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Auf der neuen Wupperbrücke rollt wieder der Verkehr

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Am Dienstagnachmittag gaben der Leichlinger Bürgermeister Frank Steffes, Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Irmhild Schürhoff vom Rheinisch-Bergischen Kreis die Brücke für den Verkehr frei. (Foto: © Bastian Glumm)
Am Dienstagnachmittag gaben der Leichlinger Bürgermeister Frank Steffes, Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Irmhild Schürhoff vom Rheinisch-Bergischen Kreis die Brücke für den Verkehr frei. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Für einen Moment sah es am Dienstagnachmittag tatsächlich danach aus, als würde die Eröffnung der neu gebauten Wupperbrücke zwischen Solingen und Leichlingen an der Haasenmühle ins sprichwörtliche Wasser fallen. Denn ein außerordentlich heftiges Gewitter mit Hagel ließ Honoratioren und Medienvertreter zunächst eiligst in die Fahrzeuge flüchten.

So konnte Oberbürgermeister Tim Kurzbach erst mit einigen Minuten Verspätung gemeinsam mit seinem Leichlinger Amtskollegen Frank Steffes und Irmhild Schürhoff vom Rheinisch-Bergischen Kreis zur Tat schreiten, um das Band auf der Mitte der neuen Brücke zu durchschneiden. Kurze Zeit später rollten am Dienstag die ersten Autos über die Brücke.

Vorgängerbrücke nach 60 Jahren abgerissen

„Dieses Bauwerk hält jetzt bestenfalls 100 Jahre“, sagte Projektleiter Detlef Diekel von den Technischen Betrieben Solingen (TBS). Der Vorgängerbau erreichte dieses Alter freilich nicht. 1959 erbaut, musste die Brücke aufgrund erheblicher baulicher Mängel vor zwei Jahren abgerissen werden. 60 Jahre nach ihrer Errichtung. In der Zwischenzeit wurde der Verkehr über eine Behelfsbrücke geleitet (wir berichteten hier), die demnächst wieder abgebaut werden kann. Vorher wurde die alte Brücke zunächst komplett gesperrt und anschließend teilweise wieder für den Verkehr freigegeben, bis die Behelfsbrücke die Abrissarbeiten möglich machte.

Am Dienstagnachmittag rollte der Verkehr wieder über die neue Wupperbrücke zwischen Solingen und Leichlingen. (Foto: © Bastian Glumm)
Am Dienstagnachmittag rollte der Verkehr wieder über die neue Wupperbrücke zwischen Solingen und Leichlingen. (Foto: © Bastian Glumm)

Wie bei ihrem Vorgänger handelt es sich bei der neuen Brücke ebenfalls um ein Spannbetonbauwerk, die Stützweite beträgt knapp 58 Meter. Insgesamt ist die Querung 14,5 Meter breit. Es gibt zwei Fahrspuren, auf der einen Seite einen Gehweg, auf der anderen einen kombinierten Geh- und Radweg. Die Kosten für das Gesamtprojekt (Behelfsbrücke und Neubau) belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert davon 60 bis 70 Prozent.

Bauzeit verlängerte sich um rund fünf Monate

Den eigenen Anteil teilen sich die Stadt Solingen und der Rheinisch-Bergische Kreis je zur Hälfte. Übrigens: Die alte Brücke wurde seinerzeit mit Spannstahl errichtet, der anfällig für Korrosion war, was damals allerdings nicht bekannt war. In den letzten Jahren der Brücke war diese deshalb unter ständiger Beobachtung der Behörden. „Das war damals eine mangel- und schadhafte Charge des Spannstahls, das hat niemand so geplant“, erläuterte Diekel.

Aufgrund schlechten Wetters und Hochwasserlagen verlängerte sich die Bauzeit der neuen Wupperbrücke um rund fünf Monate. „Dann hatten wir das Problem, dass in den alten Widerlagerbereichen noch Spundwände standen, die nicht in den Bestandsunterlagen verzeichnet waren“, berichtete Detlef Diekel. Aufgrund dessen musste man vor Ort umplanen, was Zeit kostete. Die neue Brücke steht fast an der identischen Stelle, wo ihr betagter Vorgänger stand.

Die Kosten für das Gesamtprojekt (Behelfsbrücke und Neubau) belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert davon 60 bis 70 Prozent. (Foto: © Bastian Glumm)
Die Kosten für das Gesamtprojekt (Behelfsbrücke und Neubau) belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert davon 60 bis 70 Prozent. (Foto: © Bastian Glumm)

Restarbeiten bis Ende 2021 auf dem Plan

Die Stadt Solingen und der Rheinisch-Bergische Kreis haben das Projekt miteinander koordiniert: Für die Planung und Umsetzung waren die TBS zuständig, in der Zuständigkeit des Kreises standen Beantragung und Abrechnung von Fördermitteln. Errichtet wurde die Brücke vom Bauunternehmen Heitkamp. Am Neubau werden jetzt noch kleinere Restarbeiten ausgeführt. Im nächsten Schritt soll dann die Behelfsbrücke abgebaut sowie das Umfeld renaturiert werden.

Diese Arbeiten werden voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein. Zudem fehlt noch die Fahrbahnmarkierung. „Wir sind froh über diese lebendige Brücke, die wir hier mit Leichlingen haben und freuen uns sehr, dass diese wieder gut befahrbar ist“, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Der Leichlinger Bürgermeister Frank Steffes unterstrich die Bedeutung der Brücke, die eine „wichtige Verbindung zwischen Leichlingen und Solingen ist“.

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