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Sorge um die Innenstadt beschäftigt die Solinger

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Vergangene Woche tauschte man sich auf Einladung der Stadt im Bürgersaal der Stadtkirche über eine Verzahnung des Einzelhandels mit Internetangeboten aus. Rund 80 Interessierte kamen. (Foto: © Bastian Glumm)
Vergangene Woche tauschte man sich auf Einladung der Stadt im Bürgersaal der Stadtkirche über eine Verzahnung des Einzelhandels mit Internetangeboten aus. Rund 80 Interessierte kamen. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (bgl) – Die Mitteilung des Kaufhof-Konzerns, die Filiale an der Hauptstraße im Herzen der Solinger City zu schließen, schlug vergangene Woche ein wie eine Bombe (wir berichteten). Denn der Weggang des letzten Solinger Warenhauses fällt mitten in eine Phase, in der verstärkt Überlegungen angestellt werden, wie man den Einzelhandel in der Innenstadt neu aufstellen kann.

Zum Brainstorming ludt die Stadtverwaltung vergangene Woche in den Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof ein. „Mensch, hier wird gehandelt“ lautete das Motto der Veranstaltung, zu der rund 80 Interessierte kamen. Wie die Verzahnung von Einzelhandel vor Ort und Internetangeboten in Zukunft funktionieren soll, das war die Kardinalfrage.

Solinger Innenstadt neu erfinden

Im Rahmen dessen wurde auch eine Kundenbefragung vorgestellt, die der Solinger Innenstadt derzeit keine guten Noten ausstellt. „Wir brauchen sie alle: Die Immobilienbesitzer, die Einzelhändler, wir brauchen die Engagierten aus den Stadtteilen. Wir brauchen alle, um unsere Innenstädte neu zu erfinden. Wer sitzenbleibt oder wegrennt, der wird nicht teilhaben an dieser Veränderung“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der das Thema Digitalisierung in Solingen unbedingt weiter vorantreiben will.

Digitalisierung beginnt in den Köpfen der Solinger

Dass eine Digitalisierung in den Köpfen der Einzelhändler, der Handelnden und der Bürger ganz allgemein anfangen müsse, beobachten die Experten der Solinger Werbeagentur AWEOS jeden Tag. Zu einem erfolgreichen Unternehmen, auch im Einzelhandel, sei der erste Schritt zur Digitalisierung oft eine gute Internetseite.

Im Rahmen des Marketings seine Geschäftsidee zur Zielgruppe zu transportieren, das könne über eine entsprechende Firmenhomepage geschehen, weiß man bei AWEOS.  „Viele Solinger Unternehmer befinden sich noch im Teufelskreis, dass sie meinen, aufgrund ihres veralteten Internetauftritts keine Kunden generieren zu können und deshalb auch nicht in ihre Homepage investieren“, sagt Simon Bluhm von AWEOS.

Simon Bluhm (li.) und Christos Papadopoulos von der Solinger Werbeagentur AWEOS sind froh, dass die Stadt das Thema Digitalisierung anpackt. (Foto: © Bastian Glumm)
Simon Bluhm (li.) und Christos Papadopoulos von der Solinger Werbeagentur AWEOS sind froh, dass die Stadt das Thema Digitalisierung anpackt. (Foto: © Bastian Glumm)

Die Solinger Werbeagentur bietet unter anderem die Optimierung von Internetseiten an. Vorausgesetzt, der Kunde ist sich dessen bewusst, dass er in Sachen eigener Firmenhomepage etwas tun muss. Insofern ist auch AWEOS froh, dass die Stadt einerseits verstärkt die Digitalisierung in Solingen weiter nach vorn bringen will und andererseits mit Info-Veranstaltungen vor Ort ganz konkret die Leute zusammenbringt.

Digitalisierung: Klein anfangen und groß rauskommen

„Es gibt viele Digitalisierungsmöglichkeiten, die nicht unbedingt kostenintensiv sind, aber gleichzeitig große Vorteile und Zeiteinsparungen für Unternehmen bieten. Man sollte zunächst schauen, was an kleineren Optimierungen möglich ist, um sich nach und nach an die größeren Baustellen der Digitalisierung heranzuarbeiten. Ein konkreter Fahrplan wäre hier sehr hilfreich“, betont AWEOS-Geschäftsführer Christos Papadopoulos.

Und daran müssten möglichst viele Player arbeiten. Der Dialog untereinander, auch zwischen dem Einzelhandel und allen anderen Unternehmen, die am Thema Digitalisierung interessiert sind, müsste entsprechend verbessert und ausgebaut werden. Und es muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Textildiscounter KiK zieht in die Clemens-Galerien

Überzeugungsarbeit, die auch Dr. Jochen Stahl leisten muss. Ganz aktuell hat der Investor der Clemens-Galerien mit dem Textildiscounter KiK einen neuen Mieter an der Hand, der sich langfristig am Mühlenhof engagieren will. Auf knapp 890 Quadratmetern wird KiK demnächst im Erdgeschoss der Clemens-Galerien zu finden sein. In diesem Bereich seien somit 70 Prozent der Flächen vermietet.

Dr. Jochen Stahl ist Investor der Clemens-Galerien und Eigentümer des Kaufhof-Gebäudes nebenan. (Foto: © Bastian Glumm)
Dr. Jochen Stahl ist Investor der Clemens-Galerien und Eigentümer des Kaufhof-Gebäudes nebenan. (Foto: © Bastian Glumm)

Dr. Jochen Stahl, auch Eigentümer des Kaufhof-Gebäudes an der Hauptstraße, zeigte sich vergangene Woche irritiert über die Veröffentlichung des Kaufhof-Konzerns, den Standort in Solingen Ende März nächsten Jahres aufzugeben. „Wir als Eigentümer sind tief enttäuscht, dass beim derzeitigen Verhandlungsstand, sprich ,Vorbereitung bei Verträgen und Vereinbarungen´, die Kaufhof-Gesellschaft schon jetzt die entsprechende Pressemitteilung übermittelt hat“, so Jochen Stahl.

Weniger enttäuscht sei man über den Weggang des Kaufhofs grundsätzlich: „Wir sind auf diesen Umstand mehr als gut vorbereitet und letztlich nicht unglücklich, dass ein Unternehmen mit einer derart schlechten Performance im Handelsbereich diesen Standort verlässt“, betonte der Investor in einem Schreiben an die Medien.

Adäquater Ersatz soll gefunden werden

Wie geht es aber mit den freiwerdenden Flächen im Kaufhof-Gebäude ab April kommenden Jahres weiter? „Wir werden den Kaufhof mit entsprechenden Handelseinrichtungen besetzen, die der Stadt, dem Standort und somit insgesamt der ganzen Entwicklung nur förderlich sein werden. Sie können versichert sein, dass wir den Standort der Clemens-Galerien und dem Mühlenplatz in entsprechender Art und Weise der vergangen Wochen Luft unter den Schwingen geben werden“, versprach Dr. Jochen Stahl. Man darf gespannt sein.

Volksbank Bergisches Land

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