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Bethanien: Große Übung rund um Hochinfektionstransport

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Übung in Solingen und Düsseldorf: Beamte der Berufsfeuerwehr Düsseldorf führten einen Hochinfektionstransport am Donnerstag von der Klingen- in die Landeshauptstadt durch. (Foto: © B. Glumm)
Übung in Solingen und Düsseldorf: Beamte der Berufsfeuerwehr Düsseldorf führten einen Hochinfektionstransport am Donnerstag von der Klingen- in die Landeshauptstadt durch. (Foto: © B. Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Ein türkischer Arzt kommt in seinem Heimatland mit Patienten in Kontakt und fängt sich dort den „Krim-Kongo-Erreger“ ein. Unwissentlich setzt er sich dann ins Flugzeug, reist zu Verwandten nach Deutschland und plötzlich treten jene Krankheitssymptome auf, die bei dem Mediziner alle Alarmglocken schrillen lassen.

Mit diesem Szenario befassten sich am Donnerstag die Uni-Klinik Düsseldorf, das Krankenhaus Bethanien, die Feuerwehren Solingen und Düsseldorf sowie das Gesundheitsamt im Rahmen einer großen Einsatzübung. „Es geht darum zu üben, einen Patienten mit Verdacht auf einen hochinfektiösen Erreger zu einer Hochinfektionsstation zu transportieren“, erklärte Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Lungen-Fachklinik Bethanien in Aufderhöhe.

Übungspatient mit Krim-Kongo-Erreger

Weiter im Szenario: Der Patient meldete sich beim Solinger Gesundheitsamt, das in solchen Fällen ohnehin eingeschaltet werden muss. Dieses stellte sogleich eine Verdachtsdiagnose. Das bereits nach Rücksprache mit der Uni-Klinik Düsseldorf. Dann begann eine gesetzlich vorgesehene und gut eingespielte Maschinerie zu arbeiten: Die Feuerwehr Solingen organisierte als ersten Schritt den Transport des Mannes von seiner Wohnung ins Krankenhaus Bethanien.

Prof. Dr. Winfried J. Randerath ist Chefarzt der Lungen-Fachklinik Bethanien in Aufderhöhe. (Foto: © B. Glumm)
Prof. Dr. Winfried J. Randerath ist Chefarzt der Lungen-Fachklinik Bethanien in Aufderhöhe. (Foto: © B. Glumm)

„Wir haben in unserem Hause eine Infektionsstation mit einer Kapazität von 30 Betten“, zeigte Randerath auf. Seit 2004 verfügt das Krankenhaus über entsprechende Kapazitäten. In den Krankenzimmern der Infektionsstation herrscht beispielsweise stets Unterdruck, so dass eintretende Personen einen Erreger nicht versehentlich hinaus lassen können.

Berufsfeuerwehr Düsseldorf kam mit Spezial-RTW

Währenddessen wurde die Berufsfeuerwehr in Düsseldorf alarmiert, die jederzeit auf einen Hochinfektionstransport vorbereitet ist und einen speziellen Rettungswagen für derartige Einsätze vorhält. Eine Wagenkolonne mit mehreren Fahrzeugen und zahlreichem Personal machte sich von der Landeshauptstadt auf den Weg nach Aufderhöhe. Angekommen in der Liegendanfahrt von Bethanien, wurde umgehend der Weg von der Notaufnahme zum Patientenzimmer erkundet und für den Transport vorbereitet.

Der "Patient", dargestellt von einem Beamten der Berufsfeuerwehr Solingen, wurde im Rahmen der Übung zunächst von der Wohnung auf die Infektionsstation des Krankenhauses Bethanien gebracht. Später folgte der Hochinfektionstransport nach Düsseldorf. (Foto: © B. Glumm)
Der „Patient“, dargestellt von einem Beamten der Berufsfeuerwehr Solingen, wurde im Rahmen der Übung zunächst von der Wohnung auf die Infektionsstation des Krankenhauses Bethanien gebracht. Später folgte der Hochinfektionstransport nach Düsseldorf. (Foto: © B. Glumm)

Der gesamte Weg wurde komplett abgesperrt und für Patienten, Besucher und auch medizinisches Personal, das nicht mit dem Transport betraut war, unzugänglich gemacht. Gleichzeitig legten die Beamten der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr Schutzanzüge an, legten den Gang der Station 1 in Bethanien mit Folien aus und desinfizierten gleichzeitig die Treppen.

Sonderisolierstation der Uni-Klinik Düsseldorf

Nach rund einer Stunde wurde der Patient, dargestellt von Herbert Wiets von der Berufsfeuerwehr Solingen, schließlich auf einer Trage für schwere Lasten fixiert und von Beamten in Schutzanzügen in den speziellen Düsseldorfer Rettungswagen gebracht. Die Fahrt mit dem Hochinfektionstransport ging weiter in die Düsseldorfer Uni-Klinik, die über eine Sonderisolierstation mit insgesamt drei Betten verfügt. Derartige Spezialstationen gibt es in ganz Deutschland lediglich fünf.

„Dort können die schlimmsten Infektionen behandelt werden“, betonte Prof. Dr. Winfried Randerath. Übrigens: Das Krim-Kongo-Virus ist das gefährlichste Virus auf der Welt, das durch einen Zeckenbiss übertragen werden kann und sich zudem außerordentlich schnell verbreiten kann. Dem bekannteren Ebola-Virus sei es nicht unähnlich und mindestens genauso lebensgefährlich.

Volksbank Bergisches Land

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