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Von Nairobi nach Solingen: Der Tag der Entlassung

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Der Tag des Abschieds aus dem Kinikum: Dr. Oliver Voß (li.), Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum, entlässt seinen Patienten Steven Jacob Amunga. Auch Physiotherapeut Michele Lorenzo Patricelli (re.) verabschiedet sich. (Foto: © Bastian Glumm)
Der Tag des Abschieds aus dem Kinikum: Dr. Oliver Voß (li.), Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum, entlässt seinen Patienten Steven Jacob Amunga. Auch Physiotherapeut Michele Lorenzo Patricelli (re.) verabschiedet sich. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Steven Jacob Amunga hat einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu seiner Genesung erreicht. Nach Hüftoperation und einem gut zehntätigen stationären Aufenthalt im Klinikum mit zuletzt ganz viel Physiotherapie, konnte der 20-Jährige am vergangenen Freitag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Als dreijähriger Junge ist Steven in seiner Heimat Nairobi in Kenia von einem Baum gefallen. Dabei brach er sich das Bein.

Der Bruch wurde damals nicht behandelt, der Vollwaise wurde in seiner Hütte abgelegt. Erst Monate später war der Junge wieder in der Lage zu laufen. „Den Hüftkopf gab es nur noch ansatzweise. Auch die Pfanne war deformiert“, erklärt Dr. Oliver Voß, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum. Mit seinem Team führte er die erfolgreiche Operation durch und setzte eine Endoprothese ein.

Das Laufen neu erlernt

Nach der OP nahm Physiotherapeut Michele Lorenzo Patricelli Steven unter seine Fittiche. Jeden Tag musste der 20-Jährige das Laufen neu erlernen. Und jeden Tag machte er sprichwörtliche Fortschritte. „Es war zu Beginn auch ein psychologischer Effekt, er musste lernen, seinem Bein zu vertrauen“, sagt Michele Lorenzo Patricelli. Denn aufgrund des Bruchs war ein Bein länger als das andere.

Physiotherapeut Michele Lorenzo Patricelli gibt Steven noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Der junge Kenianer wohnt während seiner Zeit in Solingen bei der Familie Rappen in Aufderhöhe. (Foto: © Bastian Glumm)
Physiotherapeut Michele Lorenzo Patricelli gibt Steven noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Der junge Kenianer wohnt während seiner Zeit in Solingen bei der Familie Rappen in Aufderhöhe. (Foto: © Bastian Glumm)

Entsprechend unstet war der Gang des jungen Mannes. „Bis auf ein paar muskuläre Probleme im Oberschenkel macht er das inzwischen aber schon sehr gut“, freut sich der Physiotherapeut. Am Freitag war Steven sogar erstmals ganz alleine im Treppenhaus unterwegs. Das war für den 20-Jährigen während der ersten Tage nach der Operation stets mit großen Schmerzen verbunden.

Physiotherapie wird in Bethanien fortgesetzt

Mit gutem Gewissen konnten Dr. Oliver Voß und Michele Lorenzo Patricelli Steven am Freitag entlassen. Dieter Rappen von der Hilfsorganisation Vizazi-International holte seinen Schützling im Klinikum ab. Wohnen wird er die kommenden Monate im Haus der Familie Rappen in Aufderhöhe. Denn seine Physiotherapie geht weiter, dann allerdings in Bethanien. „Wir wohnen dort ganz in der Nähe, da kann Steven zu Fuß hingehen“, freut sich Dieter Rappen.

Steven hat derzeit ein dreimonatiges medizinisches Visum für Deutschland. „Wir haben die Möglichkeit, das um weitere drei Monate zu verlängern“, so Dieter Rappen. Nach seiner Rückkehr nach Nairobi wird Steven zunächst sein Abi machen. Danach möchte er Gerichtswissenschaften studieren. Ein juristischer Studiengang, der in Kenia zahlreiche berufliche Türen öffnen kann. „Diese Ausbildung kostet 800 bis 1.000 Euro im Jahr“, erläutert Dieter Rappen.

Jungen Menschen in Kenia Bildung ermöglichen

In Nairobi kümmert sich Vizazi-International um insgesamt sieben Waisenkinder. Ziel ist es, den jungen Menschen Bildung zu vermitteln und so ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Sponsoren übernehmen die Kosten für die Ausbildung. Für Steven wird ein entsprechender Unterstützer noch gesucht.

Wie es mit Steven weitergeht, lesen Sie demnächst im SolingenMagazin.

Lesen Sie hier die anderen Teile unserer Reihe „Von Nairobi nach Solingen“.

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