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Solinger Holz soll in der Klingenstadt bleiben

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Das Solinger Holz soll künftig in der Klingenstadt bleiben und auch verwendet werden. In einem ersten Schritt sollen 100 Hochbeete für Solingens Kitas hergestellt werden. Das Holz stammt von abgestorbenen Fichten aus Solingens Stadtwäldern. (Foto: © Bastian Glumm)
Das Solinger Holz soll künftig in der Klingenstadt bleiben und auch verwendet werden. In einem ersten Schritt sollen 100 Hochbeete für Solingens Kitas hergestellt werden. Das Holz stammt von abgestorbenen Fichten aus Solingens Stadtwäldern. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Dass es in der Klingenstadt ein Sägewerk gibt, ist längst nicht jedem Solinger bekannt. Und man muss in der Tat auch etwas genauer hinschauen. Und zwar nach Höhrath. Dort betreibt Uwe Stricker seinen holzverarbeitenden Betrieb. Das Solinger Sägewerk Stricker soll eine Schlüsselrolle in der neuen Strategie der Wirtschaftsförderung und der Stadtverwaltung spielen. „Nachhaltigkeit“ ist das Stichwort dieser Strategie, die im Herbst in die städtischen Gremien eingebracht werden soll. Statt das Solinger Holz in die Welt zu verkaufen, will die Stadt es vollständig für eigene Zwecke verwenden. So die Zielsetzung des Projektes.

Jährliche Inwertsetzung von rund 31 Millionen Euro

„Der Waldbestand, den wir als Stadt Solingen haben, verfügt über eine jährliche Inwertsetzung von etwa 31 Millionen Euro“, betont Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der das Projekt am Freitag gemeinsam mit allen Kooperationspartnern den Medien vorstellte. Dem gegenüber stehen Holzerlöse von etwa 150.000 Euro für den Solinger Wald und rund 365.000 Euro aus dem Gesamtwaldbestand. Mit diesen Einnahmen könne man marktwirtschaftlich lediglich 0,65 Prozent der eigentlichen Kosten des Waldwertes erwirtschaften. Es bleiben bei einer Inwertsetzungsbetrachtung noch 30.800.000 Euro als „Fehlbetrag“ stehen, rechnet die Wirtschaftsförderung vor.

Der Stadtdienst Umwelt und die Technischen Betriebe Solingen (TBS) haben gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr einen entsprechenden Umdenken-Prozess auf den Weg gebracht. Gemeinsam wurde analysiert, wie die Holzverarbeitung anders gestaltet werden kann. Das Ergebnis ist eben jener Strategiewechsel – möglichst das gesamte Holz aus Solingen soll nur noch lokal verwendet werden.

Ein erstes Projekt ist die Herstellung von etwa 100 Hochbeeten für die Solinger Kitas, die zudem mit Mulch von den TBS gefüllt werden. Weitere Projekte sollen folgen. (Foto: © Bastian Glumm)
Ein erstes Projekt ist die Herstellung von etwa 100 Hochbeeten für die Solinger Kitas, die zudem mit Mulch von den TBS gefüllt werden. Weitere Projekte sollen folgen. (Foto: © Bastian Glumm)

Fichtenholz zugeschnitten und verarbeitet

Dafür hat das Solinger Forstamt der Wirtschaftsförderung nicht mehr verkaufbares Fichtenholz zur Verfügung gestellt. Dieses wurde aus dem Wald zum Sägewerk Stricker transportiert und dort zugeschnitten. Anschließend wurde es für die Trocknung zum Standort der TBS an der der Tersteegenstraße in Gräfrath gebracht. Mit diesem ersten Holz haben die Technischen Betriebe in der eigenen Schreinerei ein Pilotprojekt gestartet, um die Abläufe für weitere Vorhaben besser analysieren zu können. Ein erstes Projekt ist die Herstellung von etwa 100 Hochbeeten für die Solinger Kitas, die zudem mit Mulch von den TBS gefüllt werden.

Viele weitere nachhaltige Konzepte sollen auf diesen Erfahrungen in Zukunft in Solingen umgesetzt werden, so die politischen Gremien diesem Strategiewandel zustimmen werden. Solingen habe sich damit auf den Weg gemacht, diesen Strategiewandel als erste Kommune in Deutschland konsequent umzusetzen. Das „Leuchtturmprojekt“ mache die vom Rat der Stadt Solingen beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie sichtbar, so die Verantwortlichen. Dabei spielen nicht nur marktwirtschaftliche Aspekte eine Rolle: Vor allem verfolge man mit diesem Projekt einen nachhaltigen und umweltschonenden Gedanken.

Borkenkäfer: Bestand heimischer Fichten wird abnehmen

„Da definitiv davon ausgegangen werden kann, dass nach dem Borkenkäferbefall das Angebot an heimischem Fichtenholz zukünftig stark abnehmen wird und dadurch die Preise für dieses Holz signifikant steigen werden, kann man sich sicher sein, dass das gerettete Fichtenholz einen entsprechenden Wert haben wird. Dies aber nicht nur aus marktwirtschaftlicher Sicht betrachtet, sondern vor allem nachhaltiger Sicht. Denn das Holz, das für entsprechende Vorhaben benötigt wird, muss nicht aus fernen Ländern importiert werden“, heißt es seitens der Solinger Wirtschaftsförderung.

Frank Balkenhol ist Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung. (Foto: © Bastian Glumm)
Frank Balkenhol ist Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung. (Foto: © Bastian Glumm)

In den kommenden Monaten soll so viel Fichtenholz wie möglich gerettet werden. Dieses soll auf handelsübliche Kantholzgrößen zugeschnitten werden und anschließend – nach der entsprechend notwendigen Trockenzeit – für einen nachhaltigen Einsatz eine lokale Verwendung finden. Die entstehenden „Holzabfälle“, also Sägespäne und Schwartenbretter, sollen ebenfalls möglichst lokal verwendet werden. Wie zum Beispiel zur Vermulchung oder für die Herstellung von Pellets. Also für „entsprechend sinnvolle Projekte“ für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Solingen.

Motto: Solinger Holz von uns, für uns

Denn: Die Kosten seien ohnehin nicht zu vermeiden, denn die jetzt vom Borkenkäfer befallenen Fichten müssen innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre gefällt und gelagert werden. „Das Motto lautet: Solinger Holz von uns, für uns. Das ist die Idee, Die Solingerinnen und Solinger sollen ihr Holz in unterschiedlichsten Produkten zurückbekommen. Und später werden wir dann natürlich auch schauen, wie wir die Solinger Wirtschaft stärker mit einbinden können“, sagt Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung in Solingen.

Holz aus Solingen: Alle INFOS zum Projekt hier als PDF zum Download.

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