Biologischen Stationen Rhein-Berg und Mittlere Wupper. In diesem Jahr wird der historische Meiler auf dem Gut der Höffkens aufgebaut.

Seit 2006 betreibt Julia Höffken auf dem Hof eine Spielgruppe von Kleinkindern. Hier können die Kleinen Schweine füttern und Eier im Hühnerstall finden. Sie erkennen an Ort und Stelle, dass die Erde ein ganz großes Lebewesen ist und erfahren etwas von der Bedeutung eines gesunden Bodens.

Spielgruppe erlebt die Natur

Manchmal ist Julia Höffken selbst noch irritiert, wenn sie sich umschaut und sich sagt: „Das haben wir alles selbst geschaffen.“ Sie gibt zu, dass die letzten drei Jahre schon ziemlich anstrengend waren. Trotzdem gibt es weitere Pläne. So soll im „Höffken“ eine kleine Küche entstehen. „Dann können wir künftig auch selbst backen“, freut sich die unermüdliche Hofladen-Betreiberin schon jetzt.

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