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Verdienstmedaille für Simone Henn-Pausch

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Simone Henn-Pausch ist Koordinatorin der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche in Solingen. Sie wurde jetzt mit einer Verdienstmedaille geehrt. (Foto: © Ev. Kirche Solingen)
Simone Henn-Pausch ist Koordinatorin der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche in Solingen. Sie wurde jetzt mit einer Verdienstmedaille geehrt. (Foto: © Ev. Kirche Solingen)

SOLINGEN (red) – Am 1. Januar 1999 hat die Diplom-Theologin Simone Henn-Pausch ihren Dienst als Koordinatorin und hauptamtliche Notfallseelsorgerin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen aufgenommen. 21 Jahre später wurde ihr nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Beisein zahlreicher ehrenamtlicher Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger durch die Landespfarrerin für Notfallseelsorge, Bianca von der Heyden, die Verdienstmedaille in Silber der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) überreicht.

Besonderen Verdienste gewürdigt

Die EKiR würdigt damit die besonderen Verdienste von Henn-Pausch für die Notfallseelsorge. In ihrer Ansprache betonte von der Heyden, dass sich Henn-Pausch nicht nur in Solingen, sondern auch überregional auf evangelischer Seite dafür einsetze, dass im Rheinland ein verlässliches System der Notfallseelsorge existiert. Rund um die Uhr erhielten so Menschen in Extremsituationen nach Unfällen oder plötzlichen Todesnachrichten Erste Hilfe für die Seele.

Auch Superintendentin Dr. Ilka Werner lobte Henn-Pausch als zuverlässige und kompetente Ansprechpartnerin und Verbindungsfrau in das Solinger Rettungssystem. So bereitet die Koordinatorin auch im Auftrag der Stadt Solingen mit Einsatzkräften von Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten gemeinsam mit einem Kriseninterventionsteam regelmäßig solche Einsätze nach, die seelisch besonders belastend sind. Seit vielen Jahren gehört sie außerdem zum Team der Veranstaltungen „Crash-Kurs NRW“, das in Solinger Schulen versucht, junge Menschen für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit am Steuer zu sensibilisieren.

Alarmierung durch Polizei oder Feuerwehr

Im Dezember wurde mit dem gesamten Solinger Team auch Henn-Pausch für diese Arbeit durch NRW-Innenminister Herbert Reul ausgezeichnet. Synodalassessor Thomas Förster erinnerte schließlich daran, dass die heute 47-jährige Theologin Ende der 1990er Jahre für Solingen das Notfallseelsorge-Konzept entwickelt habe, das mit wenigen Anpassungen bis heute gültig sei und sicherstelle, dass immer ein diensthabender Notfallseelsorger oder eine Notfallseelsorgerin durch Feuerwehr oder Polizei alarmiert werden kann.

„Wir kommen, wenn Menschen unsere Hilfe brauchen“

„Wenn wir als Notfallseelsorger gerufen werden, finden wir oft Menschen vor, die sich nach einer dramatischen Unglückserfahrung in einer Art Schockzustand befinden“, erläutert Simone Henn-Pausch ihre Arbeit. „In der Notfallseelsorge versuchen wir dann einen ersten Raum anzubieten, in der Menschen mit ihren heftigen Gefühlen und mit der als schrecklich empfundenen Situation zurechtkommen können.“

Viele Hinterbliebene empfänden auch Rituale als hilfreich. „Sie können zum Beispiel helfen, sich in einer vertrauten Atmosphäre von einem plötzlich verstorbenen Familienmitglied zu verabschieden.“ Notfallseelsorge frage nie nach der Religionszugehörigkeit eines betroffenen Menschen, betont Henn-Pausch: „Wir kommen, wenn wir gerufen werden und wenn Menschen unsere Hilfe brauchen.“

Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Solingen auf dem Weg zum Städtischen Klinikum. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Solingen auf dem Weg zum Städtischen Klinikum. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

1995 zunächst ehrenamtliche Notfallseelsorge aufgebaut

Simone Henn-Pausch hatte gemeinsam mit einigen Mitstreitern ab 1995 zunächst ehrenamtlich ein Angebot der Notfallseelsorge aufgebaut. 1998 hatte die Evangelische Kirche in Solingen dann beschlossen, diese Arbeit auf eine professionelle Basis zu stellen. Seit 1999 ist rund um die Uhr in Solingen ein Notfallseelsorger auf Anforderung durch Polizei oder Feuerwehr erreichbar, um Angehörige zu begleiten, Unfallopfer zu betreuen oder für Menschen nach Unglücksfällen da zu sein. Nach wie vor werden in Solingen die meisten Dienste von evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer getragen, für die der Bereitschaftsdienst in der Notfallseelsorge einen selbstverständlichen Bestandteil des pastoralen Dienstes darstellt.

„Wer eine Vollzeitstelle als Pfarrerin oder Pfarrer versieht, ist in der Regel mit 12-14 Bereitschaftstagen pro Jahr eingeplant“, erläutert die Koordinatorin. Seit einigen Jahren wird der Dienst auch durch Pfarrer der Katholischen Kirche unterstützt. 1997 wurden schließlich die ersten ehrenamtlichen Seelsorger eingeführt, nachdem sie sorgfältig auf ihre Aufgabe vorbereitet worden waren. Auch hier ist Simone Henn-Pausch in der Ausbildung und Begleitung federführend aktiv.

2005 die „Große Ehrennadel“ der Feuerwehr bekommen

Die Solinger Notfallseelsorge-Koordinatorin ist auch ausgebildete Rettungssanitäterin sowie evangelische Prädikantin, also ehrenamtliche Predigerin. Für ihre Verdienste für die Solinger Notfallseelsorge wurde sie bereits 2005 mit der „Großen Ehrennadel“ der Solinger Feuerwehr und 2015 mit der dem „Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber“ ausgezeichnet.

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