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2018: Klinikum macht Verlust von 3,34 Millionen Euro

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Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Dass das Solinger Klinikum auch im vergangenen Jahr wieder rote Zahlen geschrieben hat, war am Mittwochvormittag bei der Bilanzpressekonferenz des Krankenhauses an der Gotenstraße keine große Überraschung. Allerdings die Höhe des Fehlbetrages aus dem Berichtsjahr 2018 ließ aufhorchen: „Wir haben im vergangenen Jahr einen Verlust gemacht, der sogar noch etwas größer war als in den Vorjahren. Wir haben im letzten Jahr einen Verlust von 3,34 Millionen Euro gemacht“, sagte Matthias Dargel, kaufmännischer Geschäftsführer des Hauses. Gerechnet hatte man laut Haushaltsplan dagegen mit einem Minus von 1,48 Millionen Euro. Der Jahresabschluss fiel schließlich mehr als doppelt so schlecht aus.

Verlust von 2,65 Millionen Euro in 2017

2017 lagen die Verluste bei 2,65 Millionen Euro. „Auch für dieses Jahr erwarten wir wieder ein Ergebnis deutlich unter Plan, also auch wieder schlechter als minus zwei Millionen Euro. Es ist kurzfristig keine echte Besserung in Sicht“, so Dargel weiter, der gleichzeitig die Hoffnung äußerte, dass „es nicht noch schlechter wird“. Die Ursachen für das deutliche Minus seien vielschichtig. Zum einen seien die Erlöse seit Jahren weiter rückläufig. Insbesondere im Bereich der stationären Versorgung habe man erhebliche Leistungseinbrüche verzeichnen müssen. „Die Fallzahlen sind eigentlich hinreichend konstant, allerdings haben wir zu viele Patienten, die keine sehr hohe Punktzahl im Fallschwere-Index haben und eigentlich hätten sogar ambulant behandelt werden können“, zeigte Dargel eine Misere des Klinikums auf.

Die Leitung des Solinger Klinikums: Prof. Dr. Thomas Standl (li.), medizinischer Geschäftsführer des Krankenhauses, und sein Kollege Matthias Dargel, kaufmännischer Geschäftsführer. (Foto: © Bastian Glumm)
Die Leitung des Solinger Klinikums: Prof. Dr. Thomas Standl (li.), medizinischer Geschäftsführer des Krankenhauses, und sein Kollege Matthias Dargel, kaufmännischer Geschäftsführer. (Foto: © Bastian Glumm)

Bedeutet konkret: Patienten mit niedriger Fallschwerezahl belegen zwar ein stationäres Bett, das Krankenhaus kann allerdings nicht den Betrag abrechnen, den es bei einem Patienten mit entsprechender medizinischer Indikation, und analog höherer Fallschwerezahl, eigentlich berechnen könnte. Ein Problem, das man allerdings nicht nur in Solingen kennt. „Bundesweit hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) seine Prüfungsaktivitäten deutlich intensiviert. Bei uns werden vom MDK ein Viertel aller Abrechnungen in Frage gestellt, wo dann beispielsweise festgestellt wird, dass der Patient eben auch hätte ambulant behandelt werden können“, so Dargel weiter.

Dargel: „Wir haben keine akute Bedrohung“

Trotz der deutlichen Verluste im vergangenen Jahr ist das Klinikum zunächst weiter voll handlungsfähig. „Wir haben als Krankenhaus keine nennenswerte Fremdverschuldung. Wir haben eine sehr gute Eigenkapitalquote und die drückt sich teilweise auch in Geldreserven aus. Theoretisch können wir uns diese Situation, in der wir uns gerade befinden, noch ein paar Jahre leisten. Wir haben keine akute Bedrohung, sondern eine perspektivische“, berichtete Matthias Dargel. Prof. Dr. Thomas Standl, medizinischer Geschäftsführer des Klinikums, betonte jedoch, „dass der Abgrund bereits in Sicht ist“. Es sei unter diesen Umständen nur noch eine Frage der Zeit, dass der Bewegungsspielraum schwinde und man auch von den Banken keine Darlehen für wichtige Investitionen mehr bekommen würde.

Deshalb halte man seitens des Klinikums am Verbund mit dem Klinikum in Leverkusen fest. Die Leverkusener Seite hatte zuletzt die Gespräche mit Solingen ausgesetzt (wir berichteten). Die beiden Geschäftsführer des Solinger Klinikums betonten, dass die Kooperation mit Leverkusen nach wie vor Plan A sei. Sollte es zu dem Zusammenschluss nicht kommen, habe man noch Plan B und sogar Plan C in der Hinterhand. Bei letzteren seien drastischere Einschnitte zu erwarten, als das bei einem Zusammenschluss mit Leverkusen der Fall sein würde, so die Verantwortlichen. „Die großen Schätze liegen in der medizinischen Kooperation“, machte Prof. Dr. Thomas Standl deutlich. So könne man beispielsweise vermehrt Patienten aus der ganzen Region in die Krankenhäuser locken.

Gremien am Dienstagabend über die Bilanz 2018 informiert

Bereits am Dienstagabend informierte die Geschäftsführung des Klinikums die Gremien über das Bilanzjahr 2018 und den drastischen Verlust. „Der Geschäftsverlauf 2018 zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen nicht ausreichen, um das Klinikum in eine wirtschaftlich stabile Situation zu bringen“, attestierte Matthias Dargel. Viel zu tun für die Verantwortlichen in Solingen – und auch in Leverkusen.

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