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Steigerung der Organspender fest im Fokus

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Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (red) – Wie lässt sich eine Steigerung der Organspender erreichen? Dieser Frage geht derzeit der NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann bei Besuchen in NRW-Kliniken nach. Als eine von 18 Stationen von nordrhein-westfälischen Kliniken mit Neurochirurgie stand auch das Städtische Klinikum Solingen auf dem Programm.

Im Gespräch mit Chefärzten des Klinkums

Im Gespräch mit dem Medizinischen Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl, dem Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie PD Dr. med. Ralf Buhl, Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister (Zentrum für Innere Medizin), Heike Zinn (Pflegedirektion), dem Transplantationsbeauftragten des Klinikums, Oberarzt Dr. Ralf Quabach von der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin sowie Vertreterinnen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), informierte sich der Minister über die Handhabung der Problematik in Solingen.

Den Hintergrund der Reise bildet der drastische Rückgang von Organspenden in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren. Nach 186 bzw. 162 Organspenden in 2015 und 2016 wurden in 2017 nur noch 146 Organspender gemeldet. Es ist ein Negativstand, den es in den letzten 20 Jahren nicht gegeben hat. Dieser starke Rückgang der Organspenderzahlen betrifft auch die nordrhein-westfälischen Kliniken mit Neurochirurgie. In 2017 wurden in diesen Kliniken insgesamt 40 Organspender gemeldet.

Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und seit Januar 2018 medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)
Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und seit Januar 2018 medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)

Neurochirurgie: Ein Drittel weniger Organspender

Das ist im Vergleich zu 2015 und 2016 mit 68 bzw. 66 Organspendern ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Bislang zeichnet sich auch in diesem Jahr keine Trendwende ab. Nordrhein-Westfalen ist mittlerweile das Schlusslicht hinsichtlich der Organspenderzahlen unter allen anderen deutschen Bundesländern. „Kliniken mit Neurochirurgie haben ein weitaus größeres Organspenderpotenzial als Krankenhäuser ohne diese Abteilung“, erklärt Prof. Standl. Die Zahl der Patienten mit schwerer Hirnschädigung, die als Spender in Frage kommen, ist in diesem Fachbereich höher, als in anderen Disziplinen. Dennoch kommt es auch im Klinikum immer seltener zu Organentnahmen.

Die Gründe dafür seien vielfältig, so Prof. Standl. „Zum einen kommen viele Patienten aufgrund ihrer Vorerkrankungen als Spender nicht in Frage. Zum anderen erschwert das deutsche Transplantationsgesetz das Einleiten des Entnahmeverfahrens.“ Der Patientenwille, der zu Lebzeiten beispielsweise mit einem Spendenausweis bekundet wurde, habe Vorrang. Ist er nicht dokumentiert oder bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen. Abhängig von kultureller Herkunft oder Religion kommt es häufig zu
Ablehnungen.

10.000 schwerstkranke Patienten hoffen auf Transplantation

So wurden im letzten Jahr zwar sieben Patienten des Klinikums für eine Organspende nach Eintritt des Hirntodes der DSO vorgeschlagen, aber nur eine Organspende konnte realisiert werden. „Aus Kliniksicht ist die enge Zusammenarbeit zwischen Intensivmedizinern und den anderen Disziplinen bei der Identifizierung potenzieller Spender unabdingbar“, sagt Thomas Standl. Auf der anderen Seite sei eine ständige umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit von zentralem Stellenwert.

„Denn nur wer Organspende akzeptiert, ist auch zum Spenden bereit“, so Standl. In Deutschland hoffen mehr als 10.000 schwerstkranke Menschen auf die Transplantation eines Organs. Für sie ist die Transplantation die einzige Möglichkeit, um zu überleben oder die Lebensqualität erheblich zu verbessern. Mit der Organentnahme eines einzigen Spenders können bis zu sieben Patienten auf der Warteliste für ein Herz, eine Niere, Leber oder Lunge transplantiert werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn Menschen bereit sind, ihre Organe nach dem Tod zu spenden.

1 KOMMENTAR

  1. Moment mal! Der Oberarzt auf der Intensiv- UND der PALLIATIVSTATION ist also gleichzeitig auch noch Transplantationsbeauftragter? Und niemand sieht, dass hier etwas definitiv nicht zusammenpasst?

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