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Auch im Personalrat mit Leib und Seele Feuerwehrmann

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Stephan Wilksen tauschte vor gut zwei Jahren seine Feuerwehrmontur gegen Sakko und Hemd aus. Der 50-jährige Hauptbrandmeister der Solinger Berufsfeuerwehr wurde damals in den Personalrat der Stadt Solingen gewählt und für diese Aufgabe freigestellt. (Foto: © Bastian Glumm)
Stephan Wilksen tauschte vor gut zwei Jahren seine Feuerwehrmontur gegen Sakko und Hemd aus. Der 50-jährige Hauptbrandmeister der Solinger Berufsfeuerwehr wurde damals in den Personalrat der Stadt Solingen gewählt und für diese Aufgabe freigestellt. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Es ist zwar kein Panoramablick, den Stephan Wilksen von seinem Büro im zweiten Stock des Rathaus-Altbaus auf die Magistrale der City hat. Doch rauscht ein Löschzug über die Konrad-Adenauer-Straße, dann blickt der altgediente Beamte der Solinger Berufsfeuerwehr stets mit ein wenig Stolz auf. Vor knapp zwei Jahren tauschte Wilksen den Einsatzanzug der Feuerwehr gegen Hemd und Sakko, den 24-Stunden-Dienst auf der Wache gegen geregelte Arbeitszeiten im Büro.

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Im Sommer 2016 wurde er in den Personalrat der Stadt Solingen gewählt und dafür freigestellt. „Im Personalrat war ich auch vorher schon. Allerdings hat die Arbeit dort derart an Umfang zugenommen, dass ich mich wieder zur Wahl gestellt habe“, sagt der 50-jährige Solinger. Im Personalrat ist Wilksen der einzige Arbeitnehmervertreter mit einem Feuerwehrhintergrund. Sich für die rund 200 Angehörigen der Solinger Berufsfeuerwehr einzusetzen, ist ihm deshalb eine echte Herzensangelegenheit.

Begleitung der Notfallsanitäterprüfungen

„Eine vernünftige Vertretung für die Feuerwehrkollegen ist sehr wichtig“, macht Stephan Wilksen deutlich. Zu seinen Aufgaben gehören ganz klassische Dinge, die auch freigestellte Betriebsräte in Unternehmen wahrnehmen. Das sind beispielsweise die Überprüfung der Einhaltung von Arbeitnehmerrechten oder die Abhaltung von Personalversammlungen. Aber auch die Themen Dienstvereinbarungen, Datensicherheit und nicht zuletzt die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen Stephan Wilksen jeden Tag.

Und natürlich versteht er sich auch als Stimme der Arbeitnehmer gegenüber der Behördenleitung. „Wir begleiten als Personalrat beispielsweise auch die Notfallsanitäterprüfungen und wohnen dem gesamten Prüfungsablauf bei“, erklärt der Hauptbrandmeister. Eine sensible Aufgabe, denn 2014 löste der Beruf des Notfallsanitäters den des Rettungsassistenten ab. In fast allen Feuerwehren herrscht derzeit noch akuter Mangel an Notfallsanitätern, da die Fortbildung der Kollegen dauert.

Einsatzstellenhygiene ein ganz besonderes Anliegen

So wäre ein Kollege – oder eine Kollegin -, der die Prüfung aufgrund eines Verfahrensfehlers unberechtigt nicht bestehen würde, nicht nur ein individueller beruflicher Rückschlag, sondern auch für die Feuerwehr als Institution ein unnötiger Lapsus. Der Personalrat hat darauf deshalb stets ein waches Auge. Zunehmend beschäftigt sich Wilksen mittlerweile mit Teilzeitmodellen. „Ich finde es toll, dass inzwischen auch vermehrt Väter Elternzeit nehmen wollen“, freut er sich.

Ganz feuerwehrspezifisch ist Stephan Wilksen die so genannte Einsatzstellenhygiene ein ganz besonderes Anliegen. „Es ist beispielsweise aus Gesundheitsgründen sehr wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen nach Brandeinsätzen schnell Ersatzsachen anziehen, um die Kontamination gering zu halten“, betont er. Bei Einsätzen kommt das Feuerwehrpersonal mit vielen verschiedenen Gefahrstoffen in Berührung. Hier ist Aufklärung gefragt.

Ein offenes Ohr für die Kollegen haben

Gleichzeitig nimmt die Gewalt gegen Einsatzkräfte zu. Nicht selten landen entsprechende Fälle auch auf Stephan Wilksens Schreibtisch im Rathaus. „Mir ist es ganz wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen wissen, dass ich stets für sie ansprechbar bin“, sagt der engagierte Arbeitnehmervertreter, der in der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) organisiert ist. Wilksen absolvierte seinen Grundlehrgang bei der Feuerwehr Solingen in den Jahren 1989 und 1990. Seitdem hat er in der Klingenstadt so ziemlich alles gemacht, was man bei der Berufsfeuerwehr machen kann.

Angefangen beim Rettungsdienst, über den Brandschutz bis hin zu den technischen Hilfeleistungen. Wilksen weiß also aus eigener Erfahrung sehr genau, wo bei den Kolleginnen und Kollegen auf den drei Solinger Wachen der Berufsfeuerwehr der Schuh drückt und wo man dann ansetzen könnte. Der 50-Jährige wurde zunächst für vier Jahre in den Personalrat der Stadt Solingen gewählt. „Und wenn die Kollegen meine Arbeit honorieren, dann würde ich das auch gerne weitermachen“, unterstreicht der passionierte Feuerwehrmann.

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