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Zehn Kultursterne in der zehnten KulturNacht

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Autorin Elke Heidenreich gab einen Einblick in ihre Autobiografie des Lesens und berichtete über die besondere Beziehung der Menschen zu ihrer Kleidung. Die Karten für diese Lesung waren in Windeseile ausverkauft. (Foto: © Martina Hörle)
Autorin Elke Heidenreich gab einen Einblick in ihre Autobiografie des Lesens und berichtete über die besondere Beziehung der Menschen zu ihrer Kleidung. Die Karten für diese Lesung waren in Windeseile ausverkauft. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Nach zwei Jahren Pause fand am vergangenen Samstag endlich wieder die überaus beliebte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte KulturNacht mit ihren großartigen kulturellen Angeboten statt und verwandelte die Stadt in ein Kulturzentrum, das keine Wünsche offen ließ. Zehn Kultursterne (Theater und Konzerthaus, VHS, Cobra, Industriemuseum, Zentrum für verfolgte Künste, Kunstmuseum, Monkeys, Stadtbibliothek, Haus der Jugend, Musikschule) boten ein spannungsreiches und vielfältiges Programm aus Musik, Lesungen, Ausstellungen und mehr und zogen damit tausende von Besuchern an. Die strombetriebenen O-Busse mit Live-Musik sind ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt und für Auswärtige immer etwas Besonderes. Der Gräfrather Lichtturm war für die Gewinner zweier Verlosungen reserviert.

KulturNacht mit buntem Programm wieder zurück

Um 18 Uhr eröffnete Schirmherr Tim Kurzbach im Theater und Konzerthaus offiziell die diesjährige KulturNacht und gab damit das Startsignal. Mit dem Ticketbändchen konnten alle Einrichtungen besucht werden. Die Programmbusse beförderten die Besucher quer durch Solingen zu allen Kultursternen. Sie brachten aber nicht nur die Menschen in einem Rundkurs zu den jeweiligen Einrichtungen, sondern lieferten ihrerseits ein reichhaltiges musikalisches Programm. Ihnen angeschlossen war der Oldtimer-Bus mit Anhänger aus dem Obus-Museum-Solingen.

Sängerin und Schauspielerin Brigitt Annessy nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte des Chansons. Begleitet wurde sie dabei von Dieter Lein am Klavier. (Foto: © Martina Hörle)
Sängerin und Schauspielerin Brigitt Annessy nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte des Chansons. Begleitet wurde sie dabei von Dieter Lein am Klavier. (Foto: © Martina Hörle)

Heike Pfluger, Leiterin der Stadtbibliothek begrüßte gemeinsam mit der Leiterin der Bergischen Volkshochschule Anna Lenker die bekannte Autorin Elke Heidenreich, die sich sehr freute, wieder einmal vor „echten“ Menschen lesen zu dürfen. Ihr Buch „Hier geht’s lang“ ist eine Art Autobiografie des Lesens, unterhaltsam und inspirierend. „Wir hatten zuhause ein Regal mit vielleicht zehn Büchern“, verriet die Autorin. „Dazu gehörte neben „Vom Winde verweht“ und „Dr. Sauerbruch“ auch „Mein Kampf“ – was ich bis heute nicht gelesen habe. Dann hat mich unsere Bibliothek gerettet.“ Humorvoll erzählte sie von sich als kleines Mädchen, das mit „Nesthäkchen“ und „Trotzkopf“ ein Weltbild vermittelt bekam, das es gar nicht gab, schilderte die junge Frau, die das Lesen und Schreiben zu ihrem Kult machte. Im Anschluss folgte die Vorstellung des Buches „Männer in Kamelhaarmänteln“, das Geschichten beinhaltet, in denen sich jeder wiederfindet – ebenso wie in den entsprechenden Kleidungsstücken, die man nie vergisst, und der Qual der Wahl „Was ziehe ich an?“ Nach Bekanntgabe dieses Programmpunktes waren die 160 Karten in Windeseile verkauft gewesen.

