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Botanischer Garten: 16. Imkertag ein Publikumsmagnet

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Der 16. Imkertag im Botanischen Garten war wieder ein großer Erfolg. Die Stand mit Honig und ebenso der Schaukasten waren ständig von kleinen und großen Besuchern belagert. (Foto: © Martina Hörle)
Der 16. Imkertag im Botanischen Garten war wieder ein großer Erfolg. Die Stand mit Honig und ebenso der Schaukasten waren ständig von kleinen und großen Besuchern belagert. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Der 16. Imkertag lockte große und kleine Besucher in den Botanischen Garten. Einen Bienenstock sieht man nicht alle Tage. Besonders spannend war der Blick durch Carmen Dörners Binokular. Dörner betreut als ehrenamtliche Mitarbeiterin unter anderem das Heilpflanzenbeet. Dem interessierten Besucher bot sich ein faszinierender Einblick in die Insektenwelt. Die Mitglieder des Imkervereins Solingen hatten tote Bienen, Wespen und Hornissen gesammelt. So konnten die Tiere einmal unter anderen Möglichkeiten besichtigt und verglichen werden. Das Interesse der Besucher war groß und das Binokular ständig belagert.

Imkertag: Spannender Blick durch das Binokular

Bereits um elf Uhr morgens hatten die Imker ihre Stände aufgebaut. Zur Anschauung stand neben einem Schaukasten eine große Honigschleuder. Neben zahlreichen Honigsorten gab es Seifen, Süßigkeiten und Pflegeprodukte. Abgerundet wurde das Programm mit der Beratung und Verkauf von bienengeeigneten Stauden und Pflanzen für den eigenen Garten oder Balkon. Obendrein warteten leckere Grillwürstchen auf hungrige Besucher. Der Kiosk versorgte mit Kaffee, Eis und Kuchen.

Carmen Dörner, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Botanischen Garten, hatte ihr Binokular mitgebracht. Es ermöglichte interessante Betrachtungsweisen in das Aussehen der Insekten. (Archivfoto: © Martina Hörle)
Carmen Dörner, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Botanischen Garten, hatte zum Imkertag ihr Binokular mitgebracht. Es ermöglichte interessante Betrachtungsweisen in das Aussehen der Insekten. (Archivfoto: © Martina Hörle)

In dem mitgebrachten Schaukasten wuselten mehrere tausend Bienen. Für die Kleinen besonders spannend: Wie sieht denn die Bienenkönigin aus? Sie ist immer mit einem kleinen Punkt gekennzeichnet. Der hat jedes Jahr eine andere Farbe. So findet man sie schneller und kann obendrein das Alter des Tieres leicht bestimmen. Eine Königin hat eine Lebenszeit von vier Jahren, eine Arbeiterin dagegen nur etwa zwei bis drei Wochen.

„Kinder verwechseln oft Bienen mit Wespen“, so die Imker. „Das liegt nicht zuletzt an der Fernsehbiene Maja. Sie ist schwarz und gelb gezeichnet. Bienen sind nicht gelb, sondern braun. Wespen dagegen tragen ein leuchtendes Gelb.“ Im Gegensatz zu den Aas fressenden Wespen sind Bienen Vegetarier.

Imkertag: Im Bienenstock die Königin suchen

Auch am Stand von Anja Berger herrschte reger Betrieb. Die Gärtnermeisterin gehört als Hobby-Imkerin ebenfalls zum Solinger Imkerverein und bereicherte den Imkertag mit ihrer Auswahl an bienenfreundlichen Pflanzen. „Seit ich Hobbyimkerin bin, habe ich einen anderen Blick auf die Pflanzen bekommen“, verriet die Gartengestalterin. „Früher habe ich nur nach gestalterischen Aspekten geplant. Heute plane ich gerne insektenfreundlich.“ Mit diesem Wunsch kamen viele der Besucher zur Gärtnerin. „In den letzten Jahren hat ein deutliches Umdenken bei den Leuten stattgefunden“, stellte Berger fest. Jeder Quadratmeter zählt. Auch auf Balkonen und Terrassen kann man mit einfachen Mitteln viel bewirken. Wichtig sind vor allem ungefüllte Blüten. Dadurch haben die Bienen einen leichten Zugang zu den Staubgefäßen. Gefüllte Blüten machen das unmöglich.

