
SOLINGEN (mh) – Im Solinger Vogel- und Tierpark herrschte an diesem 1. Mai kein gewöhnlicher Feiertagsbetrieb. Der erste offizielle Patentag wurde zu einem Ereignis, das ebenso lehrreich wie herrlich unterhaltsam war und vor allem eines bewies: Die Rettung des Parks im vergangenen Jahr war ein Sieg der Tierliebe über die Krise.
Ein Fest als Dankeschön für die Rettung
Noch vor einem Jahr hingen dunkle Wolken über dem idyllischen Gelände. Die drohende Schließung war ein Schock für die Region, doch die Reaktion der Solinger war beispiellos. Dank zahlreicher Tierpaten und Spender konnte der Betrieb gesichert werden (wir berichteten). Dieser erste Patentag war daher weit mehr als eine reine Informationsveranstaltung; er war eine herzliche Danksagung an jene Menschen, die den Park finanziell und ideell über Wasser halten. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung genossen die Unterstützer freien Eintritt und exklusive Einblicke hinter die Kulissen, die dem „normalen“ Besucher oft verborgen bleiben.

Den Auftakt bildete eine Führung mit Tierpflegerin Janett Heinrich, die bereits um 11 Uhr rund 40 neugierige Gäste um sich versammelte. Was als einstündiger Rundgang geplant war, entpuppte sich schnell als zweistündiges Abenteuer voller „Wow-Effekte“. Heinrich versteht es meisterhaft, biologisches Fachwissen mit einer Prise Humor zu würzen. So erfuhren die Besucher etwa von Eichelhäher Elvis, der das klassische Repertoire seiner Artgenossen – das Imitieren von Greifvögeln – längst hinter sich gelassen hat. Elvis hat sich auf die moderne Welt spezialisiert und täuscht regelmäßig mit perfekt nachgeahmten quietschenden Schubkarren oder dem Weinen eines Säuglings.
Tollpatschige Raben und clevere Imitatoren
Ein weiteres Highlight der Führung war die „Eheberatung“ bei den Kolkraben. Während Rabe Horst engagiert beim Nestbau hilft, scheint sein handwerkliches Geschick begrenzt. Partnerin Thea schaut dem Treiben meist nur kurz zu, bevor sie seine mühsam aufgeschichteten Zweige kurzerhand wieder aussortiert und das Nest nach ihren Vorstellungen neu ordnet. „Normalerweise sind Kolkraben so intelligent wie ein siebenjähriges Kind“, erklärte Heinrich schmunzelnd, „aber Horst bildet da eine Ausnahme.“ Bei der Fütterung des Nachwuchses beteiligt er sich jedenfalls nicht.

Besonders die Graupapageien hatten es den Paten angetan. Dass Namen im Tierreich nicht immer das Geschlecht widerspiegeln, beweist die Dame Igor. Nach ihrer Rettung aus einer Fundbox waren ihre ersten Worte: „Ich bin der Igor.“ Seither wird an dem männlichen Namen nicht mehr gerüttelt. Igor und ihre Artgenossen Iwan und Irina sind Paradebeispiele für die Persönlichkeiten, die diesen Park so einzigartig machen.
Auch die musikalische Unterhaltung kam nicht zu kurz, wenn auch auf eine sehr spezielle Weise. Weißhaubenkakadu Olli entpuppte sich als echter Showstar. Sobald das Lied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ erklingt, verfällt der Vogel in ekstatische Begeisterung und tanzt zur Belustigung der Menge mit vollem Körpereinsatz mit. Seine Partnerin Lady lässt sich von dieser Energie meist anstecken, was die Voliere kurzzeitig in eine kleine Showbühne verwandelt.
Zwischen Nachwuchshoffnung und „Fühlbären“
Für die emotionalen Momente sorgte der Blick auf die Känguru-Anlage. Hier stehen zwei Weibchen kurz vor der Niederkunft. Die Nachricht, dass der Nachwuchs zunächst in der Größe eines winzigen Gummibärchens in den Beutel klettert, sorgte für staunendes Raunen im Publikum. Einen handfesteren Auftritt legten dagegen die Waschbären hin. Janett Heinrich erklärte den Gästen, warum diese Tiere eigentlich „Fühlbären“ heißen müssten: Ihr Tastsinn ist so fein ausgeprägt, dass sie ihre Umwelt primär mit den Pfoten erkunden. Beim Schaufüttern mit Tierpfleger André Hartig bewiesen sie jedoch eher ihre Qualitäten als charmante Futterdiebe, die jede Sekunde im Rampenlicht sichtlich genossen.

Abseits der Gehege wurde das Fest durch das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer abgerundet. Während die Kinder den Spielplatz belagerten, stärkten sich die Erwachsenen mit Getränken und selbstgebackenem Kuchen. Die Resonanz am Ende des Tages war überwältigend. Viele Besucher erkundigten sich bereits nach dem nächsten Termin oder kündigten schon jetzt die Verlängerung ihrer Patenschaften an. Es ist diese Mischung aus Wissen, Witz und der spürbaren Nähe zum Tier, die den Solinger Vogel- und Tierpark zu einem Ort macht, den man einfach unterstützen muss.
Selbst Tierpate werden?
Möchten auch Sie Elvis, Olli oder die Kängurus unterstützen? Mit einer Patenschaft helfen Sie direkt dabei, die Futterkosten, die medizinische Versorgung und die Instandhaltung der Gehege zu sichern. Informationen zu den verschiedenen Patenschaftsmodellen gibt es direkt vor Ort oder auf der Website des Parks









































