
Am 14. Juni wird um 15 Uhr die Ausstellung „Me, Myself & I“ in der Galerie SK in den Güterhallen eröffnet. Zu sehen sind Selbstbildnisse und Selbstportraits von Solinger Künstlern.
Enges Thema
Die Idee für diese Ausstellung stammt von Güdny Schneider-Mombaur. „Ich dachte mir, es wäre schöner, wenn wir mal so ein richtiges Thema hätten, an dem wir uns alle die Zähne ausbeißen können“, erzählte die Künstlerin beim Pressegespräch zur neuen Ausstellung. Es sollte ein eng gefasstes Thema sein, das keine Beliebigkeit zulässt (wir berichteten). Dafür gab es keine Auflagen, was das Alter der Werke angeht. Gemeinsam mit Manuela Stein organisierte und kuratierte Güdny Schneider-Mombaur die Ausstellung, die nun unter dem Titel „Me, Myself & I“ gezeigt wird.
Natürlich war es spannend zu sehen, ob und wer sich vom Verein der Solinger Künstler beteiligen würde. Und mit welchem Kunstwerk. Von den 22 Mitgliedern kam von 12 Künstlern Resonanz. Daraus konzipierten Güdny und Manuela eine abwechslungsreiche und facettenreiche Ausstellung, die zeigt, wie sich die Künstler selbst sehen oder einst gesehen haben. „Me, Myself & I“ erlaubt Einblicke in die Sicht der Künstler, zeigt, auf welch unterschiedliche künstlerische Weise sie sich dargestellt haben. Mit dabei sind Frühwerke, die vor mehreren Jahrzehnten entstanden sind, und aktuelle, extra für die Ausstellung erschaffene Werke.

Selbstbildnis mit dem Selbst
Manuela Stein fotografiert Makroaufnahmen ihrer eigenen Haut. „Ich arbeite immer mit meinem Selbst“, sagte sie. Anlässlich der Ausstellung stellte sie sich jedoch die Frage: „Ist das Bildnis mit dem Selbst auch ein Selbstbildnis?“ Ihr ausgestelltes Werk ist ein sehr persönliches. Es entstand 2016 und ist eine Art Memento Mori. Ebenfalls als eine Art Memento Mori sieht Güdny Schneider-Mombaur ihr 1983 entstandenes „Leib-Zeichen“. „Ich habe mich selbst auf Leinwand abgedrückt“, verriet sie. Ebenfalls ein Frühwerk ist ihr „Alopezia“. „Das habe ich 30 Jahre nicht mehr gezeigt“, sagte sie über dieses unglaublich ausdrucksstarke Selbstportrait aus einer Zeit der Unsicherheit.

Lauschen ins Innere
Carina Spanu hat eine Fotografie von sich mit einer Maske aus Keramik kombiniert. Ihr Werk „Listening“ zeigt das Lauschen nach Innen. „Für mich besteht das Selbst aus vielen verschiedenen Stimmen, die in mir rufen“, erklärte die Künstlerin. Dass die Maske ihr nur wenig ähnlich sieht, ist Absicht. Die Maske schenkt ihr die Freiheit, mit dem eigenen Selbstbild zu spielen.

Michael Klette befasst sich mit dem Heldenbild und Stephanie Eickmeyer mit den eigenen Masken. (Foto © S. Grünwald)
Der Held mit dem Fisch
Das Selbstportrait von Stephanie Eickmeyer überrascht durch 3D-Elemente. „Es ist im Wald gemacht worden“, erzählte die Künstlerin. Sie hat sich mit der eigenen Identität befasst, mit Masken und der Frage, ob sie abzunehmen sind. Michael Klette hat im Rahmen einer Heldenserie mit Fisch auch sich selbst portraitiert. Obwohl er kein Angler ist, zeigt er sich hier mit mächtigen Fischen gleich zweimal. „Nach dem Fang“ und „Vor dem Mahl“. Dass er eigentlich Vegetarier ist, bescheinigt ihm einen augenzwinkernden Blick auf sich selbst.

Vom Unterwegs- und Nacktsein
Judith Funke hat für diese Ausstellung zu einer für sie untypischen Ausdrucksform gefunden. Sie hat sich fotografiert, allerdings nicht direkt, nicht sofort erkennbar. „Ich habe normalerweise nichts mit Selbstbildnis zu tun“, gab sie zu. Trotzdem findet sie sich in den beiden – sich über die Treppe gegenüberstehenden Bildern – wieder. „Es hat viel mit Unterwegssein zu tun.“ Christina Koester hat zwei Selbstportraits aus den 1980er Jahren mitgebracht. „Sie entstanden in einer Phase, als es mir nicht gut ging“, erinnerte sie sich. Es fühle sich an, als würde sie sich nackt zeigen. Natürlich ist damit kein Aktbildnis gemeint, es ist die seelische Nacktheit, die noch viel intimer ist, als die körperliche.

Erinnerungen und Innenschau
Der Blick auf sich selbst hat auch viel mit Erinnerungen, mit der Schau nach innen zu tun. Das zeigen die Beiträge von Susanne Müller-Kölmel, die ihre Rückenansicht portraitiert. Ihre Blicke scheinen in die Vergangenheit zu gehen, was gleichsam ein nach innen gerichteter Blick zu sein scheint. Erinnerungen – in einem offenen Bankschließfach – zeigen die in Art eines Tagebuchs angelegten „Mini-Bilder“, in welchen sie Ereignisse und Erlebnisse für die Zukunft sichert.
Ein Selbstbildnis in Holz, eingelegt in das Muster historischer Fliesen, ist eine Erinnerung und ein Einfrieren dieser Erinnerung in der Gegenwart. Ela Schneider hat für ihre beiden Bilder verschiedene Hölzer verwandt. Emma Schneider zeigt ein Selbstportrait in der von ihr entwickelten Teebeutel-Technik. Außerdem ein Werk, bei dem man sehr genau hinsehen muss, um das Portrait erkennen zu können. Auf den ersten Blick eine grauweiße Fläche, eröffnet sich das Selbst erst, wenn sich der Betrachter aufs Betrachten einlässt.
Die einzige Skulptur der Ausstellung stammt von Sabine Smith, die unter dem Titel „Myself“ ihr Portrait in Ton gestaltet hat. Die lebensgroße Büste entstand 2003. Heiderose Birkenstock-Kotalla ist ihrem Stil treu geblieben. Ihr „Selbst“ ist ein sehr abstraktes, das jedoch bei genauem Betrachten ebenfalls erkannt werden kann.
Me, Myself & I
Die Ausstellung ist besonders. Sie eröffnet nicht nur Einblicke in die Sicht der Künstler auf sie selbst, sondern lädt den Betrachter gleichsam dazu ein, sich zu suchen, zu finden und zu erkennen. Unbedingt sehenswert. Eröffnet wird „Me, Myself & I“ am 14. Juni um 15 Uhr mit einer thematischen Einführung von Güdny Schneider-Mombaur. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. Juni in der Galerie SK, immer mittwochs und donnerstags von 17 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.





