Falsche Farbe bei Biene Maja

Ein guter Tipp für Insektenfreunde: Bei der Pflanzenauswahl sollte eine ausgewogene Zusammenstellung berücksichtigt werden. Frühblüher dienen dazu, die Wintervorräte der Tiere aufzufüllen. Im Mai/Juni blüht jede Menge, da finden die Tiere genug. Dann wiederum muss das Sommerloch gefüllt werden. Zu diesem Zweck hatte Berger eine Fülle entsprechender Pflanzen mitgebracht. In verblühten Stauden können die Tiere überwintern, deshalb erst im Frühjahr schneiden.

Ein vielseitiges Sortiment an Solinger Honig ermöglichte den Besuchern, Honig aus ihrem eigenen Stadtteil zu erwerben. Erweitert wurde das Sortiment durch Honigseife, Lippenbalsam, Handcreme und Kerzen. (Foto: © Martina Hörle)
Ein vielseitiges Sortiment an Solinger Honig ermöglichte den Besuchern, Honig aus ihrem eigenen Stadtteil zu erwerben. Erweitert wurde das Sortiment durch Honigseife, Lippenbalsam, Handcreme und Kerzen. (Foto: © Martina Hörle)

Doris Frommhold-Kempa, die zweite Vorsitzende der Solinger Imker stand vor einem Berg von Honiggläsern und strahlte über die große Nachfrage. „Wir haben Honig aus ganz Solingen dabei. Die Menschen freuen sich, wenn sie Honig aus ihrem eigenen Stadtteil kaufen können. Der Honigfreund findet ein vielseitiges Angebot an Honigsorten, wie Rapshonig, Frühlings- und Sommerblüte. Es gibt hellen und dunklen Honig, anderer ist flüssig oder cremig. Alle Sorten sind in kleinen Probiergläschen erhältlich. Erst testen, dann kaufen.“ Genau richtig für die vielen kleinen Schleckermäulchen. Dieses Jahr sei ein gutes Honigjahr, so die zweite Vorsitzende. Neben rund 20 verschiedenen Honigsorten gab es Honigseife in Wabenform, Teelichter, Lippenpflegestifte und Handcreme. Am Stand von Juttas Bauernstube duftete es nach frischen Erdbeeren und dunkelroten Kirschen. Daneben fanden sich Flaschen mit Erdbeerwein und anderen Köstlichkeiten.

Der Schaukasten war ebenfalls Zentrum der Aufmerksamkeit. Kleine und große Besucher hatten unzählige Fragen. Die Imker beantworteten ausführlich, wie es in einem Bienenstock zugeht. Es ist ganz dunkel und meist um die 30 Grad. Unter den Bienen gibt es etwa 20 verschiedene Berufe. Der Schwänzeltanz ist eine Informationsmethode über den genauen Fundort von Massentrachten, wie von den Honigbienen bevorzugt.

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Matthias Nitsch, stellvertr. Vorsitzender der Stiftung Botanischer Garten, war hochzufrieden über das Interesse und die hohe Besucherzahl. „Der Imkertag ist unsere zweitälteste Veranstaltung. Bis heute ist das Interesse ungebrochen.“

Die Imkerei kann jeder lernen! Es ist weder besonders geheimnisvoll, noch kann man es nur von „alten Hasen“ lernen. Es ist jedoch sinnvoll, in den ersten Jahren einem erfahrenen Imker immer wieder über die Schulter zu schauen. Die Theorie ist sehr wichtig und sie kann in Büchern, aber vor allem auf Lehrgängen, wie beispielsweise in Duisburg, erlernt werden.

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