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Jacqueline Hess: Modulare Ausschnitte eines Hinterhof-Fensters

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(v. li. Isabelle von Rundstedt, Jacqueline Hess, Astrid Kirschey) Seit Samstag präsentiert Künstlerin Jacqueline Hess ihre Ausstellung „Module“ in der Galerie Kirschey im Südpark. Die Eröffnungsansprache hielt Kuratorin und Kunstberaterin Isabelle von Rundstedt. (Foto: © Martina Hörle)
(v. li. Isabelle von Rundstedt, Jacqueline Hess, Astrid Kirschey) Seit Samstag präsentiert Künstlerin Jacqueline Hess ihre Ausstellung „Module“ in der Galerie Kirschey im Südpark. Die Eröffnungsansprache hielt Kuratorin und Kunstberaterin Isabelle von Rundstedt. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – „Ein Fenster mit Fensterbank, darunter eine Betonwand und ein bisschen Moos“ beschreibt Isabelle von Rundstedt den Ausblick aus dem Hinterhof-Atelier. Die Düsseldorfer Kuratorin und Kunstberaterin hält die Eröffnungsrede bei der Vernissage „Module“ in der Galerie Kirschey. Die 1980 in Rendsburg geborene Künstlerin Jacqueline Hess, Meisterschülerin bei Prof. Eberhard Havekost an der Kunstakademie Düsseldorf, hatte zehn Jahre lang in diesem Wuppertaler Atelier gelebt – was den Gedanken an Bohème und den damit verbundenen Wunsch nach Selbstverwirklichung und kreativer Freiheit aufwirft. Der Künstlerin ist es wichtig, authentisch und ursprünglich zu bleiben. Ihre Gemälde sind ein gelungener Mix aus Tradition und Moderne.

Mix aus Tradition und Moderne

Der tägliche Blick auf die Rückwand des Vorderhauses brachte Hess irgendwann auf die Idee der Module. Der große Bildausschnitt der Rückwand wurde enger, reduziert auf immer geringere Teile der Ansichten, bis letztlich nur noch ein kleiner Ausschnitt des Fensters blieb. In ihrer Ausstellung präsentiert die junge Künstlerin in akribischer Weise die Sicht auf das Belanglose, von dem nichts den Betrachter ablenkt. Stattdessen wird eine lange Assoziationskette ausgelöst, bei der man ein Gefühl der Leere verspürt und sich unwillkürlich fragt, was hinter dem Fenster verborgen sein mag.

Große geplottete Titel an Wand und Boden unterstreichen die Modularität der Objekte. (Foto: © Martina Hörle)
Große geplottete Titel an Wand und Boden unterstreichen die Modularität der Objekte. (Foto: © Martina Hörle)

Die Ölgemälde sind gekennzeichnet von einer plastischen, aus mehreren Schichten gebildeten Oberfläche, durch die jedes Werk seine Einzigartigkeit bekommt. Auf den ersten Blick sind in den Bildern keine Fenster als solche erkennbar. Vielmehr wirken die Arbeiten als abstrakte Kunst. Obwohl die Module so gemalt wurden, als sei es immer der gleiche Ausschnitt, erfasst man bei näherer Betrachtung den Wechsel der Perspektive, winzige Risse im Mauerwerk, Reste von Moos, die verwitterte Fensterbank, Schattenfugen.

Bilder beliebig zu kombinieren

Durch die systematische Anordnung sind alle 15 Bilder beliebig miteinander zu kombinieren, können aber auch jeweils als einzelne Darstellung wirken. Aus dem modularen Gedanken heraus entstanden die großen, auf Wand und Boden festgehaltenen Titel der Bilder. Ein Blickfang, dem sich die Besucher nicht entziehen können. Sie bleiben stehen, schauen auf den Titel, auf die Wand und fangen an zu diskutieren. Die Reaktion auf die modularen Werke ist jedenfalls sehr groß.

Musiker Jens Kühler unterhält die Besucher mit Songs aus dem Album „Time To Notify“ von der Band Mottek. (Foto: © Martina Hörle)
Musiker Jens Kühler unterhält die Besucher mit Songs aus dem Album „Time To Notify“ von der Band Mottek. (Foto: © Martina Hörle)

Ebenso begeistert sind die Gäste von der musikalischen Untermalung durch Jens Köhler. Der Lehrer für Sport und Musik und Lebensgefährte der Künstlerin, musiziert seit seinem 13. Lebensjahr. Dabei bevorzugt er das Genre der deutsch- und englischsprachigen Rock-Pop-Musik. Der Songwriter und Bassist spielt obendrein Gitarre, Klavier und Schlagzeug. Die Songs, die er zum Besten gibt, entstammen dem Album „Time To Notify“ der Band Mottek, mit der er jahrelang gemeinsam auftrat. Derzeit lässt ihm seine Lehrtätigkeit keine Zeit dafür.

Ausstellung bis zum 24. März

Galeristin Astrid Kirschey ist von der positiven Resonanz der Besucher begeistert. „Die Ausstellung kommt großartig an“, freut sie sich. Sie ist ihrerseits sehr angetan von der unglaublichen Ruhe, die von den Objekten ausgeht. Zu sehen sind die Arbeiten von Jacqueline Hess bis zum 24. März immer donnerstags und sonntags von 14 – 18 Uhr oder nach Absprache.

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