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Nadine Peifer: Traumberuf Schäferin

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Nadine Peifer, Hüteschäferin, hat ihren Traumberuf gefunden. Sie kann sich nichts Schöneres vorstellen, als mit ihren Tieren in der freien Natur zu sein. Begleitet wird sie dabei von ihren beiden Hütehunden Motte und Brave. (Foto: © Martina Hörle)
Nadine Peifer, Hüteschäferin, hat ihren Traumberuf gefunden. Sie kann sich nichts Schöneres vorstellen, als mit ihren Tieren in der freien Natur zu sein. Begleitet wird sie dabei von ihren beiden Hütehunden Motte und Brave. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Moorschnucken und Ziegen weiden seit Freitag wieder in der Ohligser Heide (wir berichteten). „350 sind es.“ Schäferin Nadine Peifer muss es wissen. Sie streift täglich mit den Tieren durch die Heidelandschaft. Begleitet wird sie von ihren beiden Hütehunden Motte und Brave. „Ich bilde meine Hunde immer selbst aus“, sagt sie. Voll des Lobes ist sie über die vierjährige Motte, eine Mischung aus Schafspudel und Australian Shepherd. „Sie ist das klügste Tier, das ich kenne.“ Ein großes Lob, denn Peifer kennt viele Tiere.

350 Moorschnucken und Ziegen

Die 38-Jährige ist glücklich in ihrem Beruf. „Eigentlich sollte ich in dem Industriebetrieb meines Vaters arbeiten.“ Dass diese Tätigkeit für sie absolut nicht die richtige war, merkte Peifer sehr schnell. „Ich liebe die Natur und die Arbeit mit den Tieren.“ Sie macht eine umfassende Armbewegung. „Schauen Sie sich doch um. Gibt es einen schöneren Arbeitsplatz als in der freien Natur? Gerade die Ohligser Heide liebe ich besonders.“

Das schwarze Lamm ist ein Sonntagskind. Es wurde heute Morgen geboren. Munter stakst es auf langen dünnen Beinen hinter der Mutter her. (Foto: © Martina Hörle)
Das schwarze Lamm ist ein Sonntagskind. Es wurde heute Morgen geboren. Munter stakst es auf langen dünnen Beinen hinter der Mutter her. (Foto: © Martina Hörle)

2002 war sie zum ersten Mal als Wanderschäferin in der Heide. „Jedes Jahr kann ich mitverfolgen, wie sich die Heidelandschaft ändert. Das Schafbeweidungsprojekt ist für die Umgebung wirklich wichtig, eine Form der Landschaftspflege.“ Wenn sie morgens zum Pferch kommt, schaut sie zunächst nach, ob es Neugeborene oder vielleicht kranke Tiere gibt. Am Sonntagmorgen findet sie ein rabenschwarzes kleines Lamm vor – ein Sonntagskind. Munter stakst es auf langen dünnen Beinen hinter der Mutter her.

Schwarzes Lamm als Sonntagskind

Dann treibt die Hüteschäferin ihre Herde auf die freien Flächen, wo die Tiere als lebendige Rasenmäher im Einsatz sind. „Leider stirbt der Beruf des Wanderschäfers allmählich aus.“ Peifer sieht das ganz realistisch. „Die Nachfrage ist sehr gering. Als Schäferin ist man das ganze Jahr im Einsatz. Schafe kennen kein Wochenende.“ Tauschen möchte sie trotzdem nicht. Manchmal macht ihr allerdings das mangelnde Verständnis der Leute zu schaffen. Trotz Aufforderung und Erklärung sind viele nicht bereit, ihre Hunde anzuleinen.

Die Ziegen hören auf ihre Namen. Besonders Juri, der dreijährige Milchziegenbock (li.), liebt die junge Schäferin. In der Mitte steht Bruno, der vierjährige Fleischziegenbock. Der bunte deutsche Edelziegenbock rechts hört auf den Namen Bent. (Foto: © Martina Hörle)
Die Ziegen hören auf ihre Namen. Besonders Juri, der dreijährige Milchziegenbock (li.), liebt die junge Schäferin. In der Mitte steht Bruno, der vierjährige Fleischziegenbock. Der bunte deutsche Edelziegenbock rechts hört auf den Namen Bent. (Foto: © Martina Hörle)

„Manchmal werde ich gefragt, ob es nicht sehr einsam ist. Ganz ohne Menschen.“ Sie lacht. „Ich bin gar nicht einsam. Die Tiere sind sehr unterhaltsam. Außerdem sind sie immer ehrlich.“ Sie liebt die Tiere, und die Tiere lieben sie. Juri, der dreijährige Milchziegenbock, ist ein ausgesprochener Schmuser. Den ganzen Tag möchte er sich den Kopf kraulen lassen. Dabei drückt er sich fest gegen das Bein der jungen Frau. Freiwillig geht er nicht weg. Auch der vierjährige Fleischziegenbock Bruno und der fünfjährige Bent, bunte deutsche Edelziege, hören aufs Wort, wenn ihre Schäferin sie ruft.

Ziegen hören auf ihre Namen

Die idyllischen und veralteten Vorstellungen, die man vom Beruf eines Schäfers hat, gibt es jedoch nicht mehr. „Nein, ich schlafe nicht bei meinen Schafen.“ Nadine Peifer bringt sie abends in den Pferch und fährt dann nach Hause. Auch die Kleidung ist an die heutige Zeit angepasst. Hut, Wollcape und Hütestab werden gegen Jeans und feste Schuhe getauscht. Die Arbeit selbst hat vieles von früher bewahrt. Mit den Tieren in der freien Natur, ohne Computer, Fax und Termindruck.

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