Karten für Elke Heidenreich in Windeseile ausverkauft

Im Anschluss daran nahm Brigitt Annessy ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte des Chansons. Die temperamentvolle französische Sängerin und Schauspielerin agierte mit ihrem Publikum und bezog es in ihre Stücke ein. So dauerte es nicht lange, bis eifrig geklatscht und mitgesungen wurde. Begleitet wurde die Französin am Klavier von Dieter Lein. Ihre Darbietung endete mit dem bekannten Titel „Milord“ von der großen Edith Piaf, geschrieben von George Moustaki.

Im Oldtimer-Bus unterhielt DJ Christoph Ruthmann die Mitfahrenden mit Schlagern der 50er und 60er Jahre. Per Funk wurde die Musik in den Anhänger übertragen. (Foto: © Martina Hörle)
Im Oldtimer-Bus unterhielt DJ Christoph Ruthmann die Mitfahrenden mit Schlagern der 50er und 60er Jahre. Per Funk wurde die Musik in den Anhänger übertragen. (Foto: © Martina Hörle)

Ganz breit aufgestellt war das Industriemuseum mit seinen Angeboten. Neben den Poetry-Slammern von WortLautRuhr mit dem Thema Energie, Zukunft und Energie der Zukunft, deren Beiträge auf ungeteilte Zustimmung stießen – immer wieder Applaus und begeisterte Zurufe – war das Kunstwerk „Novum“ von Künstlerin und Illustratorin Nadine Kolodziey der absolute Renner. Die Künstlerin hat sich an Formen und Farben aus der Gesenkschmiede orientiert und diese Elemente zu neuen realen und virtuellen Objekten zusammengefügt. Mit einem Tablet konnten Besucher diese Augmented-Reality-Landschaft, die virtuell über der Gesenkschmiede Hendrichs lag, spielerisch und interaktiv in fünf Stationen erkunden. Digitale Objekte wie Messer oder Glühbirnen, mal metallisch, mal rauchförmig oder im Raum schwebend, mussten während des Parcours in realer Form gefunden werden – ein Spiel, das sich für alle Altersstufen eignet und durch die Veränderung der digitalen Skulpturen immer wieder neu und andersartig erlebt werden kann. In der Sonderausstellung „Im Schnitt gut“ ging es diesmal nicht um die Herstellung von Scheren, sondern um deren intensiven Einsatz in vielfältigen Bereichen des täglichen Lebens. Vor dem Museum saß man auf langen Bänken gemütlich schmausend beim Catering.

O-Busse wieder mit Live-Musik in der KulturNacht

Diese Vielzahl an Angeboten sorgte bei den Besuchern jedenfalls für eine gelöste und lockere Stimmung. Überall gab es lachende Gesichter und angeregte Unterhaltungen. Es war ein reges Kommen und Gehen zwischen allen kulturellen Bereichen. Die Bands sorgten derweil in den Bussen für Stimmung und gute Laune. Auch wenn coronabedingt leider einige Ausfälle zu verzeichnen waren, die aber anderweitig aufgefangen werden konnten, tat das der Stimmung keinen Abbruch. In dem Oldtimer-Bus gab es keine Live-Musik, sondern Unterhaltung „aus der Dose“. Christoph Ruthmann unterhielt in seinem Debüt als DJ die Mitfahrenden mit lockeren Sprüchen und Schlagern der 50er und 60er Jahre. „Durch ein spezielles Akku-System konnten wir in diesem Jahr im Oldie-Bus eine vollwertige Anlage installieren“, erklärte Ruthmann. So wurden „Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe, Ich will ‚nen Cowboy als Mann, Der alte Häuptling der Indianer“ und noch viele Schlager mehr per Funk auch an den Bus-Anhänger übertragen.

Viele Ateliers am KulturMorgen geöffnet

Bei dieser geballten Fülle an Angeboten war es schier unmöglich, alle Programmpunkte mitzumachen. Doch damit nicht genug – nach der KulturNacht ging es am Sonntag mit dem KulturMorgen weiter. Viele Ateliers und Galerien in Gräfrath, im Südpark und auch in den Clemens-Galerien boten von 11 bis 15 Uhr ihr eigenes Programm.

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